# taz.de -- +++ Protesttag in Frankreich +++: Ausschreitungen bei Protesten in Paris
       
       > Die Polizei in Paris und weiteren französischen Städten geht mit
       > Schlagstöcken und Tränengas gegen Demonstrierende vor. Landesweit
       > beteiligen sich Hunderttausende an Protesten.
       
 (IMG) Bild: Erneut kam es in Paris zu Ausschreitungen
       
       19.29 Uhr: Zusammenstöße in Paris und anderen Städten 
       
       Am Abend gab es in Paris Ausschreitungen, wie Reporter der
       Nachrichtenagentur AFP berichteten. Die Einsatzkräfte der Polizei setzten
       Schlagstöcke und Tränengas gegen Demonstrierende ein, nach Behördenangaben
       kam auch ein Wasserwerfer zum Einsatz.
       
       Vor der Eskalation in Paris hatte die Polizei bereits in mehreren anderen
       französischen Städten Tränengas gegen Demonstrierende eingesetzt.
       AFP-Journalisten beobachteten dies etwa in Lille, Montpellier und Toulouse.
       
       Im westfranzösischen Nantes durchbrachen tausende Demonstrierende die
       Reihen der Polizei, um ins Stadtzentrum vorzudringen. Die Einsatzkräfte
       versuchten, sie mit Tränengas und Wasserwerfern zu stoppen. Einige am Rand
       der Menge schleuderten Feuerwerkskörper und andere Wurfgeschosse in
       Richtung der Polizisten.
       
       Auch in Nizza setzte die Polizei Wasserwerfer ein. In Lyon trieb sie mit
       Tränengas etwa 1000 Demonstrierende auseinander. Im südfranzösischen
       Marseille endete ein Protestmarsch hingegen ohne größere Zwischenfälle.
       Geschäftsinhaber in Paris und anderen Städten hatten vorab ihre
       Schaufenster mit Holzplatten geschützt, um Plünderungen zu verhindern.
       
       In Orléans protestierten am Samstag nach Behördenangaben mehr als 10.000
       Menschen gegen den Parteitag des rechtspopulistischen Rassemblement
       National (RN). Die Organisatoren sprachen von 26.000 Menschen. Rund 50
       politische Parteien, Gewerkschaften und Verbände hatten zu der
       Demonstration „gegen Rassismus, Faschismus und Imperialismus“ aufgerufen.
       Sechs Monate vor der Präsidentschaftswahl liegt RN-Kandidatin Marine Le Pen
       in den Umfragen vorn.
       
       Die Gewerkschaft CGT sprach am frühen Abend von landesweit fast 800.000
       Protestteilnehmern. Allein in Paris seien 250.000 Menschen auf die Straße
       gegangen. Das Innenministerium sprach von 410.000 Protestteilnehmern
       landesweit, davon 110.000 in der Hauptstadt. Vor einer Woche hatten demnach
       550.000 Menschen in Frankreich demonstriert. (afp)
       
       17.54 Uhr: Polizei setzt bei Protesten in Brüssel Tränengas ein 
       
       Die ‌belgische Polizei hat am Samstag in Brüssel bei Zusammenstößen mit
       regierungskritischen Demonstranten Tränengas und Pfefferspray eingesetzt.
       Hunderte zumeist junge Teilnehmer waren auf die Straße gegangen, ‌um
       bessere Bedingungen und mehr Geld für das Bildungssystem zu fordern.
       Zugleich warfen sie den Beamten unverhältnismäßige Gewalt vor. Augenzeugen
       sagten der Nachrichtenagentur Reuters, Protestierende seien vor den
       Einsatzkräften geflüchtet. Einige seien dabei zu ‌Boden gestürzt, Beamte
       hätten auf einen von ihnen eingeschlagen. Die Proteste fielen ⁠den Angaben
       zufolge deutlich kleiner und weniger gewalttätig aus als ähnliche
       Demonstrationen in der ‌vergangenen Woche in ‌Belgien und ⁠im Nachbarland
       Frankreich. (rtr)
       
       17.40 Uhr Massive Polizeipräsenz bei Protesten in Frankreich 
       
       Unter massiver Polizeipräsenz haben am Samstag in Frankreich Zehntausende
       Menschen gegen die Regierung demonstriert. Während es in mehreren Städten
       zu Ausschreitungen kam, fielen die Proteste insgesamt deutlich weniger
       heftig aus als vor einer Woche. In Paris blieb es bei der Hauptkundgebung
       weitgehend friedlich. In Marseille und Lyon lieferten sich vermummte
       Jugendliche jedoch Auseinandersetzungen mit der Polizei. In
       Clermont-Ferrand, Grenoble, Lille und Nizza setzten die Beamten Tränengas
       ein. In Nizza kam zudem ein Wasserwerfer zum Einsatz, ‌nachdem
       Demonstranten eine Aufforderung zur Räumung ignoriert hatten.
       
