# taz.de -- Panzer für die Ukraine: Geländegewinne im Inneren
       
       > Frankreichs Präsident Macron inszeniert sich mit Panzerlieferungen. Davon
       > profitieren auch jene, die Kanzler Scholz hierzulande Zögerlichkeit
       > vorwerfen.
       
 (IMG) Bild: Der französische Präsident Emmanuel Macron, hier bei seiner Neujahrsansprache im Élysée-Palast
       
       Eins muss man [1][Emmanuel Macron] lassen: Wenn es um Inszenierung geht,
       ist der französische Präsident dem deutschen Bundeskanzler haushoch
       überlegen. Während Olaf Scholz das Image des Zauderers nicht los wird,
       lässt Macrons Ankündigung, der Ukraine irgendwann eine nicht näher
       bezifferte Zahl ausgemusterter oder vor der Ausmusterung stehender
       Spähpanzer des Auslaufmodells AMX-10 RC zu liefern, nicht nur den
       ukrainischen Präsidenten Wolodimir Selenski von einer „Führungsrolle“
       Frankreichs und einem „neuen Level“ der militärischen Unterstützung
       schwärmen.
       
       Auch wenn er es besser weiß, sind Selenskis überschwängliche Dankesworte
       verständlich. Dass die Ukraine Interesse an jeglichem Militärgerät hat, mit
       dem es der russischen Aggression widerstehen kann, ist nachvollziehbar. Das
       gilt auch für Selenskis unablässiges Bemühen, Druck auf die westlichen
       Staaten auszuüben, dem angegriffenen Land mehr und bessere Waffen zu
       liefern.
       
       Von einer „Führungsrolle“ Frankreichs kann gleichwohl nicht die Rede sein.
       Gemessen an den militärischen Fähigkeiten und der Wirtschaftskraft zeigt
       sich die Macron-Regierung vielmehr äußerst zurückhaltend. Mit
       [2][Rüstungslieferungen] im Wert von 472 Millionen Euro rangiert sie weit
       hinter denen der USA, Großbritanniens und auch Deutschlands, das auf 2,24
       Milliarden Euro kommt. Trotzdem erwecken jetzt die üblichen Verdächtigen
       aus den Reihen der Union, der FDP und der Grünen gleich wieder den
       Eindruck, als unterstütze Deutschland im Gegensatz zu Frankreich die
       Ukraine nur unzureichend.
       
       So nutzen der Militärexperte h. c. Anton Hofreiter oder die notorische
       [3][Marie-Agnes Strack-Zimmermann] den Anlass, von Scholz die Lieferung von
       Leopard-2-Panzern zu fordern. Dabei dürften sie wissen, dass auch
       Frankreich weiterhin keinen vollwertigen Kampfpanzer liefern will. Der
       französische Leclerc bleibt der Ukraine aus gutem Grund ebenso weiter
       vorenthalten wie der US-amerikanische Abrams-Tank M1A2. Aber was bringt
       schon Besonnenheit, wenn es um innenpolitische Geländegewinne geht.
       
       6 Jan 2023
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] /-Nachrichten-im-Ukraine-Krieg-/!5906977
 (DIR) [2] /Deutsche-Ruestungsindustrie-expandiert/!5902859
 (DIR) [3] /Portraet-Anton-Hofreiter/!5901694
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Pascal Beucker
       
       ## TAGS
       
 (DIR) Panzer
 (DIR) Schwerpunkt Krieg in der Ukraine
 (DIR) Marie-Agnes Strack-Zimmermann
 (DIR) Olaf Scholz
 (DIR) Schwerpunkt Frankreich
 (DIR) Waffenlieferung
 (DIR) Schwerpunkt Emmanuel Macron
 (DIR) Schwerpunkt Krieg in der Ukraine
 (DIR) Schwerpunkt Krieg in der Ukraine
 (DIR) Schwerpunkt Krieg in der Ukraine
 (DIR) Ampel-Koalition
       
       ## ARTIKEL ZUM THEMA
       
 (DIR) Schützenpanzer für die Ukraine: Der Weg zu Verhandlungen
       
       Berlins Lieferung von Panzern ist richtig und mit Washington und Paris
       abgesprochen. Kiew kann nur auf Augenhöhe mit Moskau über Frieden
       verhandeln.
       
 (DIR) +++ Nachrichten im Ukraine-Krieg +++: Kiews Soldaten kämpfen weiter
       
       Die Ukraine ignoriert die von Russland einseitig erklärte Waffenruhe.
       Russland wertet Deutschlands Zusage der Panzerlieferung als Eskalation des
       Konflikts.
       
 (DIR) Porträt Anton Hofreiter: Er erfindet sich neu
       
       Vor einem Jahr war der Grüne Hofreiter der große Verlierer der neuen
       Ampelkoalition. Dann begann der Krieg in der Ukraine.
       
 (DIR) Selenski reist in die USA: Patriot-Raketen abgesegnet
       
       Der ukrainische Präsident bekommt in den USA die persönliche Zusage für die
       Luftabwehr. Russland sieht darin eine Provokation.
       
 (DIR) Ein Jahr Ampel-Kanzler: „Etwas lauter bitte, Olaf“
       
       Auch nach einem Jahr im Amt bleibt Olaf Scholz für viele schwer greifbar.
       Das öffentliche Urteil ist verhalten, Koalitionspartner aber sind
       zufrieden.