# taz.de -- Kritik am Kanzler: Merz' No-Show bei der COP
> Bundeskanzler Merz fährt nicht zur UN-Klimakonferenz in die Türkei. Die
> Reaktionen von Umweltverbänden, Grünen und Linken sind vernichtend.
(IMG) Bild: In Brasilien fand Merz es letztes Jahr nicht schön, in die Türkei will nicht, da er Termine im Sauerland hat
„Blamage“, „verheerendes Signal“, „absoluter Tabubruch“: Umweltverbände,
Grüne und Linke haben mit vernichtender Kritik auf die Ankündigung von
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) reagiert, nicht zur UN-Klimakonferenz
(COP) in die Türkei zu reisen. Der Kanzler bedanke sich für die Einladung,
doch „aufgrund anderweitiger Verpflichtungen“ sei es ihm aber nicht
möglich, teilzunehmen, hatte ein Regierungssprecher am Mittwoch in Berlin
gesagt.
Die [1][UN-Klimakonferenz] beginnt am kommenden Montag in Antalya. Sie gilt
als [2][wichtigstes globales Forum] zur Linderung der globalen Klimakrise.
In den vergangenen fünf Jahren hatten die deutschen Kanzler*innen stets
an der COP teilgenommen. Merz war auch im vergangenen Jahr im
brasilianischen Belém.
Damals hatte er allerdings vor allem mit einer [3][abwertenden Bemerkung
über den COP-Austragungsort] („Wer von euch würde denn gerne hierbleiben?“)
Furore gemacht. Diesmal war seine Absage aufgrund verschiedener Andeutungen
bereits erwartet worden. Für Donnerstagabend kündigten
Klimaschutzorganisationen eine Aktion im Berliner Regierungsviertel an.
Luisa Neubauer von Fridays for Future kritisierte, mit seinem Fernbleiben
lasse der Kanzler „demonstrativ“ junge Menschen in der Klimakrise im Stich.
„Ehrlicher könnte Friedrich Merz nicht zeigen, wie wenig er sich um die
Klimakrise schert“, erklärte der Klimaexperte der Linksfraktion im
Bundestag, Fabian Fahl.
## Greenpeace fordert „Zeitenwende“ in der Klimapolitik
Angesichts der Dramatik der Klimakrise müsse Merz persönlich auf der
UN-Konferenz eine „Zeitenwende“ in der deutschen Klimapolitik ankündigen,
die zurzeit nicht auf Kurs sei, forderte Martin Kaiser von Greenpeace
Deutschland.
„Der Kanzler hat noch im August gesagt, er werde alles tun, um den
Klimawandel zurückzudrängen“, sagte Grünen-Fraktionschefin Katharina Dröge.
„Nun nimmt er sich nicht mal die Zeit, an der wichtigsten
Entscheidungsplattform für die globale Klimapolitik teilzunehmen.“
Mehr Einsatz von der Bundesregierung beim Klimaschutz forderten am
Donnerstag Brot für die Welt und die Diakonie Katastrophenhilfe.
Deutschland müsse seine Zusagen zur Klimafinanzierung einhalten. Zwar habe
die die Regierung 6 Milliarden Euro für Klimaschutz und Anpassung im
Globalen Süden versprochen, aber im vergangenen Jahr nur 4,7
bereitgestellt.
Wie klimapolitisch und ökonomisch geboten ein Ausstieg aus fossilen
Energieträgern ist, zeigte eine [4][Analyse des Öko-Instituts im Auftrag
des WWF]. Danach sank zwar die Menge der Energieimporte in die EU in den
vergangenen zehn Jahren um zehn Prozent. Die Kosten für Gas, Öl und Kohle
stiegen aber um ein Drittel: Sie lagen 2025, also noch vor den
Kostensteigerungen durch den Iran-Krieg, nach Abzug der Exporteinnahmen bei
296 Milliarden Euro. Öl- und Gasimporte machten dabei knapp 90 Prozent der
europäischen Importrechnung aus. Die aktuellen Preisschwankungen zeigten
erneut, „wie wichtig es auch für unsere Wirtschaft und geopolitische
Sicherheit ist, sich aus der Abhängigkeit von fossilen Energien zu
befreien“.
5 Nov 2026
## LINKS
(DIR) [1] /Geld-fuer-Klimaanpassung/!6227222
(DIR) [2] /!vn6224116/
(DIR) [3] /Nach-peinlichem-Auftritt/!6131142
(DIR) [4] https://www.wwf.de/themen-projekte/klimaschutz/klimaschutz-deutschland/deutschlands-teure-abhaengigkeit
## AUTOREN
(DIR) Kai Schöneberg
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