# taz.de -- USA und die Wahlen in Israel: Trump empfiehlt Netanjahu
       
       > Kurz vor der Wahl in Israel stellt sich der US-Präsident demonstrativ
       > hinter Israels umstrittenen Premier. Dessen Kontrahent reagiert
       > zurückhaltend.
       
 (IMG) Bild: Eine Hand schüttelt die andere: Trump und Netanjahu bei einer Pressekonferenz
       
       afp / dpa | US-Präsident Donald Trump hat dem israelischen
       Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu seine Unterstützung bei der
       anstehenden Parlamentswahl ausgesprochen. Netanjahu sei ein großartiger
       „Partner für Frieden“ im Kampf gegen Iran gewesen, schrieb Trump auf seiner
       Plattform Truth Social über den Mann, mit dem er den [1][Krieg gegen Iran]
       Ende Februar gemeinsam begann. Die Islamische Republik sei sowohl
       militärisch als auch finanziell zerstört worden und sofern sie ihren Kurs
       nicht rasch ändere, werde man diese Aufgabe bald zu Ende bringen, drohte
       Trump in Richtung Teheran.
       
       „Wenn Israel die falsche Führungsperson hat – und das wäre jede andere als
       Bibi –, wird Amerika diese Arbeit selbst übernehmen müssen, und ich bin
       nicht geneigt, das zu tun.“ Netanjahu habe sich angesichts enormen
       Widerstands, auch aus dem eigenen Land, als stark, mutig und brillant
       erwiesen, lobte Trump. Er sei genau die Art von Partner, den die USA von
       Israel erwarteten. „Bitte betrachten Sie dieses Schreiben als Ausdruck
       meiner uneingeschränkten und vollumfänglichen Unterstützung für Bibi
       Netanjahu bei seinem bevorstehenden erneuten Antritt zur Wahl des
       Ministerpräsidenten Israels“, schrieb Trump.
       
       Knapp anderthalb Wochen [2][vor der israelischen Parlamentswahl am 27.
       Oktober] beantwortete der US-Präsident damit eine Frage, die er sich zuvor
       monatelang offengelassen hatte. Mitte Juni etwa sagte er nach Angaben des
       israelischen Senders Kan in einem Interview, er werde Netanjahu bei der
       Wahl wahrscheinlich unterstützen, aber müsse erst einmal abwarten, wer
       kandidiere. Trump fügte damals hinzu, er habe ein gutes Verhältnis zu
       Netanjahu, aber dieser müsse vernünftiger handeln.
       
       ## Netanjahu bedankt sich
       
       Wenige Minuten nach der Erklärung von Trump zeigte sich Netanjahu dankbar
       „für die großartige Unterstützung und für unsere Zusammenarbeit“. Im
       Onlinedienst X fügte der Regierungschef offenbar mit Blick auf den durch
       US-israelische Angriffe begonnenen Iran-Krieg hinzu: „Gemeinsam werden wir
       die Mission beenden.“
       
       Netanjahus wichtigster Rivale bei der anstehenden Parlamentswahl, der
       ehemalige Generalstabschef Gadi Eisenkot, wies Trumps Einflussnahme zurück.
       Er „bewundere“ zwar Trump, sagte er auf einer Konferenz in Tel Aviv. Aber:
       „Israel ist ein demokratisches Land – nur die Israelis können ihren
       Anführer wählen.“
       
       Netanjahu und Trump gelten [3][trotz gelegentlicher
       Meinungsverschiedenheiten als enge Verbündete]. In einem von seiner Partei
       veröffentlichten Video erklärte Netanjahu, im Falle seines Wahlsieges werde
       seine enge Verbindung zu Trump helfen, „die iranische Bedrohung innerhalb
       der nächsten zwei Jahre – oder auch schon früher – endgültig zu
       eliminieren“. Schon jetzt sei der Iran „geschlagen“.
       
       ## Massiv unter Druck
       
       In Israel wird am 27. Oktober ein neues Parlament und damit der künftige
       Regierungschef gewählt. Netanjahu kandidiert erneut für das Amt, steht
       allerdings unter anderem wegen des Iran-Kriegs massiv unter Druck. Zudem
       gibt es Vorwürfe, dass er [4][vor dem Hamas-Angriff auf Israel vom 7.
       Oktober 2023 unter anderem von den Vereinigten Arabischen Emiraten gewarnt]
       worden sei – und nichts unternommen habe. Netanjahu weist die
       entsprechenden Berichte als „absolute Lüge“ zurück.
       
       Nachdem Trump und Netanjahu den Krieg gegen Iran gemeinsam begonnen hatten,
       schienen im weiteren Verlauf des Konflikts unterschiedliche Interessen der
       beiden zutage zu treten. Der US-Präsident äußerte dann in ungewohntem Maße
       öffentliche Kritik an Netanjahu.
       
       19 Oct 2026
       
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