# taz.de -- Unterschriften für bessere Horte: Schul-Volksbegehren eine Runde weiter
       
       > Initiative für mehr Hortbetreuung und mehr Personal reicht beim
       > Innensenator über 28.000 Unterschriften ein. 20.000 davon müssen gültig
       > sein, um einen Volksentscheid anstreben zu können.
       
 (IMG) Bild: Die Initiative will, dass alle Grundschulkinder im Hort betreut werden können.
       
       Klappt es wieder? Beflügelt vom Erfolg des Kita-Volksbegehrens 2009 haben
       Eltern erneut Unterschriften gesammelt, um beim Senat mehr Geld für die
       Bildung locker zu machen - dieses Mal für mehr Hortbetreuung an
       Grundschulen. Nach sechs Sammel-Monaten gaben die Initiatoren am Dienstag
       über 28.000 Unterschriften ab. Sind 20.000 davon gültig, kann ein
       Volksbegehren starten, um einen Volksentscheid erzwingen. Dazu sind in
       einer zweiten Runde 170.000 Unterschriften nötig.
       
       Burkhard Entrup, Chef des Landeselternausschusses Kita, trägt die Mühen der
       vergangenen Monate sprichwörtlich am Leibe. Ausgewaschen ist sein T-Shirt
       mit dem einstmals tiefroten Logo der Initiative. Nach seinem Willen und dem
       vieler anderer Eltern sollen alle Grundschüler den Hort und seine Angebote
       nutzen können. Derzeit ist das nur nach einer "Bedarfsprüfung" möglich. Die
       klärt ab, ob sich Eltern, etwa wegen ihrer Jobs, nicht selbst um die Kinder
       kümmern können.
       
       Außerdem soll die Hortbetreuung nicht länger auf die ersten vier Schuljahre
       begrenzt sein. Das sei umso unsinniger, da das neue Schulgesetz ab der 7.
       Klasse ein Ganztagsangebot vorsieht. Auch Schulpolitiker sprechen von einer
       "Hortlücke".
       
       Entrup sieht bei allen fünf Parteien im Abgeordnetenhaus ein Stück Rückhalt
       für seine Forderungen. Der geht aber bislang nicht so weit, das Anliegen zu
       übernehmen, das Kosten zwischen 99 und 131 Millionen Euro verursachen
       würde. Zu stark ist der Spardruck im Haushalt, der in diesem Jahr nur durch
       mehr als zwei Milliarden Schulden zu finanzieren ist.
       
       2009 hatten der Landeselternausschuss Kita trotz knapper Kasse Erfolg. Für
       seine Forderung nach mehr Kita-Personal gab es gleich in der ersten Runde
       über 58.000 gültige Unterschriften. Angesichts dieses Rückhalts galt ein
       erfolgreicher Volksentscheid als sicher. Der Senat übernahm daher die
       Forderungen, ohne dass es zur Abstimmung kam.
       
       Bei Thema Grundschule ist die Lage etwas anders: Die erste Hürde ist zwar
       offenbar genommen, aber weniger klar als beim Thema Kita. Die Initiatoren
       begründen das mit dem vom Senat festgelegten Sammelzeitraum, in den auch
       die Sommerferien gefallen sind. Man habe erst überlegt, dagegen zu klagen,
       sagt Entrups Mitstreiter Christian Johne.
       
       Johne will die Forderung nach umfassender Betreuung ausdrücklich nicht als
       staatlichen Hortzwang verstanden wissen. "Wir wollen nicht, dass man
       gezwungen wird, ein Angebot anzunehmen", sagte Johne der taz, "aber man
       muss die Möglichkeit haben".
       
       30 Nov 2010
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Stefan Alberti
       
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