# taz.de -- Konzertempfehlungen für Berlin: Gefühl und Klang
       
       > Eine Konzertreihe im Silent Green verspricht Befreiung, Space Afrika
       > feiert die Melancholie – und auch Iris ter Schiphorst wird gefeiert.
       
 (IMG) Bild: Die Berliner Komponistin Iris ter Schiphorst bekommt zum 70. eine vielseitige Geburtstagssause
       
       Bei Iris ter Schiphorst kommt einiges zusammen. Avantgardistisches
       verbindet die Berliner Komponistin mit popkulturellen Elementen und bricht
       so nonchalant Grenzen zeitgenössischer Musik auf. Gesellschaftspolitik,
       Literatur und Philosophie fließen in ihr Werk ebenso ein wie eine bewegte
       musikalische Sozialisation. Dieses Jahr feierte sie ihren 70. Geburtstag,
       was schon beim [1][Heroines of Sound Festival] mit einem vergnügten Abend
       gewürdigt wurde. Nun gibt es eine noch vielseitigere Geburtstagssause:
       „Eden Cinema“, präsentiert vom Zafraan Ensemble.
       
       Den Auftakt macht am Sonntagnachmittag (18. Oktober) das Konzert „Ballade
       für einen Bulldozer“, gefolgt von einem Talk mit Schiphorst und
       Wegbegleitern, bei der es um die „Vermittlung des Unhörbaren“ geht. Es
       folgt mehr Musik, unter anderem mit Dirk von Lowtzow von Tocotronic, zudem
       ein Film und ein Rückblick auf die Aufbruchsstimmung der 1990er Jahre.
       ([2][18. 10., ab 15 Uhr, Alte Münze])
       
       Am Dienstag (20. Oktober) lädt das in Berlin ansässige Label Psychic
       Liberation zum Konzert. Das Spektrum von Musik, mit dem Labelchef Nick
       Klein die „psychische Befreiung“ herbeiführen will, ist breit: von Noise
       über Ambient bis zu Clubmusik und Dark Pop. Das Negativ-Schöne der
       abgründigen Gefühle unserer Zeit soll zu Klang werden. Konkret verbindet
       heute die Klangkünstlerin Andrea Pensado ihre intensive Stimme mit rauer
       Elektronik und bela, südkoreanische:r Musiker:in und
       Performance-Künstler:in, arbeitet mit gutturalen Sounds. Sattar Stas
       Shärifulla alias HMOT betreibt seine Klangforschung bevorzugt mit einer
       speziellen Flöte. ([3][20. 10., 20 Uhr, Silent Green])
       
       ## Kuschelig retro bis Hip-Hop-Vibe
       
       Apropos Gefühlslagen der Gegenwart: Urbane Melancholie gehört definitiv
       auch dazu, fühlt sich aber in einer zunehmend digitalisierten Welt fast
       schon kuschelig retro an. Das Duo Space Afrika, in Manchester gegründet
       (wenngleich einer der beiden mittlerweile in Berlin lebt), versteht sich
       darauf, sie einzufangen und zu einem atmosphärischen Amalgam aus Soul,
       Trip-Hop, Dub, Ambient und zeitgenössischer Komposition zu
       Kopfkino-Klangcollagen zu machen – bestens für Zugreisen geeignet, aber
       auch für den Theatersessel. Gerade erschien ihr Album „Quiet Storm“, das
       sie mit der Sopranistin Nardus Williams auf die Bühne bringen. ([4][22.
       10., 20.30 Uhr, Volksbühne])
       
       Und noch ein Ausblick auf die nächste Woche. Samstag (24. Oktober) findet
       ein Doppelkonzert in der erquickenden Reihe Jazzexzess statt –
       bedauerlicherweise jedoch zum letzten Mal an ihrer Homebase, dem House of
       Music, dessen Kerngeschäft ja die Vermietung von Proberäumen ist. Dabei
       geht es punkig beziehungsweise politisch zu. Luise Volkmanns
       Punk-Jazz-Projekt bringt mit selbst gebauten Instrumenten DIY-Spirit in den
       Jazz. Und beim All-Star-Trio Vehicle/Passenger sorgt eine Mischung aus
       Jazz, Spoken Word und Live-Elektronik für einen hip-hoppigen Vibe.
       ([5][24.10., 20 Uhr, House of Music])
       
       16 Oct 2026
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] /Das-13-Heroines-of-Sound-Festival/!6195629
 (DIR) [2] https://zafraanensemble.com/archive/news/eden-cinema-ein-festival-fuer-iris-ter-schiphorst
 (DIR) [3] https://www.eventbrite.de/e/psychic-liberation-night-andrea-pensado-hmot-bela-tickets-1993930809727?aff=SGWeb1
 (DIR) [4] https://www.volksbuehne-berlin.de/produktionen/space-afrika-present-quiet-storm/20261022-1830/
 (DIR) [5] https://jazzexzess.de/luise-volkmanns-punk-jazz-projekt-vehicle-passenger/
       
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 (DIR) Stephanie Grimm
       
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