       Innenminister Laurent Nuñez hatte landesweit 70.000 Polizisten mobilisiert,
       10.000 mehr als vor einer Woche. Bis zum frühen Nachmittag seien 135
       Menschen festgenommen worden, teilte er mit. Vielen Festnahmen seien
       präventive Durchsuchungen vorausgegangen, bei denen Feuerwerkskörper,
       Kugellager und andere potenzielle Waffen gefunden worden seien. „Wir müssen
       extrem schnell reagieren“, sagte Nuñez. Er warf linksextremen Gruppen und
       Kriminellen vor, Gewalt zu schüren.
       
       In der Hauptstadt zogen nach Polizeiangaben Zehntausende Menschen friedlich
       durch die Straßen. Sie warfen Präsident Emmanuel Macron vor, Ausgaben für
       staatliche Leistungen zu kürzen und die wachsende Ungleichheit nicht zu
       bekämpfen. Die Route war erst nach einem Rechtsstreit festgelegt worden:
       Die Polizei hatte die Organisatoren in letzter Minute aus dem Zentrum an
       den südöstlichen Rand der Hauptstadt ‌verwiesen, um Geschäftsviertel zu
       schützen. Der Linkspolitiker Jean-Luc Mélenchon schloss sich dem Protestzug
       an und lobte die „großartige Massendemonstration kollektiver Disziplin“. Er
       drohte mit wöchentlichen Protesten, sollte Macron die soziale Misere nicht
       angehen. „Es ist noch Zeit für ihn nachzugeben“, sagte Melenchon. Danach
       bleibe ihm ⁠nur noch der Rücktritt. (rtr)
       
       ## Protest in Paris
       
       Unter massiver Polizeipräsenz haben am Samstag die ersten Proteste in
       Frankreich begonnen. Der Beginn der Hauptkundgebung in Paris verlief
       friedlich. In der drittgrößten französischen Stadt Lyon setzte die Polizei
       allerdings Tränengas gegen die Menschenmenge ein. (rtr)
       
       ## Frankreichs Studierende fordern mehr Studienplätze und Förderung
       
       Studierendengruppen in Frankreich fordern in einem gemeinsamen
       Zehn-Punkte-Plan 250.000 zusätzliche Studienplätze und ein Ende der Auswahl
       über das nationale Zulassungssystem Parcoursup. Zudem müsse es mehr
       Lehrkräfte und Reparaturen an Schulen und Hochschulen geben. Die monatliche
       Studienförderung solle um 200 Euro steigen, für öffentliche
       Studierendenwohnheime solle auf Mieterhöhungen verzichtet werden.
       
       Schülervertreter berichteten nach einem Treffen mit Präsident Emmanuel
       Macron am Freitag, er habe eine grundlegende Überarbeitung der
       Hochschulzulassung zugesagt. Sie riefen jedoch dazu auf, die Proteste bis
       zur Ankündigung konkreter Maßnahmen fortzusetzen. (ap)
       
       ## Polizei droht an der Bastille mit Bußgeldern
       
       Die Polizei in Paris hat Menschen zum Verlassen des Place de la Bastille
       aufgefordert. Wer den ursprünglich geplanten Startpunkt eines
       Protestmarsches am Samstag nicht verlasse, müsse mit einem Bußgeld von 135
       Euro rechnen, teilten Polizisten per Megafon mit. Die Polizei hatte die
       ursprünglich genehmigte Route am Freitag geändert und den Demonstrationszug
       vom Osten der Pariser Innenstadt an den südöstlichen Stadtrand verlegt.
       Statt von der Bastille zum Place de la Nation soll der Marsch entlang der
       äußeren Stadtgrenze von der Porte d’Italie zur Porte de Vincennes führen.
       (ap)
       
