# taz.de -- Kommentar zu neuem Senat: Parteilose und alte Kämpen
> Das Personaltableau der rot-schwarzen Koalition steht - und es entspricht
> ziemlich genau dem Geist der rot-schwarzen Koalitionsverhandlungen.
(IMG) Bild: Bewährter Mann an Wowereits Seite, sicher als Staatssekretär gesetzt: Christian Gaebler (re.)
Das Personaltableau der rot-schwarzen Koalition steht - und es entspricht
ziemlich genau dem Geist der rot-schwarzen Koalitionsverhandlungen. Viel
Neues wird den BerlinerInnen da nicht geboten, aber immerhin ist es frisch
verpackt. Damit verbunden gilt die Warnung: Trotz der eindeutigen
Vorzeichen sollte man nicht jetzt schon einschlafen und die kommenden fünf
Jahre im Dämmerzustand verbringen - die Nadelstiche werden kommen. Und
einige Schmankerl auch.
Denn ein paar Überraschungen gibt es ja doch: Die CDU traut sich, eine
parteilose Frau zur Wirtschaftssenatorin zu machen. Nicht schlecht - auch
wenn es eher die blanke Not war, überhaupt eine Frau auf Union-Ticket zu
kriegen. Sybille von Obernitz hat sich zudem in ihrem bisherigen Job mit
Bildung beschäftigt. Man darf gespannt sein, wie sie sich zum einem mit
ihrem parteibuchlosen Kollegen - Wiederfinanzsenator Ulrich Nußbaum -
verträgt. Und ob sie zum anderen ab und an ein paar Worte zu Kitas und
Schulen verlieren wird. Bei diesem zentralen Thema hätte die CDU im
Koalitionsvertrag gern mehr gepunktet. Zugleich gilt die neue
Bildungssenatorin, die Pankower SPD-Abgeordnete Sandra Scheeres, als bisher
wenig auffällig.
## Garde der Nebenregenten
Es gibt noch einen potenziellen Nebenregenten im Senat. Michael Braun wird
für die CDU Justizsenator - eine Position, die er wohl nicht unbedingt
wollte und auf der er schwerlich politisch punkten kann. Braun war bisher
kulturpolitischer Sprecher seiner Fraktion: Mal sehen, ob er jeden
Soloauftritt des Kultursenators Klaus Wowereit sang- und klanglos hinnimmt.
Der Regierende Bürgermeister wiederum hat es genossen, die Auswahl der
SPD-SenatorInnen allein vorzunehmen - und die Medien an der Nase
herumzuführen. Für Wowereit, inzwischen der Älteste im Senat, wird die
dritte Amtszeit eine echte Herausforderung: Will er nicht ewig Regierender
bleiben, muss er einen Nachfolger aufbauen. Und zurückstecken. Das war
bisher nicht seine Stärke.
28 Nov 2011
## AUTOREN
(DIR) Bert Schulz
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