# taz.de -- US-Kriegsminister Hegseth: Musk soll „Zukunft der Kriegsführung“ miterforschen
       
       > Laut US-Kriegsminister Pete Hegseth soll der Tech-Milliardär Elon Musk
       > mit seinen Firmen KI und Roboter für das Militär entwickeln.
       
 (IMG) Bild: US-Verteidigungsminister Pete Hegseth bei seiner Rede auf der Marinebasis Quantico am Mittwoch
       
       dpa Der Tech-Milliardär Elon Musk soll die amerikanische Kriegsführung der
       Zukunft mitgestalten – und dabei geht es auch um autonome Waffen.
       US-Verteidigungsminister Pete Hegseth kündigte ein Forschungsprojekt an,
       das unter anderem von Musk und dem Drohnen-Unternehmer Palmer Luckey
       angeführt werden soll. Ergebnisse erwartet der Pentagon-Chef binnen 120
       Tagen.
       
       Die Aussicht auf eigenständig agierende Waffensysteme mit künstlicher
       Intelligenz war zuletzt durch einen Streit zwischen dem Pentagon und der
       KI-Firma Anthropic in die öffentliche Aufmerksamkeit gerückt. Anthropic
       weigerte sich, dem Verteidigungsministerium die Nutzung seiner Technologie
       in autonomen Waffen und zur Massenüberwachung von Amerikanern zu erlauben.
       Das Pentagon beharrt dagegen auf dem Recht zu jeglichem legalen Einsatz von
       KI. Hegseth ließ Anthropic wegen des Streits zum Lieferketten-Risiko
       erklären.
       
       Der für seine rechten politischen Ansichten bekannte Musk lässt bei seiner
       Weltraumfirma SpaceX ebenfalls KI entwickeln. Die Software mit dem Namen
       Grok liegt bei den Fähigkeiten allerdings bisher hinter Anthropic und dem
       ChatGPT-Entwickler OpenAI zurück.
       
       Zugleich fährt Musk bei dem von ihm geführten Autobauer Tesla gerade die
       Produktion humanoider Roboter hoch. Er verkündet immer wieder, dass die
       Roboter mit dem Namen Optimus das größte Produkt aller Zeiten werden
       sollen. Laut einem Bericht der Website „The Information“ baute Tesla
       zuletzt mehrere hundert Roboter pro Woche. Zum Jahresende peile man die
       Produktion von mehr als 1.000 Roboter wöchentlich an. Zugleich gebe es
       aktuell Probleme beim Bau der komplexen mechanischen Hände, hieß es unter
       Berufung auf informierte Personen. Per KI angetriebene Roboter-Soldaten
       sind seit Jahren eine gefürchtete Vision für die Zukunft der Kriegsführung.
       
       ## Pentagon-Chef: Kreativer Blick auf die Zukunft
       
       Hegseth sagte, Zweck des von Musk mit angeführten Projekts sei, „mit einem
       kreativen Blick auf die Zukunft zu schauen und Bereiche zu identifizieren,
       die wir erobern müssen, und die Fähigkeiten, die wir beherrschen müssen“,
       sagte Hegseth.
       
       Dabei sprach Hegseth auch das Thema der autonomen Kriegsführung an, also
       den Einsatz von Waffensystemen und künstlicher Intelligenz, die ohne
       direktes menschliches Eingreifen aktiv sein und etwa Angriffe ausführen
       können. „Wir müssen vorausschauend handeln, um die technologische und
       militärische Überlegenheit auf dem Schlachtfeld für die kommenden
       Jahrzehnte zu sichern“, sagte er weiter.
       
       Der Minister kündigte zudem die Schaffung eines neuen Vier-Sterne-Kommandos
       an, um autonome und robotergestützte Fähigkeiten im US-Militär auszubauen.
       
       Hegseth verteidigte die umstrittene Umgestaltung des
       Verteidigungsministeriums – und kündigte weitere Veränderungen an. Vor
       Militärs in Quantico im US-Bundesstaat Virginia bestätigte er, dass das
       Pentagon ein Fünftel aller für Admiräle und Generäle vorgesehenen
       Dienstposten streichen will. US-Medien hatten das bereits vorab berichtet.
       