       ## Tränengas und Blendgranaten gegen Demonstrierende in Clermont-Ferrand
       
       Die Polizei hat bei Protesten in Clermont-Ferrand französischen
       Medienberichten zufolge Tränengas und Blendgranaten eingesetzt. Damit habe
       sie Demonstrierende bei deren Versuch zurückgedrängt, ins Stadtzentrum zu
       gelangen. Clermont-Ferrand ist die Hauptstadt des Départements Puy-de-Dôme.
       (ap)
       
       ## Protest gegen extreme Rechte in Orléans endet friedlich
       
       Eine Demonstration gegen die extreme Rechte in Orléans ist französischen
       Medienberichten zufolge am frühen Samstagnachmittag friedlich zu Ende
       gegangen. Tausende Menschen beteiligten sich an dem Protest, der parallel
       zu einem zweitägigen Parteitag der einwanderungsfeindlichen Partei
       Rassemblement National von Marine Le Pen in der südwestlich von Paris
       gelegenen Großstadt stattfand. Rund 50 Organisationen hatten zu dem Protest
       aufgerufen. Zu den Organisatoren gehörten Gewerkschaften, linke Parteien
       sowie Studierenden- und Antirassismusgruppen. (ap)
       
       ## Protesttag in Frankreich: 135 Personen festgenommen
       
       Vor Beginn der großen Demonstrationszüge in Städten wie Paris hat die
       Polizei nach Angaben von Frankreichs Innenminister Laurent Nuñez bis 13 Uhr
       bereits 135 Menschen festgenommen. Dabei gab es bisher keine größeren
       Zwischenfälle, wie Nuñez vor der Presse am Mittag sagte. Zuvor hatte er den
       Einsatz von 70.000 Beamten auf den Straßen angekündigt. In der Region Paris
       wurden nach Angaben des Innenministers mehr als 1.000 Kontrollen
       durchgeführt. Dabei seien viele gefährliche Gegenstände sichergestellt
       worden – Boule-Kugeln, Schleudern und auch eine Softair-Waffe. Die
       Kontrollen seien „extrem produktiv“, sagte Nuñez. Man bleibe äußerst
       vorsichtig, und sei noch weit vom Ende des Tages entfernt.
       
       Den [1][seit Wochen für eine bessere Ausstattung von Schulen
       demonstrierenden jungen Leute] haben sich weitere Gruppen angeschlossen,
       unter anderem um gegen zu hohe Lebenshaltungskosten zu demonstrieren. Wegen
       [2][befürchteter Ausschreitungen und Plünderungen], wie sie am vergangenen
       Wochenende am Rande der Kundgebungen stattgefunden hatten, gab es in
       mehreren Städten Versammlungsverbote für bestimmte Zonen sowie
       Ausgangssperren. (dpa)
       
       ## Viele Kontrollen zu Beginn von Protesttag in Frankreich
       
       Zu Beginn des Protesttages in Frankreich hat die Polizei zahlreiche
       Menschen kontrolliert. Die Polizeipräfektur von Paris teilte mit, bei 635
       Kontrollen viele verbotene Gegenstände beschlagnahmt und mehrere
       Verdächtige festgenommen zu haben. Sie führe „massive Kontrollen“ durch,
       insbesondere in Bahnhöfen und öffentlichen Verkehrsmitteln, „um jene
       abzuschrecken, die mit schlechten Absichten in die Hauptstadt kommen
       wollen“. In Paris sei die Lage nach den ersten Angaben zur Mittagszeit aber
       „ruhig“.
       
       Wegen befürchteter Ausschreitungen und Plünderungen, wie sie am vergangenen
       Wochenende stattgefunden hatten, gab es in mehreren Städten
       Versammlungsverbote für bestimmte Zonen sowie Ausgangssperren. In Nizza, wo
       laut Präfektur alle Versammlungen verboten sind, wurden Polizeikräfte,
       Gendarmen und Spezialeinheiten im Stadtzentrum eingesetzt. (dpa)
       
       ## Demo in Paris verlegt
       
       Innenminister Laurent Nuñez besuchte am Morgen Sicherheitskräfte in Paris
       und teilte auf der Plattform X mit, dass ein großes Aufgebot an
       Einsatzkräften mobilisiert sei. „Wir sind bereit“, schrieb er. Zuvor hatte
       er den Einsatz von 70.000 Beamten angekündigt.
       
