# taz.de -- Während Trump-Wahlkampftour: Audi kündigt SUV-Werk in den USA an
       
       > Der US-Präsident macht den deutschen Autobauer zum Teil des
       > Midterm-Wahlkampfs und holt dafür dessen Chef auf die Bühne: Es geht um
       > eine Milliardeninvestition und heimische Jobs.
       
 (IMG) Bild: Wahlkampfhilfe aus Deutschland: Der deutsche CEO von Audi, Gernot Döllner, will ein SUV-Werk in Georgia bauen
       
       dpa | Der deutsche Autobauer Audi hat mitten auf einer
       Wahlkampfveranstaltung von US-Präsident Donald Trump den Bau eines neuen
       SUV-Werks in den USA bekannt gemacht. Trump kündigte im Bundesstaat Georgia
       an der Ostküste in seiner Rede vor Anhängern an, dass Audi im nächsten
       Monat mit dem Bau eines riesigen Werks in dem Bundesstaat beginnen werde.
       Dort sollen jährlich 200.000 Autos produziert werden. Er rief dann
       Audi-Chef Gernot Döllner auf die Bühne, der Trump vor den
       US-Parlamentswahlen wiederum für dessen Unterstützung dankte.
       
       Bis zu den wichtigen Midterms sind es weniger als zehn Tage. Am 3. November
       stimmen die Amerikanerinnen und Amerikaner über die Sitze im
       Repräsentantenhaus und einen Teil der Sitze im Senat ab. Die
       Republikanische Partei Trumps will ihre hauchdünnen Mehrheiten in den
       beiden Kammern des US-Kongresses verteidigen.
       
       ## Trump droht mit Zöllen und will Firmen in die USA locken
       
       Trump fordert seit Beginn seiner zweiten Amtszeit im Januar 2025 von
       ausländischen Unternehmen mit der Drohung von hohen Zöllen, Produktion in
       die USA zu verlagern. Er stellte solchen Firmen den Erlass von Zöllen, die
       auf den [1][Import in die USA] anfallen, in Aussicht. Trump will so die
       heimische Wirtschaft ankurbeln und Industriejobs schaffen.
       
       In einer Audi-Mitteilung hieß es, dass der Baubeginn des Werks für 2027
       vorgesehen sei. Erstmals plane die Marke ein eigenes Werk in den USA. Rund
       4.500 Jobs sollen geschaffen und rund vier Milliarden US-Dollar (rund 3,6
       Milliarden Euro) investiert werden. Die Produktion soll Anfang der 2030er
       Jahre starten. In dem Werk sollen Premium-SUVs gebaut werden, die gezielt
       auf die Anforderungen von [2][nordamerikanischen Kundinnen und Kunden]
       ausgerichtet werden.
       
       ## IG Metall mahnt Perspektiven für deutsche Standorte an
       
       Die IG Metall äußerte sich zu den Plänen grundsätzlich positiv, verband
       dies aber auch mit einer Mahnung. „Den US-Markt durch ein neues Werk besser
       zu erschließen, ist richtig und notwendig“, sagte die Erste Vorsitzende
       Christiane Benner in einer Mitteilung. „Jedoch müssen verbindliche
       Perspektiven für die Beschäftigten an allen, gerade den hiesigen
       Standorten, klar definiert und festgehalten werden.“ Dabei sei der Vorstand
       in einer Bringschuld.
       
       Benner verwies zudem darauf, die abschließende Entscheidung über einen
       möglichen Fabrikneubau in den USA stehe unter dem Vorbehalt der
       Gremienzustimmung. „Das finale Votum wird mit ganzheitlichem Blick
       richtiger- und wichtigerweise im Aufsichtsrat der Volkswagen AG getroffen.“
       Dort ist Benner stellvertretende Vorsitzende.
       
       ## VW: USA wichtiger Markt für Volkswagen-Konzern
       
       Vom Erfolg in [3][Nordamerika] profitiere der gesamte Volkswagen-Konzern,
       unterstrich VW-Chef Oliver Blume in einer Mitteilung. „Wir sehen die Region
       als wichtigen Markt, um profitabel zu wachsen“, sagte der
       Vorstandsvorsitzende des Volkswagen-Konzerns. „Ein mögliches Werk für Audi
       in den USA würde dafür weitere Voraussetzungen schaffen: Lokalisierte
       Produkte aus den USA für die USA.“
       
       25 Oct 2026
       
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