# taz.de -- Wohnungsmarkt in Brandenburg: Außerhalb des Speckgürtels wächst der Leerstand
       
       > Lange Zeit schien ganz Brandenburg zu wachsen. Nun wird die Schere
       > zwischen Speckgürtel und Peripherie größer. Das hat Folgen für den
       > Wohnungsmarkt.
       
 (IMG) Bild: Auch der Abriss des Wohnkomplexes VII hat den Leerstand in Eisenhüttenstadt nicht verringern können
       
       Mehr als 15 Prozent der Wohnungen stehen leer in Eisenhüttenstadt. Und das,
       obwohl in der Vergangenheit zahlreiche Wohnungen abgerissen wurden. Für
       Maren Kern, Vorständin des [1][Verbands Berlin-Brandenburgischer
       Wohnungsunternehmen BBU], ist das aber nur die Spitze des Eisbergs. „Wir
       haben in Brandenburg demografisch schwierige Regionen“, sagt sie bei der
       [2][Jahrespressekonferenz Brandenburg des BBU] am Dienstag.
       
       Tatsächlich wächst der Leerstand nicht nur in Eisenhüttenstadt, das mit
       24.000 Menschen seine Einwohnerzahl seit der Wende mehr als halbiert hat.
       Fast jede zehnte Wohnung steht inzwischen leer im sogenannten „weiteren
       Metropolenraum“, also jenseits des Berliner Speckgürtels. Für Kern ist das
       auch ein Alarmsignal. Sie spricht von einer „Negativspirale, in der
       Bevölkerungsrückgang, der Verlust von Infrastruktur und wachsender
       Leerstand einander verstärken“.
       
       Lange Zeit hatte es den Anschein, als würde sich die Schere zwischen dem
       Berliner Umland und den berlinfernen Regionen langsam schließen. Nun aber
       zeichnet sich ab, dass die Bevölkerungsentwicklung auch innerhalb der
       Landkreise weit auseinandergeht. In Erkner, das ebenso wie Eisenhüttenstadt
       zum Landkreis Oder-Spree gehört, beträgt die Leerstandsquote nur 1,6
       Prozent.
       
       Wohnungsleerstand und Wohnungsnot gehören also gleichermaßen zu
       Brandenburg. Im Berliner Umland, wo es schon lange schwerfällt, eine
       Wohnung zu finden, könnte sich die Lage bald noch verschärfen. Denn die
       Zahl der Investitionen ist im Jahr 2025 erstmals zurückgegangen. Das
       betrifft vor allem den Neubau. Dort beträgt der Rückgang mit 28,9 Prozent
       fast ein Drittel.
       
       ## Investitionen gehen zurück
       
       Aber auch in Modernisierung wird weniger investiert. Hier beträgt der
       Rückgang zwar nur 2,2 Prozent. Doch viele Vorhaben würden derzeit
       ausgesetzt, sagt Kern zu einer Befragung der 200 Mitgliedsunternehmen, die
       mit 317.000 Wohnungen 40 Prozent des Brandenburger Mietwohnungsbestands
       repräsentieren. „Zwei Drittel der Befragten stellen energetische
       Sanierungsmaßnahmen teilweise zurück“, so Kern. Auch der altersgerechte
       Umbau von Wohnungen sei davon betroffen.
       
       Für die oft kommunalen Wohnungsunternehmen seien vor allem die
       Preissteigerungen im Bau, aber auch die Zinsbelastungen ein Problem.
       „Bezahlbar sein wird immer teurer“, schlussfolgert Kern und fordert ein
       Aufstocken der Wohnungsbauförderung. „Damit zusätzliche Wohnungen zu
       sozialen Mieten entstehen können, muss die Förderung die Finanzierungslücke
       schließen und mit den Baukosten wachsen.“
       
       In den berlinfernen Regionen müsse sich die Politik darauf konzentrieren,
       die Abwärtsspirale zu stoppen. Dazu gehörten „verlässliche Bildungs- und
       Gesundheitsangebote, gute Verkehrsanbindungen und ein vielfältiges
       Wohnungsangebot“.
       
       Ob die Vergesellschaftungspläne in Berlin sich auf das Umland in
       Brandenburg auswirken, wollte oder konnte Kern nicht prognostizieren. „Das
       wird den Druck natürlich erhöhen“, sagte sie nur.
       
       20 Oct 2026
       
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