# taz.de -- Aufarbeitung der Kolonialzeit: Museum Wiesbaden übergibt Schädel an Indonesien
       
       > Zehn menschliche Schädel aus dem 19. Jahrhundert kehren nach Indonesien
       > zurück. Es ist die erste Rückgabe dieser Art an das Herkunftsland aus
       > Deutschland.
       
 (IMG) Bild: Das Museum Wiesbaden gibt das zurück, was ihm nie gehört hat: menschliche Überreste aus Indonesien
       
       epd | Zehn menschliche Schädel aus den Beständen des Museums Wiesbaden
       sollen wieder in ihr Herkunftsland Indonesien überführt werden. Wie das
       hessische Wissenschafts- und Kulturministerium am Mittwoch mitteilte,
       sollen sie am 10. November Vertretern der indonesischen Regierung übergeben
       werden. Die Schädel waren noch im 19. Jahrhundert nach Hessen gelangt und
       stammten aus einer ethnografischen Sammlung des Militärarztes Ernst Albert
       Fritze.
       
       Nach Ministeriumsangaben handelt es sich um den deutschlandweit ersten
       Fall, in dem nach Europa verbrachte menschliche Überreste wieder nach
       Indonesien zurückkehren. Hessische Museen durchforschen seit mehreren
       Jahren systematisch ihre Sammlungen auf [1][unrechtmäßige Erwerbungen] aus
       der [2][Kolonialzeit]. Bereits 2023 hatte das Museum Wiesbaden einen
       sogenannten Toi Moko – einen tätowierten Maori-Ahnenschädel – [3][an
       Neuseeland zurückgegeben.]
       
       Auch den Maori-Schädel hatte Fritze einst an das Museum in Wiesbaden
       geschickt. Der gebürtige Herborner stand seit 1817 in niederländischen
       Diensten und hatte aus der damaligen Kolonie Niederländisch-Indien immer
       wieder auch Tierpräparate in seine Heimat gesandt. Die Naturhistorische
       Sammlung des Museums verdankt ihm zahlreiche Exponate, darunter auch ein
       Schaupräparat des mittlerweile ausgestorbenen Java-Tigers.
       
       4 Nov 2026
       
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