# taz.de -- Britischer Schauspieler und Comedian: Russell Brand wegen Vergewaltigung schuldig gesprochen
       
       > Ein Londoner Gericht hat Brand unter anderem der Vergewaltigung schuldig
       > gesprochen. Ihm droht nun jahrelange Haft.
       
 (IMG) Bild: Russell Brand auf dem Weg ins Gericht am 3. November 2026
       
       Achteinhalb Stunden hat sich die Jury beraten, um zu dem Schluss zu kommen:
       Der Comedian und Schauspieler Russell Brand ist schuldig. Das ist deutlich
       weniger Zeit, als für den Prozess, der [1][am 12. Oktober im Londoner
       Southwark Crown Court begann], ursprünglich veranschlagt wurde. Sechs
       Wochen lang sollten sich die Geschworenen für Termine bereithalten. Am Ende
       dauerte der Prozess nur dreieinhalb.
       
       Sechs Frauen sagten innerhalb dieser Zeit gegen Brand aus. Vorgeworfen
       wurden ihm Vergewaltigung, sexualisierte Gewalt und versuchter sexueller
       Übergriff in insgesamt sieben Fällen während einer Zeitspanne zwischen den
       Jahren 1999 und 2009. In vier dieser Fälle wurde der 51-Jährige nun für
       schuldig befunden, darunter ein Vergewaltigungsfall und drei Fälle
       sexualisierter Gewalt. In zwei weiteren Fällen von Vergewaltigung und einem
       Fall eines versuchten sexuellen Übergriffs wurde Brand freigesprochen.
       
       Dementsprechend „erheblich“ wird Brands Strafe ausfallen, wie der
       zuständige Richter diese Woche erklärte. Die Höchststrafe für
       Vergewaltigung ist laut englischem Recht lebenslange Haft. Üblicherweise
       variiert das Strafmaß aber eher zwischen 4 und 19 Jahren. Wie lange Brand
       ins Gefängnis muss, soll kommenden Montag bekanntgegeben werden.
       
       Während des Prozesses berichteten die sechs Frauen, denen laut englischem
       Recht lebenslange Anonymität zusteht, über ihre Begegnungen mit Brand.
       Dabei ähnelten sich die Schilderungen: Viele Frauen nahmen Brand, der in
       der Zeit unter anderem als Moderator für MTV, später als Schauspieler für
       einige Hollywood-Produktionen arbeitete, zunächst als charmante Person
       kennen. In intimen Momenten habe sich sein Verhalten aber schlagartig
       verändert. Brand soll seine Bekanntheit ausgenutzt haben, um sich dann
       teils gewaltsam Zugang zu Sex mit Kolleginnen und Fans zu verschaffen. Vor
       Gericht bestritt Brand, der zum Prozess oft mit seiner Frau Laura Brand
       erschien, alle Vorwürfe.
       
       ## Vor aller Augen
       
       [2][Vorwürfe sexueller Übergriffigkeit gegenüber Brand wurden erstmals
       2023] einer breiteren Öffentlichkeit bekannt. In dem Jahr erschien ein
       Dokumentarfilm über Brands Umgang mit Frauen auf dem britischen Sender
       Channel 4. Immer wieder spielte seine Verteidigung während des Prozesses
       darauf an, dass die Aussagen der Klägerinnen von der Dokumentation
       „inspiriert“ sein könnten und stellte die Vorwürfe als Medienkampagne dar.
       
       Nicht zufällig lautet der Untertitel der Dokumentation „In plain sight“,
       sprichwörtlich übersetzt: „Vor aller Augen“. Bereits früher machte Brand in
       zahlreichen öffentlichen Äußerungen kaum Geheimnisse aus seinem Verhalten.
       Sexuelle Handlungen und Andeutungen gehörten regelhaft zu seinem Repertoire
       als Comedian und Moderator.
       
       2008 soll er sich vor einer Frau in einem Badezimmer entblößt haben, später
       machte er Witze über den Fall in seiner Radiosendung. Ein Essay in einem
       bekannten britischen Magazin aus dem Jahr 2013 beginnt mit den Worten: „Als
       ich gefragt wurde, ob ich Gastherausgeber für eine Ausgabe des New
       Statesman sein möchte, habe ich ja gesagt, weil es eine schöne Frau war,
       die mich gefragt hat.“
       
       ## Weitere Ermittlungen
       
       In späteren Videoblogs, in denen sich Brand unter anderem
       Verschwörungserzählungen und christlichem Spiritualismus hingab, räumte er
       promiskuitives und „unschönes“ Verhalten ein, beschwor aber, im Hinblick
       auf Frauen immer einvernehmlich und „im Rahmen des Gesetzes“ gehandelt zu
       haben.
       
       Im Nachgang des Gerichtsprozesses teilte die Metropolitan Police mit, dass
       sie zwei weitere bereits bekannte Vergewaltigungsvorwürfe untersucht. Einer
       davon bezieht sich auf eine Zeit, in der Brand im Alter von 30 Jahren eine
       sexuelle Beziehung [3][zu einer 16-jährigen britischen Schülerin
       unterhielt.]
       
       Bis zur Verkündung des Strafmaßes befindet sich Brand in Haft. Die
       Möglichkeit einer Freilassung auf Kaution bis dahin wurde ihm vom
       zuständigen Gericht untersagt.
       
       6 Nov 2026
       
       ## LINKS
       
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       ## AUTOREN
       
 (DIR) Konstantin Nowotny
       
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