# taz.de -- Ticket für Gelegenheitsfahrer: Es könnte ganz schnell gehen, wenn die Politik wollte
       
       > Ein bundesweites ÖPNV-Ticket für Gelegenheitsfahrer:innen ist eine
       > tolle Sache. Nur gibt es dafür leider keinen breiten politischen Willen.
       
 (IMG) Bild: Schnell durchziehen, das schafft die Bahn im besten Fall auf der Schiene, aber nicht bei Tickets
       
       Chance vertan: Die Verkehrsminister:innen haben [1][bei ihrer
       regulären Konferenz] den Antrag auf ein bundesweites digitales ÖPNV-Ticket
       für Leute, die nur manchmal Bus oder Bahn nehmen, von der Tagesordnung
       genommen. Dabei haben die grünen Verkehrsminister aus Hamburg und NRW eine
       gute Idee vorgelegt: Gelegenheitsfahrer:innen sollen mit einem
       Smartphoneticket den öffentlichen Nahverkehr ohne langes Suchen nach dem
       richtigen Tarif nutzen können. Abgerechnet werden soll nach gefahrener
       Strecke, und zwar mit dem günstigsten Tarif. Technisch ist das kein
       Problem.
       
       Vorbild [2][ist ein Angebot, das in NRW] sehr gut angenommen wird. Es gibt
       allerdings einen großen Unterschied: An Rhein und Ruhr hat die Fahrkarte
       für gelegentliche Nutzer:innen einen Preisdeckel. Sie müssen maximal so
       viel zahlen, wie das Deutschlandticket kostet. Das soll bei dem
       bundesweiten Gelegenheitsticket ausdrücklich nicht so sein, damit
       [3][Kund:innen mit Deutschlandticket] nicht umsteigen. Das nimmt der Idee
       einigen Charme.
       
       Trotzdem wäre das Gelegenheitsticket ein attraktives Angebot. Gerade
       angesichts hoher Spritpreise sind heute viele zum Umstieg vom Auto bereit.
       Aber hohe Preise und vor allem komplizierte Tarifsysteme schrecken ab. Wer
       Bus und Bahn nicht nutzt, wird es absurd finden, das Deutschlandticket zu
       kaufen. Das Gelegenheitsticket wäre eine ideale Möglichkeit für
       Nahverkehrsskeptiker:innen, die unkomplizierte Nutzung von Bussen und
       Bahnen einfach mal auszuprobieren – und vielleicht Gefallen daran zu
       finden.
       
       Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (CDU) sollte den Impuls aus NRW und
       Hamburg aufgreifen. Damit könnte er sich profilieren, ohne dass er Geld
       ausgeben muss. Weil das Gelegenheitsticket keinen Preisdeckel hat,
       verursacht es auch keine zusätzlichen Kosten. Es gibt also nichts, was
       einer raschen Einführung im Wege steht – außer der politische Wille.
       
       22 Oct 2026
       
       ## LINKS
       
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 (DIR) [3] /Deutschlandticket/!t5971678
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Anja Krüger
       
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