# taz.de -- Vereinte Nationen: Trump will seinen Buddy Orbán als UN-Generalsekretär
       
       > US-Präsident Donald Trump soll Ungarns abgewählten Autokraten als
       > UN-Generalsekretär vorgeschlagen haben – unterstützt von China und
       > Russland. Orbán hätte kaum Konkurrenz.
       
 (IMG) Bild: Donald Trump und Viktor Orbán 2019 – die Freundschaft der Verachter einer funktionierenden Weltordnung hält aber noch immer
       
       Warum eigentlich nicht? [1][Amtsinhaber António Guterres] war sechseinhalb
       Jahre Regierungschef in Portugal, bevor er erst Hoher Flüchtlingskommissar
       der Vereinten Nationen und dann 2017 UN-Generalsekretär wurde. Viktor Orbán
       indes war mit 20 Jahren an der Macht in Ungarn der Premier mit der längsten
       Amtszeit in Europa. Rein formal erfüllt der 63-Jährige damit die
       Voraussetzungen für das hohe Amt besser als alle bisher genannten
       Mitbewerbungen.
       
       Turnusgemäß wäre eigentlich Lateinamerika dran, einen Generalsekretär oder
       endlich mal eine Generalsekretärin für die Nachfolge der Ende Dezember
       auslaufenden Amtszeit von Guterres zu nominieren. Doch Orbán hat auch hier
       einen Vorteil: Er soll laut [2][Wall Street Journal] (WSJ) von US-Präsident
       Donald Trump vorgeschlagen worden sein und nach Gesprächen mit den
       Führungen Chinas und Russlands auch von Xi Jinping und Wladimir Putin
       unterstützt werden.
       
       Als Trump 2024 wiedergewählt wurde, sagte [3][Orbán], mit der zweiten
       Amtszeit des US-Präsidenten würde ein neues Zeitalter für den Westen
       anbrechen und das Weiße Haus sei endlich von einem Freund besetzt. Einem,
       der ihm im Kampf gegen die sogenannten Liberalen in Ungarn und der EU zur
       Seite stehen würde. Orbán sah sich selbst als Vermittler, als jemanden mit
       Verbindungen sowohl zu Trump als auch zu Putin, der an der Seite des
       US-Präsidenten die Weltpolitik mitgestalten könnte.
       
       ## Jubel über Orbáns Abwahl
       
       Als Orbán im April abgewählt wurde, fanden in Budapest und anderen
       ungarischen Städten [4][nächtens Jubelfeste auf den Straßen] statt wie am
       Sonntagabend in Belgrad, nachdem dort [5][Aleksandar Vučić in die Wüste]
       geschickt wurde.
       
       Aber mit Trump hat der Begründer des Orbánismus, der das gesamte
       Machtsystem und den Wirtschaftskreislauf Ungarns auf sich und seine engsten
       Freunde ausgerichtet hatte, einen Freund. Einen, der es genauso macht und
       damit bei Gleichgesinnten wie Xi und Putin Anklang findet.
       
       Eine Kandidatur für die Wahl im Weltsicherheitsrat kann nur erfolgreich
       sein, wenn keines der fünf ständigen Mitglieder China, Frankreich,
       Russland, die USA und das Vereinigte Königreich ein Veto einlegen. Eine
       Einigung dieser sogenannten P5 ist damit entscheidend. Insgesamt bräuchte
       eine erfolgreiche Bewerbung 9 Stimmen der 15 ständigen und nicht ständigen
       UN-Sicherheitsrats-Mitglieder.
       
       8 Stimmen für Orbán seien laut WSJ „sicher“, 2 weitere würden in Reichweite
       liegen. Und Frankreich und Großbritannien würden kaum von ihrem Vetorecht
       Gebrauch machen, so die Einschätzung.
       
       Bisher stehen nur Bewerberinnen und Bewerber zur Auswahl, die sich bei
       Probeabstimmungen nicht durchsetzen konnten: Rafael Grossi, der von Italien
       und Paraguay unterstützte und von Argentinien nominierte Generaldirektor
       der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA. Die Costa-Ricanerin [6][Rebeca
       Grynspan Mayufis,] die bis April als erste Frau die UN-Handels- und
       Entwicklungskonferenz Unctad leitete.
       
       ## Schwache Gegenkandidatinnen
       
       Mit María Fernanda Espinosa Garcés tritt die ehemalige Präsidentin der 73.
       UN-Generalversammlung an, die als frühere Außen- und
       Verteidigungsministerin noch nicht einmal von ihrem eigenen Heimatland
       Ecuador nominiert wurde. Ex-Ministerin Carolyn Rodrigues-Birkett wird von
       ihrem Heimatstaat Guyana unterstützt. Die durch Tonga nominierte frühere
       ecuadorianische Botschafterin in den USA, Ivonne A-Baki, fand bisher nur
       bei Trump Unterstützung.
       
       Der Ex-Außenminister Ugandas und frühere UN-Untergeneralsekretär Olara
       Otunnu wurde von Uganda nachnominiert. Und zuletzt schickten die
       Vereinigten Arabischen Emirate am 21. Oktober ihre frühere UN-Vertreterin
       [7][Lana Zaki Nusseibeh] ins Rennen.
       
       Am Mittwoch soll es die siebte Probeabstimmung im UN-Sicherheitsrat geben.
       Bislang hat Orbán seine Kandidatur noch nicht bestätigt.
       
       26 Oct 2026
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] /UN-Chef-Guterres-besucht-Syrien/!6199495
 (DIR) [2] https://www.wsj.com/opinion/viktor-orban-u-n-secretary-general-china-russia-us-d968fcaf
 (DIR) [3] /Ungarn-vor-der-Wahl/!6168938
 (DIR) [4] /Parlamentswahlen-in-Ungarn/!6170076
 (DIR) [5] /Wahlsieg-der-Opposition/!6224976
 (DIR) [6] /UN-Sicherheitsrat-sucht-Generalsekretaer/!6200608
 (DIR) [7] /Kritik-an-Israels-Vorgehen-/!6111862
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Mathias Brüggmann
       
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