       Für Empörung seitens Gewerkschaften sorgte, dass der von ihnen angemeldete
       Demonstrationszug in Paris von der Präfektur an den Rand der Stadt verlegt
       wurde. Das Verwaltungsgericht bestätigte die Route in einer
       Eilentscheidung. Am Mittag fanden sich die ersten Demonstranten an der
       Porte d’Italie ein, von wo der Protestzug um 14 Uhr starten sollte. (dpa)
       
       ## Tödlicher Angriff in Pariser Vorstadt: Gewahrsam von Verdächtigem
       verlängert
       
       Nach dem offenbar rassistisch motivierten [3][Anschlag auf offener Straße
       im Großraum Paris mit einem Toten] haben die französischen
       Anti-Terror-Ermittler das Gewahrsam des Verdächtigen nach einer ersten
       Vernehmung verlängert. Sie erklärten am Samstag zudem, dass am Vorabend
       drei Menschen aus dem Umfeld des 39 Jahre alten Verdächtigen Kevin T.
       festgenommen worden seien.
       
       Ein Mann war am Freitag in Trappes westlich von Paris und im nahegelegenen
       La Verrière durch die Straßen gefahren und hatte wiederholt das Feuer
       eröffnet. Ein Mensch wurde erschossen, fünf Menschen wurden verletzt. Unter
       den Verletzten ist auch ein zwölfjähriges Mädchen, das sich nach Angaben
       der Anto-Terror-Staatsanwaltschaft vom Samstag weiterhin in Lebensgefahr
       befand. Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron sprach von einem
       „rassistischen Terroranschlag“. (afp)
       
       ## Tausende protestieren gegen Parteitag des rechtspopulistischen RN
       
       Mehr als 10.000 Menschen haben im französischen Orléans am Samstag gegen
       einen Parteitag des rechtspopulistischen Rassemblement National (RN)
       protestiert. Rund 50 politische Parteien, Gewerkschaften und Verbände
       hatten zu der Demonstration aufgerufen. RN-Fraktionschefin Marine Le Pen
       will am Sonntag mit einer Rede auf dem Parteitag offiziell ihren
       Präsidentschaftswahlkampf eröffnen. Sechs Monate vor der Wahl liegt sie in
       Umfragen derzeit weit vorn.
       
       Die Behörden in Orléans im Departement Loiret sprachen am Mittag von rund
       11.000 Demonstranten, die Organisatoren von 26.000. Insgesamt wurden zum
       Parteitag der Rechtspopulisten 20.000 bis 30.000 Gegendemonstranten aus
       ganz Frankreich erwartet. Die Behörden befürchteten gewaltsame
       Ausschreitungen am Rande der Demonstration.
       
       Die Teilnehmer protestierten sowohl gegen die rechtspopulistische RN als
       auch gegen Präsident Emmanuel Macron. „Macron, tritt zurück. Le Pen ins
       Gefängnis“, riefen Menschen.
       
       Der Protest richtete sich auch gegen den offenbar rassistisch motivierten
       Anschlag auf offener Straße im Großraum Paris am Vortag, bei dem ein Mensch
       erschossen worden war. Der Anschlag mache es erforderlich, sich gegen den
       RN zu versammeln, sagte der Bürgermeister von Saint-Denis, Bally Bagayoko,
       der an der Spitze des Demonstrationszuges marschierte. Macron hatte von
       einem „rassistischen Terroranschlag“ gesprochen.
       
       Der RN kommt am Wochenende in Orléans zu einem Parteitag zusammen. RN-Chef
       Jordan Bardella stellt sich am Samstag ohne Gegenkandidaten zur Wiederwahl.
       Am Sonntag steht eine Rede von Le Pen auf dem Programm. Mit dem Auftritt
       vor rund 10.000 Anhängern will sie offiziell ihren
       Präsidentschaftswahlkampf eröffnen. (afp)
       
       ## Berichte über Tränengaseinsatz bei Protesten in Lyon
       
       Bei neuen Protesten in Frankreich soll es in der Großstadt Lyon zu ersten
       Konfrontationen gekommen sein. Französische Medien berichteten, die Polizei
       habe am Samstagmorgen Tränengas eingesetzt. (ap)
       
       24 Oct 2026
       
       ## LINKS
       
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