# taz.de -- Demowelle gegen Rechtsextremismus: Siebtes Wochenende – 100 Demos
       
       > Inzwischen hat es bundesweit mehr als 1.150 Demos gegen rechts mit 3,5
       > Millionen Teilnehmenden gegeben. Unsere Karte zeigt weitere 100 Demos am
       > Wochenende.
       
 (IMG) Bild: Protest gegen die AfD in Thüringen, Nordhausen am 20.02.2024
       
       Berlin taz | Auf der Nordseeinsel Pellworm ist für Samstag eine
       Lichteraktion geplant, für Frieden und Demokratie und gegen diejenigen, die
       diese Werte infrage stellen. „Bringt bitte alles mit, was leuchtet und auch
       von den Halligen aus gesehen werden kann“, [1][heißt es im Aufruf] mehrerer
       politischer Parteien. „Wir möchten ein bewusstes Zeichen gegen Intoleranz,
       Ausgrenzung und Aushöhlung demokratischer Werte setzen.“
       
       Pellworm geht mit der Demonstration in eine – inzwischen lange – Liste von
       Orten bundesweit ein, an denen in den vergangenen Wochen gegen
       Rechtsextremismus und für ein vielfältiges Deutschland demonstriert wurde.
       An diesem Wochenende sind erneut 100 Demonstrationen und Kundgebungen
       geplant.
       
       Am 25.02.2024 wird auch die taz bei der Demo in Hamburg vor Ort sein.
       #WirSindDieBrandmauer. [2][Hier entlang für die besten Demoschilder zum
       Ausdrucken!]
       
       Auslöser für die Protestwelle waren [3][Enthüllungen des Recherchezentrums
       Correctiv] über ein Treffen von Neonazis Ende November, an dem einige
       Politiker der in bedeutenden Teilen rechtsextremen AfD sowie einzelne
       Mitglieder der CDU und der rechtsradikalen Werteunion in Potsdam
       teilgenommen hatten. Dabei ging es auch um Pläne, nichtweiße Menschen und
       Menschen mit ausländischen Wurzeln auszubürgern und zu vertreiben.
       
       Ein Vortrag kam dabei von dem Neonazi Martin Sellner, der offenbar noch am
       Freitagabend in einem Neonazi-Treffpunkt in Chemitz erwartet wird. Dagegen
       hat das [4][Bündnis „Chemnitz nazifrei“ zum Protest aufgerufen]. Größere
       Demos sind an diesem Wochenende außerdem in Dresden, Hamburg, Potsdam und
       Stuttgart geplant.
       
       In Eisleben, Sachsen-Anhalt, ist ebenfalls Protest geplant. Dort hatte die
       AfD – die in Sachsen-Anhalt vom Verfassungsschutz als gesichert
       rechtsextrem eingestuft wird – im Kreistag kürzlich [5][gegen Finanzhilfen
       für das örtliche Theater] gestimmt. Die Begründung: MitarbeiterInnen hatten
       Ende Januar im nahegelegenen Sangerhausen gegen Rechtsextremismus
       protestiert. Die Hilfen wurden auch ohne die Stimmen der Rechtsextremen
       verabschiedet.
       
       ## 3,5 Millionen Menschen demonstrieren bundesweit
       
       Inzwischen konnten wir Zahlen für etwa 1.150 Demos gegen Rechts in ganz
       Deutschland dokumentieren. Insgesamt gingen dabei 3,5 Millionen Menschen
       auf die Straße. Als neue Anlässe dienten auch immer wieder Gedenktage wie
       das Gedenken der Holocaust-Opfer am 27. oder Januar oder der Opfer des
       rechtsextremen Anschlags in Hanau 2020 am 19. Februar.
       
       Am vergangenen Wochenende gab es so mehr als 125 Demos bundesweit, viele
       davon aus Anlass des Hanau-Gedenkens. Dabei gingen nach unserer Zählung
       [6][mindestens 180.000 Menschen auf die Straße]. Zum bisherigen Höhepunkt
       der Proteste Ende Januar waren an den Wochenenden Hunderttausende Menschen
       auf der Straße, allein am Wochenende vom 19. Januar mehr als eine Million.
       
       ## Demos gegen den Angriffskrieg gegen die Ukraine
       
       Am Samstag jährt sich der völkerrechtswidrige Angriff Russlands auf die
       gesamte Ukraine zum zweiten Mal. Auch zu diesem Anlass finden zahlreiche
       Veranstaltungen statt. In Berlin sind für den Samstag mehrere
       Demonstrationen gegen Russland und Präsident Wladimir Putin sowie zur
       Solidarität mit den Menschen in der Ukraine angekündigt. Einige
       Veranstaltungen sind im Umfeld der russischen Botschaft Unter den Linden in
       Berlin-Mitte geplant.
       
       Der [7][Ukraine-Solidaritätsverein Vitsche wollte bei seiner Demonstration
       am Samstag] eine Stunde lang Fotos und Videos vom Krieg auf die Botschaft
       projizieren. Die Polizei hatte dies verboten, das Oberverwaltungsgericht
       Berlin-Brandenburg das Verbot bestätigt. Vitsche will nun das
       Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe einschalten und dort eine
       Eilentscheidung erreichen. (mit dpa)
       
       Seit Januar sammeln wir die Termine für die aktuellen Demonstrationen gegen
       Rechtsextremismus – unter anderem über die Mail-Adresse
       [8][demohinweise@taz.de]. Inzwischen haben uns mehr als 650 Hinweise
       erreicht. Diese Liste bildet die Basis für unsere Analyse, die
       verarbeiteten Daten können aus unseren Grafiken heruntergeladen und frei
       verwendet werden. Wir freuen uns über Hinweise auf Fehler und veraltete
       Informationen und korrigieren diese gerne.
       
       23 Feb 2024
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] https://www.gemeinde-pellworm.de/2024/02/14/licht-ins-dunkle-bringen-uthlande-f%C3%BCr-frieden-und-demokratie/
 (DIR) [2] /Aufruf-zur-Demonstration-am-2502/!vn5993999/
 (DIR) [3] https://correctiv.org/aktuelles/neue-rechte/2024/01/10/geheimplan-remigration-vertreibung-afd-rechtsextreme-november-treffen/
 (DIR) [4] https://www.nd-aktuell.de/artikel/1180222.identitaere-protest-gegen-sellner-vortrag-in-chemnitz.html
 (DIR) [5] https://www.mz.de/lokal/eisleben/demo-gegen-rechts-afd-stimmt-gegen-hilfen-fuer-drohend-insolventes-theater-eisleben-3788464
 (DIR) [6] /Demos-gegen-Rechtsextremismus/!5992899
 (DIR) [7] https://vitsche.org/event/victoryforpeace-solidaritaetsdemonstration-frieden-verteidigen/
 (DIR) [8] /demohinweise@taz.de
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Sean-Elias Ansa
 (DIR) Lalon Sander
       
       ## TAGS
       
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