       ## Eigener Strom
       
       In seiner Rede zur „Lage der Streitkräfte“ erwähnte Hegseth auch eine
       Initiative, die sicherstellen soll, dass jede größere Militäreinrichtung in
       den USA ihren eigenen Strom erzeugen werde. Das Ziel: auch dann
       handlungsfähig bleiben, wenn das zivile Stromnetz durch Cyberangriffe oder
       Sabotage lahmgelegt werde.
       
       Der Pentagon-Chef verkündete außerdem, dass Trump einen neuen
       Militärstützpunkt im eigenen Land bauen will. Die Gouverneurinnen und
       Gouverneure der Bundesstaaten forderte er auf, sich dafür zu bewerben.
       „Wenn Ihr Bundesstaat die Ehre haben möchte, 15.000 bis 25.000 der
       großartigen US-amerikanischen Soldaten zu beherbergen, zeigen Sie uns,
       warum und wie Sie das bewerkstelligen wollen“, sagte er.
       
       Bereits vergangenes Jahr hatte das Pentagon etwa die Zahl der aktiven
       Vier-Sterne-Generäle und -Admiräle erheblich zusammengestrichen. Immer
       wieder waren in den vergangenen Monaten Top-Führungskräfte im Pentagon
       entlassen oder zum Rückzug gedrängt worden. Die Gründe dafür blieben oft
       nebulös.
       
       Seit seinem Amtsantritt im Januar 2025 trieb der 46-Jährige auch den
       Ausschluss von Transmenschen aus dem Militär und den Abbau von Programmen
       für Diversität und Gleichstellung voran.
       
       ## „Patriotische Cowboys“ statt „ideologischer Clowns“
       
       Vor den Militärs in Virginia betonte er nun: „Die ideologischen Clowns sind
       raus. Die patriotischen Cowboys sind drin.“ Immer wieder wertete er dabei
       Personengruppen – wie beispielsweise Transmenschen – ab. Zufrieden stellte
       Hegseth fest, dass es nun nur noch „Krieger“ in den eigenen Reihen gebe.
       
       Die vielfach beschworene neue Ausrichtung auf ein „Krieger-Ethos“ spiegelt
       sich seit etwa einem Jahr auch im Namen des Verteidigungsministeriums
       wider: Die Regierung von US-Präsident Donald Trump bezeichnet es seit
       vergangenem Herbst als „Kriegsministerium“.
       
       1 Oct 2026
       
       ## TAGS
       
 (DIR) USA
 (DIR) Schwerpunkt Waffen in den USA
 (DIR) Schwerpunkt USA unter Trump
 (DIR) Elon Musk
 (DIR) Kolumne Starke Gefühle
       
       ## ARTIKEL ZUM THEMA
       
 (DIR) Anthropics Ablenkungsmanöver: Ja, KI wird uns alle töten. Aber anders, als ihr denkt
       
       Die Tech Bros behaupten, dass die KI die Menschheit auslöschen könnte. So
       eine lächerliche Behauptung! Die Bedrohung ist viel unmittelbarer.
       
 (DIR) Pentagon-Bericht zum Irankrieg: Kosten von mindestens 33 Milliarden US-Dollar
       
       Ein Bericht des US-Verteidigungsministeriums legt Auswirkungen des Krieges
       in Iran offen. Er widerspricht Aussagen von US-Präsident Donald Trump.
       
 (DIR) US-Flugzeugträger im Nahen Osten: Katastrophale Zustände und Ablenkung mit Eis
       
       Berichte über miserable Zustände auf dem Flugzeugträger USS Abraham Lincoln
       häufen sich. US-Präsident Trump und sein Verteidigungsminister wiegeln ab.
       
 (DIR) Shangri-La-Dialog in Singapur: Aufrüsten, aufrüsten, aufrüsten!
       
       US-Kriegsminister Hegseth verteilt bei Asiens Sicherheitskonferenz Zensuren
       an Partner und Verbündete. Gegenüber China gibt er sich betont freundlich.