# taz.de -- Trump im Zollstreit mit Kanada: USA kündigen Einfuhrverbot für einige kanadische Waren an
       
       > Schlag auf Schlag geht es im Zollkonflikt zwischen den USA und Kanada
       > weiter. Nach den jüngsten Zöllen aus Ottawa folgt das nächste Dekret von
       > Donald Trump.
       
 (IMG) Bild: Über diese Brücke musst du gehen: Die Blue Water Bridge verbindet Sarnia (Ontario) und Port Huron (Michigan)
       
       dpa | Im [1][Zollstreit zwischen den USA und Kanada] hat die Regierung in
       Washington [2][Einfuhrverbote für bestimmte Produkte aus dem Nachbarland]
       angekündigt. Einige Molkereiprodukte, alkoholische Getränke und Motorräder
       sollen ab dem 29. September nicht mehr in die Vereinigten Staaten
       eingeführt werden dürfen, wie aus Dekreten von US-Präsident Donald Trump
       hervorging. Es gehe dabei um einen Warenwert im einstelligen
       Milliarden-Dollar-Bereich, sagte ein hochrangiger Regierungsvertreter.
       
       Mit den neuen Maßnahmen erhöht Washington den Druck, um Ottawa [3][in dem
       schwelenden Zollstreit] zum Einlenken zu bewegen.
       
       Wie aus Dokumenten des Weißen Hauses hervorgeht, geht es unter anderem um
       Motorräder und Mopeds sowie bestimmte Weine, Biere, Wodka und Schnäpse.
       Betroffen sind auch einige Molkereiprodukte wie etwa Molkenprotein, das
       beim Aufbau von Muskeln unterstützen kann. Nur wenige Stunden zuvor hatte
       Trump zudem das Beschaffungswesen von US-Behörden angewiesen, künftig keine
       kanadischen Produkte mehr zu beziehen.
       
       Der kanadische Handelsminister Dominic LeBlanc schrieb auf der Plattform X,
       seine Regierung prüfe derzeit die „jüngsten Zollmaßnahmen der USA“ und
       stehe in Kontakt mit dem US-Handelsbeauftragten, Jamieson Greer. „Wenn die
       USA bereit sind, Gespräche aufzunehmen, wird unsere Regierung in gutem
       Glauben und konstruktiv auf eine sicherere, für beide Seiten vorteilhafte
       Handelsbeziehung hinarbeiten, die die kanadische Souveränität vollständig
       respektiert.“
       
       ## Zuvor war Zollstreit eskaliert
       
       In der Nacht zum Dienstag (Ortszeit) waren kanadische Gegenzölle auf
       US-Importe in Kraft getreten. Betroffen sind Produkte aus den Bereichen
       Stahl und Aluminium, Haushaltsgeräte, landwirtschaftliche Ausrüstung,
       Zellstoff und Papier sowie Elektronik. Dabei geht es um bis zu 50 Prozent,
       die auf US-Einfuhren aufgeschlagen werden. Kanadischen Angaben nach geht es
       um Waren im Wert von 27,6 Milliarden kanadische Dollar.
       
       Die Handelsgespräche zwischen den USA und Kanada waren zuvor gescheitert.
       Die USA hatten danach im August Zölle von bis zu 50 Prozent auf kanadische
       Waren im Wert von rund 20 Milliarden US-Dollar verhängt – darunter etwa
       Hockeyschläger, Möbel, Honig und Wein.
       
       ## US-Beamter: Trump hält an Auto-Zöllen ab 1. Januar fest
       
       Trump hat zudem heftige Zölle in Höhe von 50 Prozent auf Autos, große und
       kleine Lastwagen, Autoteile und Stahl ab dem 1. Januar 2027 angedroht,
       sollten beide Seiten nicht zu einem Deal zusammenfinden. Zumindest mit
       Blick auf den Autosektor habe sich die Position des Präsidenten trotz der
       jüngsten Importverbote nicht geändert, verlautete aus dem Weißen Haus.
       
       Eine solche Maßnahme würde den Autohandel zwischen beiden Nationen
       tiefgreifend belasten: 85 Prozent aller aus Kanada exportierten Autos
       gingen 2024 in die Vereinigten Staaten. Trump begründet seine Zölle unter
       anderem damit, dass Kanada die Vereinigten Staaten seit Jahren „ausbeute“.
       Er behauptete, dass sein Land nicht auf den Handel mit dem Nachbarn
       angewiesen sei. Dabei ist Kanada laut US-Daten derzeit der zweitgrößte
       Handelspartner der USA.
       
       Zugleich hieß es am Dienstag, dass US-Vertreter in den vergangenen Tagen
       weiter mit Handelsminister LeBlanc im Gespräch gewesen seien. „Ich glaube,
       dass es auf kanadischer Seite Interesse daran gibt, einen alternativen Weg
       zu finden, und wie immer bleiben wir offen dafür“, betonte der US-Beamte.
       
       ## Im Zollzwist kam Trump auch noch auf andere Ideen
       
       Aus Ärger über den unnachgiebigen Nachbarn hatte Trump auch die Umbenennung
       des Grenzsees Lake Ontario in „Lake America“ verfügt. Er begründete den
       Schritt zu Beginn damit, dass die USA „nicht mehr damit rechnen,
       nennenswerte Geschäfte mit Ontario zu tätigen“, schrieb er auf seiner
       Plattform Truth Social über Kanadas bevölkerungsreichste Provinz, die
       wirtschaftlich eng mit den USA verflochten ist.
       
       9 Sep 2026
       
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