# taz.de -- Umweltschützerin Yuli Velásquez: Sie hat drei Mordversuche überlebt
       
       > Kolumbianische Fischer:innen werden von vielen kriminellen Gruppen
       > bedroht. Die Umweltschützerin Yuli Velásquez fordert internationale
       > Unterstützung.
       
 (IMG) Bild: Findet deutliche Worte gegen Drohungen: Yuli Andrea Velásquez Briceño, hier bei einer Demo in Berlin
       
       Drei Mordversuche hat sie überlebt. Jetzt ist das Leben von Yuli Velásquez
       wieder bedroht. Sie ist Präsidentin des Verbands der Kleinfischer von
       Santander (Fedepesan) im Nordosten Kolumbiens. Dieses Jahr wurde sie mit
       dem kolumbianischen Menschenrechtspreis ausgezeichnet, 2024 mit dem von
       Amnesty International Deutschland.
       
       Bei einer Fortbildung für Kleinunternehmer:innen [1][erhielt Yuli
       Velásquez einen Anruf]. Am anderen Ende war laut eigener Aussage Jhon Jairo
       Fernández Pórtala, alias „Marihuano“. Der Mann sitzt wegen Verdachts auf
       mehrfachen Mord in Haft und ist Chef der Drogenbande „Los de la M“.
       Marihuano drohte ihr mit dem Tod, sollte sie nicht zu einem Treffen
       erscheinen und dort Schutzgeld zahlen. Es folgten Drohnachrichten per
       Whatsapp von derselben Nummer. Ähnlich erging es María Teresa Beltrán, der
       Inspektorin von Fedepesan.
       
       Yuli Velásquez ist Fischerin und diplomierte Umweltingenieurin. Ihr Verband
       Fedepesan arbeitet eng mit der lokalen Menschenrechtsorganisation CREDHOS
       zusammen. Immer wieder [2][klagten sie den Staatskonzern Ecopetrol an], der
       die Seen- und Sumpflandschaft verseucht, obwohl dieser das bestritt. Sie
       zeigten Fälle von Korruption an, zum Beispiel bei der Vergabe von Verträgen
       zur Renaturierung von Gewässern durch Ecopetrol und die regionale
       Umweltbehörde CAS.
       
       Seit Jahrzehnten bedrohen auch Guerillas und Paramilitärs die
       Fischer:innen. Mehrere verließen deshalb ihre Heimat. Einige wurden
       ermordet und ihre Leichen in Gewässer geworfen. Yuli Velásquez und ihre
       Familie leben seit Jahren mit Personenschutz. Zwei Wochen vor der neuesten
       Morddrohung hatten bewaffnete Männer Fischer bedrängt, die tote Seekühe
       dokumentierten. Unbekannte schlichen um ihre Häuser, dokumentiert von
       Überwachungskameras.
       
       ## So viele kriminelle Gruppen
       
       Yuli Velásquez hat bei einem Treffen mit der Ombudsstelle des Volks und der
       Staatsanwaltschaft deutlich über die Bedrohungen gesprochen. Es gebe
       aktuell so viele kriminelle Gruppen, dass sie nicht mal wüssten, wer sie
       bedrohe. Umso wichtiger sei die Unterstützung der internationalen
       Gemeinschaft und Menschenrechtsorganisationen.
       
       Kolumbien war laut [3][der Organisation Global Witness] 2025 wieder das
       tödlichste Land der Welt für Umweltschützer:innen.
       
       23 Oct 2026
       
       ## LINKS
       
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       ## AUTOREN
       
 (DIR) Katharina Wojczenko
       
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