# taz.de -- +++ Nachrichten im Ukrainekrieg +++: Sieben Tote nach russischem Beschuss
> Trotz neuer diplomatischer Bemühungen zur Beendigung des Krieges geht der
> gegenseitige Beschuss weiter. Trump verteidigt Aufschub neuer
> Russland-Sanktionen.
(IMG) Bild: Ein Mann betrachtet einen Krater nach einem russischen Raketenangriff in Kyjiw, bei dem Wohnhäuser zerstört wurden
## Raketen auf Kyjiw, Angriffe auf Russland
Trotz neuer diplomatischer Bemühungen zur Beendigung des Ukrainekrieges
sind bei russischen Angriffen laut ukrainischen Angaben sieben Menschen
getötet worden. Im nordostukrainischen Sumy wurde nach Behördenangaben vom
Donnerstag in der Nacht ein Mann getötet. In Charkiw kam demnach eine Frau
ums Leben, zudem drei Menschen in Saporischschja und zwei in der Region
Donezk. Die Hauptstadt Kyjiw wurde ebenfalls angegriffen. Bürgermeister
Vitali Klitschko erklärte in Onlinenetzwerken, dass bei Angriffen 15
Menschen verletzt worden seien. Die U-Bahn-Infrastruktur an einer Brücke
sei durch Angriffe beschädigt worden.
Auch aus Russland wurden Angriffe gemeldet. Laut dem
Verteidigungsministerium wurden 808 ukrainische Drohnen abgeschossen. 163
Drohnen steuerten laut Moskaus Bürgermeister Sergej Sobjanin auf die
russische Hauptstadt zu. Zwei Menschen wurden demnach verletzt. Der
Gouverneur von Tula erklärte, die russische Luftabwehr habe 70 Drohnen
zerstört. In der Region Lipezk wurde nach Angaben des örtlichen Gouverneurs
ein Mann verletzt. (afp)
## Ukrainischer Außenminister warnt vor Beschwichtigungspolitik
Der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha warnt nach den jüngsten
russischen Angriffen auf Kyjiw vor Nachgiebigkeit gegenüber der Regierung
in Moskau. „Beschwichtigung, Unterwürfigkeit und Schmeichelei“ würden den
russischen Krieg nicht stoppen, betont Sybiha auf der
Kurznachrichtenplattform X. Die jüngsten russischen Angriffe auf die
ukrainische Hauptstadt folgten unmittelbar [1][auf Gespräche des
US-Sondergesandten Steve Witkoff mit dem russischen Staatschef Wladimir
Putin]. (rtr)
## Russland meldet erneut schweren Angriff auf Region Odessa
Russland meldet erneut einen schweren Angriff auf Hafenanlagen in der
ukrainischen Region Odessa. Dabei seien in der Nacht auch Schiffe getroffen
worden, die von der ukrainischen Armee genutzt würden, teilt das
Verteidigungsministerium in Moskau mit. (rtr)
## „Financial Times“: Nato erlaubt Ukraine Waffenkäufe über eigene
Beschaffungsagentur
Die Nato will der Ukraine einem Zeitungsbericht zufolge den Kauf von
Waffen, Munition und militärischer Ausrüstung über ihre zentrale
Beschaffungsagentur ermöglichen. Dadurch könnte die Regierung in Kyjiw
Rüstungsgüter möglicherweise schneller und kostengünstiger erhalten,
berichtet die Financial Times. Die Vereinbarung biete der Ukraine einen
strukturierteren Rahmen, das breite Angebot der Agentur zu nutzen, sagt
Jacqueline Borsboom, eine Direktorin der Nato-Beschaffungsagentur NSPA, dem
Blatt. Dazu gehörten Fachwissen und Unterstützung bei der Beschaffung sowie
der Zugang zu einer etablierten Industriebasis. (rtr)
## Ukraine: Drohne trifft Energie-Infrastruktur in Krementschuk
Eine Drohne trifft die Energie-Infrastruktur im Gebiet Krementschuk in der
ukrainischen Region Poltawa. Dies teilt ein regionaler Behördenvertreter
auf Telegram mit, ohne weitere Einzelheiten zu nennen. Krementschuk ist
ein wichtiger Industriestandort mit einer der größten Ölraffinerien der
Ukraine. (rtr)
## Bürgermeister Klitschko: U-Bahn-Brücke in Kyjiw beschädigt
Bei einem Angriff in der ukrainischen Hauptstadt Kyjiw werden Teile einer
U-Bahn-Brücke beschädigt. Betroffen sei die Südbrücke über den Dnipro,
teilt Bürgermeister Vitali Klitschko auf Telegram mit. (rtr)
## Trump verteidigt Aufschub neuer Russland-Sanktionen
US-Präsident Donald Trump hat seine Entscheidung verteidigt, ein
weitreichendes neues Sanktionspaket gegen Russland vorerst nicht
umzusetzen. Die nach dem im Juli gestorbenen US-Senator Lindsey Graham
benannte Gesetzesvorlage sieht verschärfte Sanktionen vor. Graham hatte
sich für das Paket eingesetzt. Kritik an Trumps Entscheidung komme von
„Leuten, die nicht wissen, wie das Leben funktioniert“, sagte der
Präsident. Der Verzicht auf die Sanktionen habe dazu beigetragen, die
Freilassung des US-Amerikaners Stephen Hubbard zu ermöglichen,
argumentierte Trump. Hubbard war am Mittwoch freigekommen, nachdem er mehr
als vier Jahre in Russland inhaftiert gewesen war. Ihm war vorgeworfen
worden, als Söldner in der Ukraine gekämpft zu haben.
