# taz.de -- Reform für den Führerschein: Make Fahrerlaubnis günstig again
       
       > Der Bundestag hat eine Reform des Führerscheins beschlossen. Bis zu 1.000
       > Euro niedrigere Kosten peilt der Verkehrsminister an. Ist das möglich?
       
 (IMG) Bild: Ein paar Fahrstunden mit der Playstation und die Sache wird viel billiger?
       
       Nicht nur billiger, sondern auch digitaler und weniger bürokratisch soll
       der Führerschein in Zukunft werden. Das will die Bundesregierung ab Juli
       2027 mit einer Reform erreichen, deren erster Teil am Donnerstag den
       Bundestag passiert hat. Einige der Änderungen müssen noch durch den
       Bundesrat und werden durch die Länder ausgestaltet. Auch dem zweiten Teil
       des Reformpakets – einer Verordnung des Verkehrsministeriums – müssen die
       Länder noch zustimmen.
       
       Die größte Neuheit ist die sogenannte Laienausbildung. Damit wird das
       Konzept des [1][begleiteten Fahrens mit 17] ausgeweitet auf die Zeit der
       praktischen Ausbildung. So sollen Fahrschüler:innen mehr Fahrpraxis
       neben den Fahrstunden sammeln können. Dafür müssen sie bereits die
       theoretische Prüfung bestanden und sechs Fahrstunden absolviert haben. Die
       Begleitpersonen, beispielsweise Eltern, sollen ebenfalls theoretisch und
       praktisch vorbereitet werden.
       
       Auch können Fahrschüler:innen den Theorieunterricht zukünftig
       [2][online] absolvieren. Das soll die Raumkosten der Fahrschulen senken. In
       der Theorieprüfung soll außerdem der Fragenkatalog deutlich reduziert
       werden.
       
       Weiterhin sollen die Vorgaben für Sonderfahrten wegfallen. Bisher sind
       zwölf davon Pflicht, etwa bei Dunkelheit oder auf der Autobahn. Nun können
       Fahrlehrer:innen individuell entscheiden, wer wie viele Stunden
       braucht. Dazu kommen eine geringere Prüfungsdauer sowie ein
       Transparenzregister, mit dem Kund:innen Preise und Bestehensquoten
       vergleichen können.
       
       ## Effekt der Führerschein-Reform noch unklar
       
       Ob die von Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (CDU) angekündigte
       Ersparnis von bis zu 1.000 Euro realistisch ist, ist umstritten. „Zum einen
       müssten Fahrschulen die Einsparungen weitergeben, zum anderen
       Fahrschüler:innen tatsächlich weniger Fahrstunden benötigen“, sagte
       Michael Müller-Görnert, verkehrspolitischer Sprecher des ökologischen
       Verkehrsclubs VCD der taz. Die Bundesvereinigung der Fahrlehrerverbände
       hält die Kostenreduktion für unrealistisch.
       
       Generell sei es zu begrüßen, wenn der Führerschein günstiger wird, so
       Müller-Görnert. Doch solle der politische Fokus darauf liegen, Alternativen
       zum Auto zu stärken, etwa durch ein besseres Bus- und Bahnangebot oder ein
       vergünstigtes [3][Deutschlandticket.]
       
       5 Nov 2026
       
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