# taz.de -- Asien-Reise des Bundeskanzlers: Merz wirbt für engere Zusammenarbeit
> Auf seiner Asienreise schlägt der Bundeskanzler ein „Bündnis für
> regelgebundenen Handel“ vor. Mit Japan gibt es eine
> Rohstoffpartnerschaft.
(IMG) Bild: Bundeskanzler Friedrich Merz bei einer Pressekonferenz in Tokio am 28. Oktober 2026
rtr | Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat auf seiner Asien-Reise die
Gründung einer „globalen politischen Allianz“ vorgeschlagen. Ihr Ziel
sollte es sein, den regelbasierten Handel „einschließlich der WTO“ zu
verteidigen, zu stärken und weiterzuentwickeln, sagte er am Mittwoch in
Tokio. Merz hatte sich bereits in Singapur für ein
EU-Asean-Freihandelsabkommen und eine Annäherung der EU an die
[1][transpazifische Initiative CPTPP] ausgesprochen.
Merz wirbt auf seiner Asien-Reise insgesamt für eine neue
europäisch-asiatische Handelsinitiative. Ein Bündnis könne politische
Impulse setzen und auch gemeinsam reagieren, „wenn die regelbasierte
Handelsordnung in Gefahr gerät“, sagte er. Und man könne auch die dringend
nötige Reform der Welthandelsorganisation (WTO) voranbringen und
bekräftigen, dass man auf unerlaubte Zölle oder Zwang verzichte.
„In der Streitbeilegung könnten wir uns verständigen, trotz der
gegenwärtigen [2][Blockade der WTO-Berufungsinstanz] Entscheidungen als
verbindlich anzuerkennen“, so Merz in Anspielung auf die USA und China.
„Wenn die Regeln des Welthandelssystems von anderen gebrochen werden oder
wenn wirtschaftlicher Zwang ausgeübt wird, könnten wir uns in der Allianz
koordinieren und gemeinsam auftreten.“
Chinas Regierung bekundete Kooperationsbereitschaft. Man sei entschlossen,
mit allen Parteien zusammenzuarbeiten, sagte der Sprecher des
Außenministeriums, Guo Jiakun, am Mittwoch in Peking. China hoffe, dass
Deutschland und die Europäische Union „objektiv und rational“ blieben.
Merz schlug Japan eine engere industrielle Zusammenarbeit vor sowie ein
gemeinsames Auftreten auf Drittmärkten. Außerdem sollten beide Industrie-
und Exportnationen bei der künstlichen Intelligenz, der Rüstungsindustrie
sowie dem Abbau von Abhängigkeiten etwa bei kritischen Rohstoffen
zusammenarbeiten. Deutschland und Japan unterzeichneten eine
Rohstoffpartnerschaft.
Hintergrund ist die Sorge, dass China den [3][Export wichtiger Rohstoffe
für Hightech-Produkte] beschränkt. Japan gilt in der westlichen Welt als
Vorbild beim Abbau dieser Abhängigkeiten von Peking. Merz warnte in Tokio
aber erneut davor, sich ganz von Chinas Wirtschaft abzukoppeln.
28 Oct 2026
## LINKS
(DIR) [1] /Weltgroesster-Freihandelspakt-RCEP/!5728514
(DIR) [2] /Welthandelsorganisation-im-Zollstreit/!6080213
(DIR) [3] /Manager-ueber-Rohstoffkrise/!6180933
## TAGS
(DIR) Welthandel
(DIR) WTO
(DIR) Geopolitik
## ARTIKEL ZUM THEMA
(DIR) Auf der Suche nach Partnerschaften: Steinmeier und Merz reisen nach Asien
Bundespräsident Steinmeier bricht zu seinem zweiten Staatsbesuch nach China
auf. Gleichzeitig reist Kanzler Merz in die Nachbarschaft des Riesenreichs.
Ist das Zufall?
(DIR) Welthandel: WTO warnt vor Blockbildung
Die Welthandelsorganisation will mit ihrem aktuellen Bericht für ihr
Weiterbestehen werben. Ohne ihre Regeln würde das globale Wachstum
schrumpfen.
(DIR) Rohstoffpolitik: Mit dem kolonialen Erbe am runden Tisch
Unsere Autorin war zu einem Gespräch über Rohstoffpolitik geladen, wo
Einigkeit herrschte: Menschenrechte sind deplatziert, wenn es um Ressourcen
geht.