„Wenn man diese Sanktionen verhängt hätte oder wie auch immer man sie
nennen will, hätte man ihn vergessen können“, sagte Trump über Hubbard.
„Man hätte ihn nie wiedergesehen. Er wäre für 25 Jahre wieder im Gefängnis
gewesen.“ Trump fügte hinzu, seine Regierung sei zudem „sehr nahe an einer
Einigung“, um den Krieg zwischen Russland und der Ukraine zu beenden. „Wenn
man kurz vor einer Einigung steht und sehr heikle Verhandlungen führt,
verhängt man keine Sanktionen“, sagte er. (ap)
## Toter bei Drohnenangriff auf AKW Saporischschja gemeldet
Bei einem [2][ukrainischen Drohnenangriff ]auf das russisch besetzte
Atomkraftwerk Saporischschja wird nach Angaben der dortigen Verwaltung ein
Fahrer getötet. Die von Russland eingesetzte Verwaltung des größten
europäischen Atomkraftwerks teilt mit, Busse mit Mitarbeitern seien zwei
Tage in Folge angegriffen worden. Die Angriffe seien gezielt und stellten
eine direkte Bedrohung für das Personal dar. Eine ukrainische
Stellungnahme liegt zunächst nicht vor. Beide Seiten werfen sich seit
der Besetzung des Kraftwerks durch russische Truppen im Februar 2022
gegenseitig vor, die Sicherheit der Anlage zu gefährden. (rtr)
## Grüne an Merz: Alles dransetzen für US-Freigabe der Abwehrraketen
Angesichts stockender militärischer Hilfsleistungen für die Ukraine fordern
die Grünen Kanzler Friedrich Merz (CDU) auf, mehr Einfluss auf die
US-Administration zu nehmen. „Friedrich Merz und die anderen europäischen
Staaten müssen jetzt alles daransetzen, dass die Abwehrraketen zur
Verteidigung der Ukraine freigegeben werden und der dauerhafte Zugriff auf
Starlink garantiert bleibt“, sagte Grünen-Fraktionschefin Britta Haßelmann
den Funke-Medien. US-Präsident Donald Trump breche Zusagen und schwäche die
Ukraine in unverantwortlicher Weise. Haßelmann sagte: „Es ist schrecklich
zu sehen, wie Trump in den letzten Tagen und Wochen gegenüber Selenskyj und
der Ukraine agiert.“ Jede russische Rakete auf zivile Ziele, die nicht
abgefangen werden könne, koste Menschenleben. Auch die Lockerung der
Sanktionen durch Trump sei ein fatales Signal. (dpa)
## Strack-Zimmermann empört über mögliche Starlink-Drosselung in Ukraine
durch Musk
Die Vorsitzende des Verteidigungsausschusses im Europaparlament,
Marie-Agnes Strack-Zimmermann (FDP), hat empört auf US-Medienberichte
reagiert, wonach der Tech-Milliardär Elon Musk persönlich hinter der
Drosselung des wichtigen Satelliten-Internetdienstes Starlink in der
Ukraine stecken soll. Musk spiele sich auf als Herr über Leben und Tod,
sagte Strack-Zimmermann den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Donnerstag).
„Wie krank und verroht muss man sein?“, fragte die FDP-Politikerin.
