# taz.de -- Wohnungsbau in Hamburg: 100 Prozent bezahlbare Wohnungen
> In Hamburg wird ein neuer Wohnblock ausschließlich mit Sozialwohnungen
> errichtet. Der Ghettobildung beugt ein besonderes Fördermodell vor.
(IMG) Bild: Hier auf der rechten Straßenseite soll der neue Wohnblock entstehen
Ob der guten Nachricht waren die Grünen in Hamburg-Altona so aus dem
Häuschen, dass sie sich in ihrer Pressemitteilung gleich verhaspelt haben:
In der Nähe des Bahnhofs Altona würden „426 Wohnungen gebaut, zu 100
Prozent von der Saga gefördert“.
Tatsächlich baut das städtische Wohnungsbauunternehmen, aber es fördert
natürlich nicht selbst, sondern das tut die Stadt. Ungewöhnlich sind die
100 Prozent. Denn der rot-grüne Senat schreibt, da wo er es kann, 35
Prozent geförderte Wohnungen vor. Der Senat wie die Saga versuchen
eigentlich zu vermeiden, dass zu 100 Prozent geförderte Quartiere
entstehen. Damit soll verhindert werden, dass sich soziale Probleme an
einem Ort ballen.
Das geplante Projekt in Altona soll nach Angaben der Grünen noch in diesem
Jahr starten und auf dem Gelände eines gescheiterten Großmarkts entstehen.
Das Grundstück liegt in einem städtisch durchmischten Gebiet. Nebenan gibt
es Wohnungen, Büros und Gewerbehöfe. Eine der sieben Hamburger Magistralen
ist ebenso um die Ecke wie zwei S-Bahnhöfe, ein künftiger Fernbahnhof und
das gentrifizierte Ausgehviertel Ottensen.
Die gute Lage sorgt für [1][Preisdruck und das besonders in einer Stadt wie
Hamburg]. Eben hat das Kieler Institut für Weltwirtschaft der Hansestadt
mal wieder bescheinigt, dass sie spitze ist: beim [2][Anstieg der
Angebotsmieten] nämlich. Unter den acht größten deutschen Städten sind sie
im Vergleich der dritten Quartale 2025 und 2026 mit 6,7 Prozent am
stärksten gestiegen – das, obwohl der Wohnungsbau ja zu den Prioritäten des
rot-grünen Senats zählt.
## Wohnungsbauziel verfehlt
Allerdings tut sich dieser schwer, das selbst gesetzte Ziel von 10.000
Baufertigstellungen im Jahr zu erreichen. Im vergangenen Jahr wurden
lediglich knapp 6.000 Wohnungen fertiggestellt, nach gut 8.000 im Jahr
davor und wiederum 6.000 im Jahr 2023.
Eine Stellschraube, mit der der Senat versucht, den Bau voranzutreiben, ist
das Bündnis für das Wohnen mit der Wohnungswirtschaft und den Bezirken. Die
einen sollen bauen, die anderen Grundstücke dafür finden und bereitstellen.
Gebremst wird deren Aktivität allerdings durch die hohen Baukosten, denen
die Stadtentwicklungsbehörde mit einem [3][neu entwickelten
Hamburg-Standard] zu begegnen versucht: Damit wird versucht, Abstriche bei
der Ausstattung zu ermöglichen und es für die Bauherren rechtssicher zu
machen.
Ein anderer Weg, das Bauen für Durchschnittshaushalte trotzdem zu
ermöglichen, [4][ist die öffentliche Förderung]. Hier hat sich der Senat
neben dem ersten Förderweg, also der klassischen Sozialwohnung für Leute
mit geringem Einkommen, einen zweiten und sogar dritten Förderweg
ausgedacht für Leute mit mittlerem Einkommen.
Im ersten Wege geförderte Wohnungen können 36 Prozent der Hamburger
Haushalte in Anspruch nehmen, unter die Einkommensgrenze des dritten Weges
fallen 65 Prozent. Die Spanne der zulässigen Mieten reicht von 7,85 Euro
über 9,99 Euro bis zu 12,95 Euro.
Die Kritik, das seien ja keine echten Sozialwohnungen, greift angesichts
der Baupreisentwicklung zu kurz. Jetzt entstehen zu 100 Prozent geförderte
Wohnungen in einem aufstrebenden Gebiet mit sozial gemischter
Bewohnerschaft. Wie erfreulich.
21 Oct 2026
## LINKS
(DIR) [1] /Studierende-auf-Wohnungssuche/!6219429
(DIR) [2] /Anstieg-der-Wohnungsmieten/!6221881
(DIR) [3] /Wohnungsmangel-in-Bremen/!6126857
(DIR) [4] https://www.hamburg.de/politik-und-verwaltung/behoerden/behoerde-fuer-stadtentwicklung-und-wohnen/themen/wohnen/wohnungsbaupolitik/gefoerderter-wohnungsbau-158654
## AUTOREN
(DIR) Gernot Knödler
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