# taz.de -- US-Pressesprecherin: Trumps Sprecherin Zacharia gibt Posten auf
> Pressesprecherin Katie Zacharia war kaum eine Woche im Amt. Nach einigen
> Kontroversen muss sie nun das Weiße Haus wieder verlassen.
(IMG) Bild: Die Pressesprecherin des Weißen Hauses, Katie Zacharia, muss ihren Posten aufgeben
dpa Die gerade erst angetretene neue Pressesprecherin von [1][Präsident
Donald Trump], Katie Zacharia, gibt ihr Amt US-Kreisen zufolge auf. Sie
werde den Posten räumen, bestätigte ein ranghoher Regierungsbeamter der
Deutschen Presse-Agentur, ohne nähere zeitliche Angaben dafür zu machen.
[2][Zacharia hatte den Job erst am Montag angetreten.] Wer auf sie folgen
soll, war zunächst unklar. „Es war mir eine Ehre, für ihn zu arbeiten“,
schrieb Zacharia am Freitagabend (Ortszeit) auf der Plattform X mit Blick
auf Trump.
Trump selbst hatte es vor Reportern kurz zuvor so dargestellt, als hätte er
Zacharia nahegelegt, über einen Rücktritt nachzudenken. „Ich habe zu ihr
gesagt: Ganz ehrlich, wenn ich du wäre, würde ich es mir noch einmal
überlegen. Denk darüber nach, aber ich würde es mir noch einmal überlegen“,
erzählte er Reportern vor dem Weißen Haus. Ob Zacharia im Amt bleibe, wolle
er ihr selbst überlassen. Mehrere US-Medien berichteten dagegen, dass er
sie gefeuert habe.
[3][Der US-Präsident] hatte vor der Presse Zweifel daran geäußert, ob sie
für die Aufgabe geeignet sei. „Vielleicht ist das nichts für sie“, räumte
er ein. Zacharia sei von den Medien sehr schlecht und unfair behandelt
worden. Er wolle lediglich, dass sie glücklich sei, und sie habe in den
vergangenen Tagen sehr gelitten. Er werde ihre Entscheidung unterstützen
und wolle bald erneut mit ihr sprechen.
Der TV-Sender CBS News berichtete unter Berufung auf eine mit der
Angelegenheit vertraute Person, dass Zacharia die Woche „ungewöhnlich
isoliert“ verbracht und nicht als Pressesprecherin fungiert habe. Das
Nachrichtenportal „Politico“ schrieb, dass sich Trump gegenüber Dritten
kritisch über Zacharia geäußert habe. Sie habe kein Talent und gehöre nicht
ins Fernsehen, habe der Präsident über seine Sprecherin gesagt. Eine Trump
nahestehende Person sagte dem US-Sender CNN, dass Trump Zacharia nicht für
den Job für geeignet halte. Zugleich schätze er sie als Person, hieß es.
## Nervöser erster Auftritt vor der Presse
Zacharia war Nachfolgerin von Karoline Leavitt, die das Amt Ende August
verlassen hatte. Trump hatte die Personalie erst am Sonntag öffentlich
gemacht. Am Montag, der in den USA der Feiertag Columbus Day war, trat sie
den Job an. Am Dienstag gab sie ihre erste Pressekonferenz. Von ihrem
ersten Auftritt vor der Presse blieben dann vor allem Versprecher und ein
ungewöhnlich schnelles Ende nach nur wenigen Fragen in Erinnerung.
Bei der Ankündigung war Trump noch voll des Lobs für Zacharia: „Ich bin
zuversichtlich, dass Katie als neue Pressesprecherin des Weißen Hauses
starke Ergebnisse für unser Land erzielen wird“, schrieb er.
Die Personalentscheidung kam anscheinend überraschend, wie Zacharia selbst
im Interview des rechtskonservativen Senders Real America’s Voice
schilderte: So habe Trump sie angerufen, worauf sie am Donnerstag
losgeflogen sei, um ihn am Freitag zu treffen. Noch am gleichen Tag habe
sie das Jobangebot angenommen, sagte sie weiter. Samstag sei sie dann
zurück nach Kalifornien geflogen, um ihre Koffer zu packen und am Sonntag
zurück in die US-Hauptstadt zu fliegen. „Er bat mich, am Montag im Büro zu
sein, und ich erschien am Montag“, sagte sie.
## Berufliche Qualifikationen wurden infrage gestellt
Ihre beruflichen Qualifikationen hatten eine Debatte ausgelöst und sie
selbst massiv unter Druck gebracht. Im Zentrum stand dabei, dass Zacharia
sich bei Fernsehauftritten und in sozialen Medien wiederholt als Anwältin
(„lawyer“) bezeichnete.
Die Absolventin einer US-Jurafakultät hatte die Anwaltsprüfung in
Kalifornien 2011 nicht bestanden. Zacharia hatte erklärt, ihr sei gesagt
worden, sie dürfe sich trotzdem „lawyer“ nennen, aber nicht „attorney“.
Während „attorney“ definitiv eine Anwaltszulassung voraussetzt, wird
„lawyer“ im US-Sprachgebrauch teils auch für Juraabsolventen verwendet,
kann aber unter Umständen auch rechtlich problematisch sein. Trump selbst
hatte sie bei ihrer Ernennung als „attorney“ vorgestellt.
Vor ihrem Job als Pressesprecherin des Weißen Hauses arbeitete sie nach
Angaben ihres LinkedIn-Profils als Kommunikationsberaterin für die Trump
Media & Technology Group, zu der auch die Plattform Truth Social gehört.
Zuvor war sie für kurze Zeit stellvertretende Sprecherin des
US-Heimatschutzministeriums. Zudem trat sie als Kommentatorin bei Trumps
Haussender Fox News und dem ultrakonservativen US-Senders Newsmax auf.
18 Oct 2026
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