# taz.de -- Verhandlungen über Kriegsende: Putin schlägt Trump und Xi Ukraine-Gipfel vor
> Moskau möchte mit Washington und Peking über das Ende des Ukraine-Kriegs
> zu seinen Gunsten verhandeln. Der US-Präsident könnte die Idee womöglich
> gutheißen.
(IMG) Bild: Matrjoschkas bemalt mit den Gesichtern von Trump, Putin und Xi
rtr/afp | Der russische Präsident Wladimir Putin hat einem Zeitungsbericht
zufolge offenbar ein Gipfeltreffen mit US-Präsident Donald Trump und dem
chinesischen Staatschef Xi Jinping vorgeschlagen, um ein Ende des
vierjährigen Ukraine-Krieges [1][zugunsten Moskaus] auszuhandeln. Dies
berichtete das Wall Street Journal am Sonntag (Ortszeit) unter Berufung auf
mit den Diskussionen vertraute Personen. Der Kreml habe vorgeschlagen, den
Dialog am Rande des Asien-Pazifik-Gipfels (Apec) am 18. und 19. November
im chinesischen Shenzhen abzuhalten, hieß es in dem Bericht weiter.
Kreml-Sprecher Dmitri Peskow bestätigte der Zeitung, dass über eine
mögliche Zusammenkunft diskutiert werde. „Es gibt noch keine klaren
Vorstellungen über das Treffen selbst oder dessen mögliche Tagesordnung,
obwohl alle drei Parteien die hypothetische Möglichkeit anerkennen, dass
ein solches Treffen stattfindet“, sagte er dem Blatt. Einem hochrangigen
US-Regierungsvertreter zufolge hat Trump einem solchen Gipfel noch nicht
zugestimmt, könnte der Idee gegenüber jedoch aufgeschlossen sein.
Wie das Wall Street Journal unter Berufung auf einen mit dem Vorgang
vertrauten ehemaligen russischen Geheimdienstmitarbeiter weiter
berichtete, geht Putins Vorschlag auf ein Telefonat mit Trump vom 9.
Oktober zurück. Bei dem Gespräch sei auch das Diesel-Geschäft zwischen den
beiden Ländern zustande gekommen. Trump hatte zudem am Freitag per Dekret
wichtige Sanktionen gegen Moskau aufgehoben. Das Weiße Haus sowie die
russischen und chinesischen Botschaften in Washington reagierten zunächst
nicht auf Anfragen der Nachrichtenagentur Reuters nach einer
Stellungnahme. Auch der Kreml war außerhalb der regulären Geschäftszeiten
zunächst nicht zu erreichen.
## Selenskyj: USA liefern wieder Geheimdienstinformationen an die Ukraine
Derweil liefern die USA nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr
Selenskyj nach mehrtägiger Unterbrechung wieder Geheimdienstinformationen
an Kyjiw. „Es war blockiert für einige Zeit. Und dann wurde es von US-Seite
wieder deblockiert“, sagte Selenskyj in einem am Sonntag veröffentlichten
Interview mit dem US-Fernsehsender NBC. Sein Land sei „dankbar“ dafür.
Selenskyj zufolge hatte die ukrainische Armee „drei Tage lang während
ballistischer Raketenangriffe“ Russlands keinen Zugriff auf
US-Geheimdienstinformationen, was sein Land geschwächt habe. „Jetzt
funktioniert es wieder.“
Der ukrainische Präsident äußerte sich auch zur vorübergehenden Drosselung
des für seine Truppen wichtigen Satelliten-Internetsystems Starlink von
US-Techmilliardär Elon Musk. Dies sei offenbar die Folge einer „Botschaft
der US-Regierung“.
Nachdem US-Präsident Donald Trump die Ukraine in der vergangenen Woche
unter anderem für ihre Angriffe auf russische Ölanlagen scharf kritisiert
hatte, hatte Kyjiw eine Verlangsamung des [2][Starlink-Systems] von SpaceX
beklagt. Die Drosselung stört den Einsatz von ukrainischen Drohnen und
behindert die für Kyjiw entscheidende Luftverteidigung gegen den russischen
Angriffskrieg.
Musk hatte vor wenigen Tagen ebenso wie Trump die Ablösung des ukrainischen
Präsidenten gefordert. Selenskyj sagte NBC, er glaube, „es war eine
Botschaft der US-Regierung, die Geschwindigkeit zu begrenzen. Und technisch
hat SpaceX das getan.“
Der ukrainische Präsident sagte zudem, es wäre ein „historischer Fehler“,
wenn die USA Russland offiziell unterstützen würden. „Wir wollen ihm
vertrauen, und ich hoffe, dass er seine Entscheidungen ändern wird“, sagte
Selenskyj über den US-Präsidenten. „Denn ich denke, dass das alles Fehler
sind und es uns nicht helfen wird. Und es wird den Vereinigten Staaten
nicht helfen.“
US-Präsident Trump hatte im Ukraine-Krieg zuletzt mehrere Entscheidungen
zugunsten Russlands getroffen, die von Selenskyj, den europäischen Partnern
Kyjiws und [3][auch von mehreren Republikanern im Kongress scharf
kritisiert wurden]. Unter anderem legte Trump bereits beschlossene
US-Sanktionen gegen Russland am Freitag – zwei Tage vor dem geplanten
Inkrafttreten – per Dekret auf Eis. Die Kehrtwende bei den Sanktionen
erfolgte nur eine Woche, nachdem er ein umstrittenes Abkommen mit dem
russischen Präsidenten Wladimir Putin über die Lieferung von russischem
Diesel geschlossen hatte.
## Erneute Angriffe auf Kyjiw
In der Nacht zum Montag kam es erneut zu russischen Angriffen auf Kyjiw.
Dabei wurde [4][eine U-Bahn-Station auf dem linken Flussufer beschädigt].
Eine 21-jährige Frau sei bei dem Angriff ums Leben gekommen, drei weitere
Menschen seien verletzt worden, teilte Bürgermeister Witali Klitschko auf
Telegram mit. Zudem seien eine medizinische Einrichtung und ein
Nichtwohngebäude beschädigt worden. Mehrere U-Bahn-Stationen sind jetzt
geschlossen.
Das russische Verteidigungsministerium bestätigte einen schweren Angriff
auf Ziele in Kyjiw und in der Umgebung der ukrainischen Hauptstadt. Die
Attacken hätten sich gegen militärisch-industrielle Anlagen, Lagerstätten
für Marschflugkörper und Drohnen sowie Rechenzentren gerichtet.
19 Oct 2026
## LINKS
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(DIR) [3] /US-Praesident-setzt-Sanktionen-aus/!6222318
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