# taz.de -- Endgültiges Ergebnis der Berlin-Wahl: Amtlich ausgeschieden
> Nach dem finalen Ergebnis ziehen fünf Kandidat:innen doch nicht ins
> Berliner Abgeordnetenhaus ein. Die Betroffenen nehmen es gelassen.
(IMG) Bild: Fünf Abgeordnete in Berlin bekommen doch keinen Sitz
Jetzt ist es offiziell: Fünf Abgeordnete, die es sich schon auf den Stühlen
im Plenum bequem machen wollten, ziehen doch nicht in das Berliner
Abgeordnetenhaus ein. Das bestätigt das amtliche Endergebnis, das der
Landeswahlausschuss am Montag festgestellt hat.
Einer der fünf Fast-Abgeordneten ist Martin Matz von der SPD, der seinen
bisherigen Sitz nun räumen muss. Am Donnerstag, zwei Wochen nach der Wahl,
war Matz bei einer Preisverleihung der Sozialeinrichtung Paul Gerhardt
Stift im Wedding. Links neben ihm saß der Regierende Bürgermeister Kai
Wegner (CDU). Der habe beiläufig erzählt, dass es Unstimmigkeiten bei der
Wahl gegeben habe und in einem Spandauer Wahlkreis neu ausgezählt werden
müsse, sagt Martin Matz der taz.
Dass die Neuauszählung auch seinen Platz im Parlament betreffen könnte,
erklärt Matz, habe er und vermutlich auch Wegner zuerst gar nicht
begriffen. Zu Hause habe er sich dann hingesetzt, selbst nachgerechnet und
gemerkt: „Ups, das bin ja ich.“
Kurz danach berichtet der [1][Tagesspiegel], was der Landeswahlausschuss
nun endgültig bestätigt: Statt der CDU-Politikerin Bettina Meißner gewinnt
Tommy Tabor von der extrem rechten AfD das Direktmandat im Wahlkreis eins
in Spandau. Grund für die Verwirrung war ein Fehler bei der Übermittlung
von Wahlergebnissen. Damit zieht Meißner nicht mit ihrem Überhangmandat ins
Abgeordnetenhaus ein. Deswegen fallen jeweils ein Ausgleichsmandat für SPD
und Grüne sowie zwei für die Linke weg. Das neue Abgeordnetenhaus hat nun
153 Sitze, die möglichen Koalitionen bleiben gleich – die Steuerzahlenden
sparen sich allerdings die Diäten für die fünf Abgeordneten.
## Drama, Scheiß und Überraschung
„Da denkt man sich natürlich erst mal, was für ein Scheiß!“, sagt Martin
Matz über den Moment, indem ihm klar wurde, dass er nicht ins
Abgeordnetenhaus kommt. Klar sei aber auch: „Ein vorläufiges Ergebnis ist
eben nur ein vorläufiges Ergebnis.“ Es sei gut, wenn Fehler auffielen, denn
das zeige, das System funktioniert.
Coco Aglibut von den Linken sagt, sie habe zunächst nicht damit gerechnet,
überhaupt ins Parlament einzuziehen. Als sie zehn Tage später erfahren
habe, dass sie doch nicht reinkommt, sei das die nächste Überraschung
gewesen. „Das war aber nicht das Riesendrama“, sagt Aglibut. Sie habe ihren
Job als wissenschaftliche Mitarbeiterin bei einer Bundestagsabgeordneten
der Linken noch nicht gekündigt und selbst niemanden eingestellt. Sie gehe
jetzt ihrem ursprünglichen Plan nach und nehme ihr Mandat in der
Bezirksverordnetenversammlung Pankow an.
Oda Hassepaß von den Grünen sagt, sie sei schon enttäuscht gewesen, nicht
mehr ins Parlament einziehen zu können, aber das könne immer passieren.
„Ich habe in den letzten Monaten gelernt, dass es nicht schlau ist, zu
konkrete Pläne zu machen“, sagt Hassepaß über ihre Zukunft. Sie wolle sich
aber, wie auch Martin Matz, weiter politisch einbringen. Oda Hassepaß hat
allerdings den Vorteil, dass die Grünen zur Wahl in Berlin eine Landesliste
und nicht wie die SPD Bezirkslisten aufgestellt haben. Bei den Berliner
Grünen wird die Trennung zwischen Amt und Mandat noch großgeschrieben:
Sollten also grüne Abgeordnete in den künftigen Senat wechseln, wäre
Hassepaß in der Pole Position zum Nachrücken.
12 Oct 2026
## LINKS
(DIR) [1] https://www.tagesspiegel.de/berlin/cdu-muss-afd-direktmandat-uberlassen-mogliche-mehrheiten-im-abgeordnetenhaus-werden-kleiner-16117690.html
## AUTOREN
(DIR) Pascal Maier
## TAGS
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(DIR) Abgeordnetenhauswahl 2026
(DIR) Mandat
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