# taz.de -- Cyberangriff auf Kühlanlagen: Nun auch Kühlschränke der französischen Blutbank gehackt
       
       > Nach den Hackerangriffen auf Kühlschränke in Supermärkten ist jetzt der
       > französische Blutspendedienst betroffen. Wie ist das technisch möglich?
       
 (IMG) Bild: Müssen gekühlt werden: Blutspendebeutel
       
       Hacker haben nach Supermärkten auch Kühlschränke des französischen
       Blutspendedienstes sabotiert. Am Mittwoch berichtete der Sender BFM, die
       Angreifer hätten Kühlanlagen für Blutkonserven von minus 30 auf 110 Grad
       Celsius verstellt. Da der Vorfall schnell bemerkt wurde, seien keine
       Schäden entstanden. Ansonsten wären möglicherweise für Patient:innen
       bestimmte [1][Blutspenden] verloren gegangen.
       
       Bereits am Montag hatten Hacker in mehreren europäischen Ländern die
       [2][Kühlanlagen verschiedener Supermärkte von Kühlen auf Heizen
       umgestellt]. Auch in Deutschland wurden einzelne Geschäfte in
       Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Bayern Ziel des Angriffs, darunter
       Filialen der Ketten CAP, Edeka und Rewe. Ebenso betroffen ist eine
       Metzgerei in der bayerischen Oberpfalz. Schon im Oktober hatte es ähnliche
       Angriffe auf französische Supermärkte gegeben.
       
       Immer nutzten die Hacker Schwachstellen in den über das Internet
       gesteuerten Kühlanlagen aus. Betroffen sind unter anderem ältere Anlagen
       des dänischen Herstellers Danfoss gewesen. Der IT-Sicherheitsexperte
       Christoph Fischer kritisierte, die Hersteller hätten Steuerungsanlagen mit
       unveränderten Werkseinstellungen und Standardpasswörtern ausgeliefert. Die
       Betreiber der Kühlschränke hätten laut Fischer längst Updates erhalten
       müssen, welche eine zwingende Änderung der Passwörter vorschreiben.
       
       Die Hintertür bei den älteren Geräten sei dadurch entstanden, dass sich das
       Standardpasswort vor allem aus dem aktuellen Datum zusammensetze, sagte
       IT-Experte Christoph Kunz im NDR. Dadurch sei dieses leicht zu erraten. Die
       Hacker könnten dann über den Browser auf die Steuerung zugreifen und die
       Temperatur der Kühlregale verändern. Dieser Angriff sei nicht sehr
       kompliziert, so Kunz.
       
       ## Problem: Keine Updates für ältere Geräte
       
       Bereits bei der ersten Inbetriebnahme der Geräte müssten nach Fischers
       Ansicht individuelle Passwörter vergeben werden. Der Fernzugriff über das
       Internet könnte zwar für die Wartung sinnvoll sein, müsse jedoch
       abgesichert werden, „etwa über Zertifikate und asymmetrische
       Verschlüsselung“.
       
       Das Problem: Die älteren Kühlregalmodelle bekämen keine Sicherheitsupdates
       mehr, um die Lücke zu schließen, sagt Kunz. Laut dem IT-Nachrichtendienst
       heise online habe sich der Hersteller Danfoss darauf beschränkt, jenen
       Kunden einen Austausch der alten Geräte zu empfehlen.
       
       Das [3][Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) hatte
       Mitte Oktober bereits eine Reihe an Empfehlungen] für Betreiber „kleiner
       und kleinster industrieller Technik“ herausgegeben. Vor allem empfiehlt das
       BSI, dass solche Anlagen nicht direkt aus dem Internet erreichbar sein
       sollten. Dafür könnten Betreiber den Zugriff etwa durch Virtual Private
       Networks (VPN), eine Multi-Faktor-Authentifizierung und sichere
       [4][Passwörter] absichern. Auch regelmäßige Software-Updates seien
       essenziell. Das funktioniert jedoch nur, wenn es auch welche gibt. (mit
       dpa)
       
       4 Nov 2026
       
       ## LINKS
       
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 (DIR) [4] /Fortschritt-im-Alltag/!6225937
       
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