# taz.de -- Aus Furcht vor Invasion durch China: Taiwan drängt auf US-Waffenlieferungen – und Souveränität
       
       > Donald Trump eiert nach seinem China-Besuch in der Taiwan-Frage weiter
       > herum und warnt den Inselstaat vor der „Unabhängigkeit“. Die Regierung in
       > Taipeh reagiert irritiert.
       
 (IMG) Bild: Instrumente der Abschreckung: Panzerfahrzeug und Raketenabschussvorrichtung in Taiwan
       
       afp/taz | Taiwan pocht weiter auf seine Souveränität – ungeachtet der
       Warnung von US-Präsident Donald Trump an den Inselstaat, sich formal für
       unabhängig von China zu erklären. Taiwan sei „eine souveräne und
       unabhängige demokratische Nation und der Volksrepublik China nicht
       untergeordnet“, erklärte das Außenministerium in Taipeh am Samstag. Dabei
       verwies es darauf, dass die USA seit Trumps Amtsantritt wiederholt
       bekräftigt hätten, dass ihre Politik gegenüber der selbstverwalteten Insel
       „unverändert“ bleibe.
       
       Mit der Erklärung reagierte Taipeh auf Äußerungen von Trump nach dessen
       Besuch in China. Nach dem Abschluss seiner Reise hatte Trump gesagt, dass
       er [1][in der sogenannten Taiwan-Frage] keinen militärischen Konflikt mit
       China eingehen wolle. „Wir suchen keinen Krieg“, sagte Trump am Freitag dem
       Sender Fox News. Wenn der Status quo in Taiwan erhalten bleibe, werde China
       damit einverstanden sein.
       
       Zugleich warnte der US-Präsident Taiwan davor, offiziell die Unabhängigkeit
       von China auszurufen – wofür es allerdings in Taipeh keine Pläne gibt. „Wir
       wollen nicht, dass jemand sagt: ‚Lasst uns unabhängig werden, weil die
       Vereinigten Staaten hinter uns stehen‘“, sagte der US-Präsident. Damit gab
       Trump auch die chinesische Sichtweise wieder. Chinas Staatschef Xi Jinping
       hatte nach den Worten des US-Präsidenten gesagt, er wolle „keinen
       Unabhängigkeitskampf“ in Taiwan sehen.
       
       Trump hatte [2][von Mittwoch bis Freitag China besucht]. Es war der erste
       Besuch eines US-Präsidenten in der Volksrepublik seit zehn Jahren.
       Dominiert wurde der Gipfel von der Warnung Pekings in der Taiwan-Frage.
       
       ## Trump hält Taiwan erst mal hin
       
       China betrachtet die seit dem Ende des chinesischen Bürgerkriegs zwischen
       den Kommunisten und den Truppen der Kuomintang 1949 selbstverwaltete Insel
       Taiwan als abtrünnige Provinz, [3][die notfalls mit militärischen Mitteln
       wieder mit dem Festland vereint werden soll]. Washington erkennt Taiwan
       zwar nicht offiziell an, ist jedoch der wichtigste militärische
       Unterstützer der Insel. Trump sagte, er werde in Kürze über neue
       Waffenlieferungen an Taiwan entscheiden – die China ablehnt.
       
       Taiwans Außenministerium reagierte auch auf diese Äußerung Trumps. Es
       verwies darauf, dass US-Waffenverkäufe nicht nur „Teil der
       Sicherheitsverpflichtung Washingtons“ gegenüber der demokratischen Insel
       seien, sondern auch „eine Form der gemeinsamen Abschreckung gegen regionale
       Bedrohungen“.
       
       16 May 2026
       
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