# taz.de -- Die Postenverteilung gehen weiter: Die zweite Reihe nimmt Gestalt an
> CDU und SPD besetzen jetzt die 22 Staatssekretärsposten. Bislang sind
> keine Überraschungen in Sicht.
(IMG) Bild: Bewährter Mann an Wowereits Seite, sicher als Staatssekretär gesetzt: Christian Gaebler (re.)
Nominell bilden sie die zweite Reihe. Doch innerhalb der Senatsverwaltungen
spielen die Staatssekretäre manchmal eine wichtigere Rolle als die
SenatorInnen, die heute im Abgeordnetenhaus vereidigt werden. Bei CDU und
SPD sind jetzt erste Namen für die insgesamt 22 Posten durchgesickert.
So soll etwa Björn Böhning (SPD), bislang Klaus Wowereits Mann für
strategische Planung im Roten Rathaus, Chef der Senatskanzlei werden, kurz
CdS. Diese Position ist zentral: Der CdS - der dem Staatskanzleichef
anderer Bundesländer entspricht - koordiniert die Senatsverwaltungen,
leitet die Sitzungen der Staatssekretäre und gilt als die Schaltstelle der
Landesregierung. Dass Böhning den Job übernimmt, kommt etwas überraschend:
Anfang November noch hatte er sein Amt als Bundessprecher des linken
SPD-Flügels niedergelegt. "Ende Januar werde ich Vater", schrieb er da in
einer Mitteilung an die Parteilinke, "ich will auch erleben, wie mein Kind
heranwächst".
Als sicher gilt: Der bisherige parlamentarische Geschäftsführer der
SPD-Fraktion, Christian Gaebler, wird Staatssekretär in der
Senatsverwaltung für Stadtentwicklung. Auch wenn Gaebler in Charlottenburg
bei der Abgeordnetenhauswahl seine Wiederwahl knapp verpasste, ist seine
Ernennung nicht als Versorgung anzusehen: Gaebler war der erfahrenste
Verkehrspolitiker seiner Fraktion und soll sich auch als Staatssekretär um
diesen Bereich kümmern.
## Bildung: drei statt zwei
Drei statt bislang zwei Staatssekretäre hat die Verwaltung der neuen
Senatorin für Bildung, Jugend und Wissenschaft, Sandra Scheeres. Da deren
Kompetenzen schwerpunktmäßig in der Jugendpolitik liegen, wäre naheliegend,
dass sie auf die Erfahrung der bisherigen Staatssekretäre für Bildung und
Wissenschaft baut und sie im Amt belässt.
Bei der CDU ist klar, wer Parteichef und Innensenator Frank Henkel in
dessen Verwaltung unterstützt: Bernd Krömer, bisher Stadtrat in
Tempelhof-Schöneberg und als CDU-Generalsekretär Henkels rechte Hand, sowie
der Charlottenburger Kreischef Andreas Statzkowski für den Bereich Sport,
der ebenfalls zur Innenverwaltung gehört.
Mario Czaja (CDU) will als Senator für Gesundheit und Soziales angeblich
den früheren Neuköllner Stadtrat Michael Büge und die Familien- und
Sozialpolitikerin Emine Demirbüken-Wegner zu seinen Staatssekretären
machen. Demirbüken-Wegner war selbst für den Posten einer Senatorin für
Arbeit, Integration und Soziales im Gespräch - diese Ressorts gingen nun
aber großenteils an die SPDlerin Dilek Kolat. Mit Demirbüken-Wegner als
Staatssekretärin könnte die CDU zumindest in der zweiten Regierungsreihe
eine Migrantin aufweisen.
Weithin offen ist, mit wem die künftige Senatorin für Wirtschaft,
Technologie und Forschung zusammenarbeiten wird, Sybille von Obernitz. Die
ist parteilos, muss einen guten Teil der CDU-Oberen erst kennen lernen und
will sich erst einmal die möglichen Kandidaten ansehen.
Staatssekretäre verdienen in Berlin monatlich 7.700 Euro. Das liegt
zwischen einer Abgeordnetendiät von 3.200 Euro und einem Senatorensalär von
10.500 Euro.
30 Nov 2011
## AUTOREN
(DIR) Stefan Alberti
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