# taz.de -- UN-Klimakonferenz in Antalya: Kein Zukunftskanzler
       
       > Friedrich Merz fährt nicht zur UN-Klimakonferenz. Mit solch gestriger
       > Klimapolitik wird die CDU weiter an Bedeutung verlieren.
       
 (IMG) Bild: Nicht nur fürs Klima eine Fehlbesetzung: Bundeskanzler Friedrich Merz
       
       Friedrich Merz fährt nicht zur diesjährigen Weltklimakonferenz. Darauf hat
       sich der Bundeskanzler bereits vor Beginn der [1][COP 31 im türkischen
       Antalya] festgelegt. Und das ist auch konsequent: Merz schert sich keinen
       Deut um das drängendste Menschheitsproblem. Der Kanzler ist ein Politiker
       aus dem 20. Jahrhundert, der immer noch Politik wie im vergangenen
       Jahrhundert betreibt. Statt eine treibhausarme Zukunft einzuläuten,
       verlängert er und sein Kabinett die fossile Wirtschaftsweise, die uns die
       Klimaerhitzung erst eingebrockt hat.
       
       Vor Jahresfrist hatte Kanzler Merz auf der [2][Klimakonferenz COP 30] im
       brasilianischen Belém noch einen „bedeutenden Beitrag“ versprochen, den die
       Bundesrepublik bei der Schuldenbegleichung der Industriestaaten an die
       Länder des Globalen Südens zahlen wird. Tatsächlich hat die Regierung Merz
       dann aber die Klimagelder zusammengestrichen. Es ist also sogar klug, dass
       Merz nicht nach Antalya reist: Ihm bleibt so die Peinlichkeit auf der
       Weltbühne erspart.
       
       Der eigentliche Skandal an der Absage von Friedrich Merz an den
       UN-Klimagipfel aber ist, dass er glaubt, damit durchzukommen. Tatsächlich
       nämlich hat der Hitzesommer mit [3][16.000 Todesopfern] nicht dazu geführt,
       dass ein Sturm der Entrüstung das Wahlvolk auf die Straße treibt. Während
       jedes feige Attentat mit Toten oder Verletzten wochenlang analysiert und
       ausgewertet wird, verursachen die Hitzetoten bei der Mehrheit nur ein müdes
       Schulterzucken. Dabei müssen wir nicht in den [4][Himalaja gucken, wo
       abreißende Gletscher ganze Täler auslöschen]. Dieser Hitzesommer, die
       Niedrigstpegel, die sterbenden Wälder zeigen doch: Da gerät jetzt etwas aus
       dem Takt.
       
       Und während sich der Klimawandel verselbstständigt, diskutieren wir noch
       über ein [5][Verbrenner-Aus]. Schluss damit! Wir kennen die Lösung längst
       und praktizieren sie in Teilen auch schon. Wenn die Union weiter nur mit
       gestrigen Konzepten Zukunft gestalten will, wird sie noch mehr Bedeutung in
       diesem Land einbüßen. Ein Kanzler, der nicht zur Weltklimakonferenz reist,
       kann kein Zukunftskanzler sein.
       
       5 Nov 2026
       
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