# taz.de -- Wikipedia-Stiftung klagt gegen NSA: Lexikon gegen Geheimdienst
       
       > Die Stiftung hinter Wikipedia will vor Gericht ein Ende der
       > Massenüberwachung durch den US-Geheimdienst NSA durchsetzen.
       
 (IMG) Bild: Mal kein Glasfaserkabelbild – ein Glasfaserkabelrohrbild!
       
       SAN FRANCISCO dpa | Die Stiftung hinter dem Online-Lexikon Wikipedia klagt
       gegen den US-Geheimdienst NSA. Die Internet-Überwachung der NSA verletzte
       die Rechte von Wikipedia-NutzerInnen, [1][schrieb Gründer Jimmy Wales] am
       Dienstag in der New York Times.
       
       Die NSA spioniere Informationen aus, die über die Glasfaserkabel des
       Internets laufen. Der Geheimdienst könne so nachverfolgen, was Menschen auf
       Wikipedia lesen und schreiben – etwa welche Artikel die NutzerInnen
       aufrufen oder über welche Fragen die freiwilligen MitschreiberInnen
       diskutieren.
       
       „Diese Aktivitäten sind sensibel und privat: Sie können alles über die
       politischen und religiösen Überzeugungen einer Person verraten, über ihre
       sexuelle Orientierung oder ihre Krankheiten“, schrieb Wikipedia-Gründer
       Wales gemeinsam mit Lila Tretikov. Sie leitet die [2][Wikimedia-Stiftung].
       Die Stiftung betreibt neben der Wikipedia auch andere Projekte wie
       Wikidata.
       
       Wikimedia werde die Klage gemeinsam mit anderen Bürgerrechtsgruppen wie der
       amerikanischen [3][American Civil Liberties Union] einreichen. Sie wollen
       ein Ende der massenhaften Internet-Überwachung der NSA erstreiten.
       
       Durch die Zusammenarbeit der NSA mit anderen Geheimdiensten könnten
       MitschreiberInnen in anderen Ländern gefährdet werden, die sich kritisch
       gegenüber ihrer Regierung äußern, schrieben Tretikov und Wales. Die
       Wikipedia-Schreiber sollten an dem Online-Lexikon mitarbeiten können, ohne
       sich Sorgen über Überwachung machen zu müssen.
       
       In den USA laufen bereits mehrere Klagen gegen die NSA-Spionage. Vor allem
       Bürgerrechtler wollen die Überwachungsprogramme stoppen. Ein Hindernis ist,
       dass die KlägerInnen nachweisen müssen, dass sie speziell überwacht wurden.
       
       Wikimedia leitet ihre Forderungen von Berichten über die NSA-Dokumente aus
       dem Fundus des Informanten Edward Snowden ab. Darin heißt es, die NSA könne
       „fast alles, was ein typischer Nutzer im Internet tut“, nachverfolgen.
       
       10 Mar 2015
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] http://www.nytimes.com/2015/03/10/opinion/stop-spying-on-wikipedia-users.html?_r=1
 (DIR) [2] http://wikimediafoundation.org/wiki/FAQ/en
 (DIR) [3] http://www.aclu.org/
       
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