# taz.de -- Kritik an Reiches Heizungsplänen: Grüngasquote macht Heizen teurer, warnen Verbände
> Öl- und Gasheizungen sollen zunehmend mit Biobrennstoffen betrieben
> werden. Das sei zu teuer und ein Irrweg, sagen Umwelt- und
> Verbraucherverbände.
(IMG) Bild: Das könnte teuer werden: Die Brennstoffquote der Bundesregierung steht in der Kritik
Umwelt- und Verbraucherverbände fordern, dass die Bundesregierung die ab
2028 vorgesehene Biobrennstoffquote für Heizungen zurücknimmt und
stattdessen den Ausstieg aus der fossilen Wärmeversorgung voranbringt.
[1][Die sogenannte Grüngasquote] sei eine „Scheinlösung“ und kein wirksames
Instrument gegen die Klimakrise, [2][heißt es in einer Erklärung von zehn
Verbänden], darunter Greenpeace, der Bund für Umwelt und Naturschutz, der
Deutsche Mieterbund und der Verbraucherzentrale Bundesverband. Nach
Auffassung der Verbände bringt die Regierung den Austausch fossiler
Heizungen so nicht voran. Vielmehr drohe, dass deren Betrieb verlängert und
Verbraucher:innen durch hohe Heizkosten belastet werden.
Hintergrund: [3][Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU)] will,
dass fossile Heizungen ab 2028 mit einer schrittweise zunehmenden Quote von
grünen Gasen wie Biomethan oder mit Bioöl betrieben werden. So sollen die
Klimaziele erreichbar bleiben, obwohl es kein Datum mehr für das Aus von
Gas- und Ölheizungen gibt. Das ist Teil des Gebäudemodernisierungsgesetzes,
mit dem die schwarz-rote Bundesregierung die Heizungsreform der Ampel
entkernt hat. Händler sollen verpflichtet werden, nur Brennstoffe mit der
geforderten Beimischung zu verkaufen. Die Quote soll 2028 zunächst 1
Prozent betragen und bis 2045 auf 100 Prozent steigen. Kritiker:innen
bemängeln, dass nicht genug Biobrennstoffe verfügbar und diese sehr teuer
sind.
„Die Grüngasquote droht zu erheblichen zusätzlichen Heizkosten für private
Haushalte zu führen“, warnen die Verbände. Tarife mit einem Anteil von
mindestens 10 Prozent Biomethan seien schon heute im Schnitt 25 Prozent
teurer als herkömmliche.
Nach Reiches Plänen soll die Grüngasquote nur für Privathaushalte gelten,
nicht für die Industrie oder den Verkehr. Die Bundesregierung plane, dass
Händler „ihre Verpflichtungen aus der Grüngasquote auch durch die Lieferung
von erneuerbarem und kohlenstoffarmem Wasserstoff an Industrieunternehmen
erfüllen können“, so die Verbände. Das lehnen sie als „Quersubventionierung
von Wasserstoff in der Industrie durch Privathaushalte“ entschieden ab. Der
Hochlauf von Wasserstoff sei nötig, aber dafür müsse es eigene
Finanzierungsinstrumente geben.
2 Nov 2026
## LINKS
(DIR) [1] /Die-Zukunft-des-Heizens/!6223743
(DIR) [2] https://www.dnr.de/sites/default/files/2026-11/261029_gemeinsame_stellungnahme_gruengasquote.pdf
(DIR) [3] /Katherina-Reiche/!t6100268
## AUTOREN
(DIR) Anja Krüger
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