# taz.de -- Bessere Betreuung nach der Schule: Horte bekommen ihr Begehren
       
       > Dem Kita-Volksbegehren soll nun ein Horte-Volksbegehren folgen. Die
       > Initiatoren erwarten Kosten von 80 Millionen Euro. Kritik kommt vom
       > Landeselternausschuss.
       
 (IMG) Bild: Nach dem angestrebten Kita-Volksbegehren steht eines für Horte vor der Tür.
       
       Der Landeselternausschuss Kita (Leak) hat ein Volksbegehren für bessere
       Betreuung in Horten angekündigt. Laut einem Bericht des Tagesspiegel stehen
       drei Ziele im Zentrum des Volksbegehrens: Ein Rechtsanspruch auf einen
       Hortplatz, eine bessere Integration von behinderten Kindern und eine
       Verbesserung des Betreuungsschlüssels. Derzeit käme auf 22 Kinder ein
       Erzieher. Die Kosten schätzten die Initiatoren auf 80 Millionen Euro.
       
       Kritik an dem aktuellen Vorstoß kommt vom Landeselternausschuss (Lea). "Wir
       sehen keine Priorität in dem Bereich und glauben auch nicht, dass ein
       Volksbegehren hier erfolgreich sein wird", sagt André Schindler,
       Vorsitzender des LEA. So komme das Thema Horte beispielsweise in den
       Bezirkselternausschüssen nur am Rande vor - ein Indiz dafür, dass die
       Sorgen der Eltern eher in anderen Bereichen lägen.
       
       "Vieles würde sich außerdem schon durch eine bessere Organisation lösen
       lassen", sagt Schindler. So müssten an Ganztagsschulen die
       Unterrichtseinheiten und die Einheiten, in denen Schüler Hortbetreuung
       brauchen, "in einem anderen Rhythmus" organisiert werden, damit die bereits
       vorhandenen Erzieher nicht Nachmittags überlastet sind. Schindler räumte
       ein, dass eine Umorganisation gerade bei Horten in freier Trägerschaft
       sicher nicht einfach wäre. Der Leak war am Sonntag nicht für eine
       Stellungnahme zu erreichen.
       
       Auch Steffen Zillich, bildungspolitischer Sprecher der Linksfraktion im
       Abgeordnetenhaus sieht grundsätzlich "Verbesserungsbedarf" in Sachen
       Hortbetreuung. So würden Kinder, die eine Förderung besonders benötigen
       würden, diese unter Umständen nicht bekommen. "Im Moment sehe ich aber
       nicht, wie sich eine Umsetzung der Forderungen finanziell darstellen soll."
       Zillich plädierte daher zunächst für Gespräche zwischen Senat und den
       Initiatoren des Volksbegehrens, um auszuloten, ob sich die Ziele auch
       anders umsetzen ließen.
       
       Erst vor knapp zwei Monaten hatte der Senat mit finanziellen
       Zugeständnissen ein Volksbegehren der Initiative für eine bessere Betreuung
       in Kitas abgewendet. In Zukunft sollen jährlich bis zu 73 Millionen Euro
       für zusätzliches Personal in die Einrichtungen fließen und der
       Betreuungsschlüssel damit ab April bis zum Jahr 2013 um insgesamt ein Kind
       pro Erzieherstelle verbessert werden. Der Senat hatte ein Volksbegehren
       ursprünglich abgelehnt, da es zu stark in den Landeshaushalt eingreife.
       Erst das Berliner Verfassungsgericht hatte Anfang Oktober den Weg für das
       Volksbegehren frei gemacht.
       
       14 Dec 2009
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Svenja Bergt
       
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