# taz.de -- Urteil des Bundesgerichtshofs: Schufa muss transparenter werden
       
       > Der alte Schufa-Wert gilt als Blackbox. Nun urteilte ein Gericht:
       > Verbraucher sollen Infos bekommen – wenn der Score einen
       > Vertragsabschluss gefährdet.
       
 (IMG) Bild: Kann so manchen Kredit- oder Mietvertrag verhindern: der Schufa-Bonitätsscore
       
       afp | Die Wirtschaftsauskunftei Schufa muss Verbraucher:innen darüber
       informieren, wie ihr Schufa-Wert zustande gekommen ist – unter bestimmten
       Voraussetzungen. Welche das sind, hat am Mittwoch der Bundesgerichtshof
       (BGH) in Karlsruhe präzisiert. Dass die Voraussetzungen vorliegen, müssen
       demnach die Verbraucher:innen beweisen ([1][Az. I ZR 227/25 und
       weitere]).
       
       Die Entscheidungen betreffen den alten Schufa-Basisscore und die bisherige
       Rechtslage. Seit März gibt es einen neuen Schufa-Score, der die alten Werte
       bis spätestens Ende 2028 komplett ablösen soll. Dieser neue Score macht es
       Verbraucher:innen ohnehin leichter, die über sie gespeicherten Daten
       einzusehen.
       
       Die Schufa bewertet die Kreditwürdigkeit einzelner Verbraucher:innen
       anhand von gesammelten Daten. Auf dieser Grundlage können Unternehmen die
       Wahrscheinlichkeit einschätzen, ob jemand seine Rechnungen zahlt. Banken
       beispielsweise, Onlinehändler oder Energieversorger nutzen ihn.
       
       In den Fällen, über die der BGH nun entschied, klagten Privatleute in
       Sachsen noch nach der alten Rechtslage und zum alten Score. Sie forderten
       Informationen über [2][die Berechnung ihres Schufa-Werts]. Das
       Oberlandesgericht Dresden gab ihnen größtenteils recht.
       
       ## Bundesgerichtshof gibt der Schufa Recht
       
       Die Schufa zog vor den BGH, wo sie nun formal Erfolg hatte. Der BGH hob die
       Dresdner Urteile auf, da das Oberlandesgericht nicht herausgefunden hatte,
       ob alle Voraussetzungen vorlagen. Das heißt: ob der Score die Betroffenen
       jeweils erheblich beeinträchtigt hat und Entscheidungen anderer davon
       abhängen. Das Oberlandesgericht muss nun noch einmal verhandeln.
       
       Mit Blick auf die Schufa sind die Voraussetzungen beispielsweise erfüllt,
       wenn jemand wegen eines [3][zu schlechten Bonitätsscores] keinen Kredit
       bekommt. Ob das so war, muss der Verbraucher beweisen. An diesen Beweis
       dürfen aber nicht zu hohe Anforderungen gestellt werden, wie der BGH sagte.
       Es genügt, wenn der Kläger vorträgt, dass sein Wert an ein Unternehmen
       weitergegeben wurde und in zeitlichem Zusammenhang damit eine für ihn
       nachteilige Entscheidung fiel.
       
       Die BGH-Urteile gelten für die aktuelle Lage. In Zukunft werden sie wohl
       keine große Rolle spielen, da das Gesetz ohnehin mehr Transparenz vorsieht.
       
       21 Oct 2026
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] https://www.bundesgerichtshof.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/DE/2026/2026198.html?nn=373478
 (DIR) [2] /Lange-Speicherung-von-Daten/!6207270
 (DIR) [3] /Buch-ueber-Macht-von-Bewertungssystemen/!6211487
       
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