# taz.de -- Klimakiller Methan: Lecks stopfen, Erderhitzung abbremsen
       
       > Methan ist ein Fluch für das Klima. Aber seine Vermeidung ist relativ
       > leicht. Doch Wirtschaftsministerin Reiche blockiert mal wieder.
       
 (IMG) Bild: Deutschland hinkt bei der Umsetzung der EU-Methanverordnung hinterher
       
       Es ist ein enorm potenter, aber auch relativ schnell flüchtiger
       Klimakiller: CH4. Methan heizt die Atmosphäre in den ersten 20 Jahren rund
       80 Mal stärker auf als CO₂, baut sich aber auch nach etwa 12 Jahren wieder
       ab. Der Weltklimarat rechnet Methan rund ein halbes Grad der bisherigen
       Erwärmung zu. Das ist etwa ein Drittel der Gesamterhitzung seit der
       Industriellen Revolution. Methan ist also ein Fluch. Aber die
       [1][Vermeidung von Methan-Emissionen] kann zum Segen werden.
       
       Denn das ist vergleichsweise leicht – und gilt deshalb als einer der
       wenigen Wege, wie die Menschheit relativ schnell und günstig die Klimakrise
       verzögern kann. Wer Methanlecks stopft, bremst die Erderhitzung schnell –
       und verschafft der Welt wertvolle Zeit. Deshalb ist es einerseits
       unverantwortlich, dass bei fast einem Drittel aller deutschen
       LNG-Terminals, Gasspeicher und Raffinerien Erdgas mit seinem wichtigen
       Bestandteil Methan entweicht, wie die [2][Deutsche Umwelthilfe] mit
       Spezialkameras messen konnte.
       
       Das Klimagas entweicht entweder einfach unkontrolliert aus morschen Anlagen
       oder wird aus technischen Gründen abgefackelt oder abgelassen, was
       fahrlässig ist, dramatisch für die Erderwärmung und schlecht für die
       Energieversorgung. Deutschland hinkt bei der Umsetzung der
       EU-Methanverordnung hinterher, die den Betreibern der Gas-Infrastruktur
       vorschreibt, ihre Emissionen zu reduzieren. Bis heute fehlen auf
       Landesebene vielerorts die zuständigen Behörden und so finden auch keine
       Inspektionen statt, um eventuelle Gaslecks zu entdecken.
       
       Erschwerend dazu kommt die Rolle der Bundesregierung beim Streit über einen
       weiteren Teil der EU-Methanverordnung, der Öl- und Gashändler verpflichtet,
       bei Importen auf den Methanausstoß zu achten. Verantwortlich dafür, dass
       diese Regeln erst in drei Jahren, am besten nie in Kraft treten, ist
       nämlich [3][Katherina Reiche]. Die CDU-Ministerin zeigt sich hier erneut
       als [4][oberste Lobbyistin der Gasindustrie].
       
       14 Oct 2026
       
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 (DIR) Kai Schöneberg
       
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