Zugleich forderte sie, dass Europa rasch eigene leistungsfähige
Kommunikationssysteme aufbaut. „Auch wenn es nicht von jetzt auf gleich
sein wird. Es ist unser Ziel, schnellstmöglich unabhängiger von der
Technologie der USA zu werden. Tempo, Tempo, Tempo ist angesagt.“
Ähnlich äußerte sich der sicherheits- und verteidigungspolitische Sprecher
der Europa-SPD, Tobias Cremer. „Europas Sicherheit darf nicht am Schalter
eines einzelnen Milliardärs hängen“, sagte er den Funke-Medien. „Wenn Elon
Musk mit einem Knopfdruck die Verteidigungsfähigkeit der Ukraine
einschränken kann, muss das für uns ein Weckruf sein.“ Europa brauche
eigene, verlässliche Satellitenkommunikation und müsse seine kritische
Infrastruktur selbst kontrollieren können. (afp)
## Russische Raketen treffen Kyjiw
[3][Die ukrainische Hauptstadt Kyjiw] ist nach Militärangaben von Russland
am späten Abend mit ballistischen Raketen beschossen worden. Die höchste
Alarmstufe wurde um 22.06 Uhr Ortszeit (21.06 Uhr MESZ) ausgelöst. Nur zwei
Minuten später meldete die ukrainische Luftwaffe den Anflug mehrerer
Raketen. Medien berichteten von lauten Explosionen über der Stadt. Eine
zweite Angriffswelle folgte etwa anderthalb Stunden später, ohne dass neue
Einschläge gemeldet wurden. Dies könnte auf eine erfolgreiche Abwehr
hindeuten. Der Raketen- und Drohnenalarm hatte gegen Mitternacht Ortszeit
(23.00 Uhr MESZ) fast die gesamte Ukraine erfasst.
Bürgermeister Vitali Klitschko teilte mit, dass Wohnhäuser und eine
Tankstelle auf dem östlichen Ufer des Dnipro von herabfallenden Trümmern
beschädigt worden seien. Es gebe mindestens fünf Verletzte. Nicht
auszuschließen sei, dass noch Menschen aus den beschädigten Gebäuden
gerettet werden müssten. Ein genauerer Überblick über Opfer und Schäden
stand aus. In der Nacht zuvor hatten russische Drohnen Kyjiw attackiert.
(dpa)
## Selenskyj: Wäre mit Status quo an Frontlinie einverstanden
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj ist nach eigenen Angaben
bereit, im Ukrainekrieg die derzeitigen Frontlinien zu akzeptieren und
damit den langjährigen Konflikt zu beenden. „Ja, wir müssen jetzt die
Frontlinien einfrieren“, sagte er im Gespräch des US-Senders Fox News und
ergänzte: „Ich denke, das ist ein echter Weg, diesen Krieg zu beenden.“
Er war gefragt worden, ob er „ein Friedensabkommen akzeptieren würde, das
den Status quo berücksichtige, sodass man weiterhin 75 Prozent oder mehr
seines Landes behält, unabhängig davon, wie der Konflikt begonnen hatte.“
Selenskyj sagte zudem, dass das Einfrieren der Frontlinien und eine
Waffenruhe das „absolute Minimum“ sei, „was wir heute von Russland
fordern.“ (dpa)
## Trump: Waren Ende des Ukrainekriegs noch nie so nahe
US-Präsident Donald Trump hat sich zuversichtlich über ein baldiges Ende
des Ukrainekriegs geäußert. „Vielleicht sind wir jetzt so nah dran wie noch
nie“, sagte er am Mittwoch in Washington. Jedenfalls sei eine Einigung
seiner Einschätzung nach nähergerückt.
Trump äußerte sich nach einem Treffen seines Sondergesandten Steve Witkoff
mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin. Witkoff hatte die
Diskussionen als „konstruktiv“ bezeichnet. Es gebe aber „noch wichtige
Arbeit zu erledigen“, sagte er weiter.
Witkoff hatte sich am Mittwoch in St. Petersburg mit Putin getroffen,
nachdem er tags zuvor in Oslo mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr
Selenskyj zusammengekommen war. Nach eigenen Angaben überbrachte er Putin
„Ideen“ für ein Ende des inzwischen fast fünf Jahre andauernden Kriegs.
(afp)
## Selenskyj befürwortet Gespräche mit den USA und Russland „so bald wie
möglich“
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat sich für
schnellstmögliche Verhandlungen mit den USA und Russland über ein Ende des
Ukrainekrieges ausgesprochen. „Wir haben erfahren, dass Russland einem
trilateralen Treffen zwischen unseren Teams positiv gegenübersteht“, sagte
Selenskyj am Mittwoch zu Journalisten in Kyjiw. „Die amerikanische Seite
schlägt vor, dieses Treffen so bald wie möglich zu organisieren. Wir sind
dafür“, fügte er hinzu. (afp)
22 Oct 2026
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