# taz.de -- Handelsabkommen EU-China: Mal ein Erfolg für Merz
       
       > Die Einfuhrbeschränkung für chinesische Hybridautos bedeutet eine
       > Verschnaufpause für Autobauer. Um das Grundproblem zu lösen, sind aber
       > Zölle nötig.
       
 (IMG) Bild: Hybrid- und Elektroautos für den Export im chinesischen Suzhou
       
       Es ist es eine gute Nachricht mit einem Haken: Die EU hat für die nächsten
       vier Jahre [1][eine jährliche Importquote von rund 350.000 Hybridfahrzeugen
       aus China festgelegt]. Damit werden die derzeitigen chinesischen
       E-Auto-Exporte in die EU de facto um mehr als die Hälfte reduziert.
       
       Das Ergebnis zeigt, dass die Europäische Union mehr Verhandlungsmacht hat,
       als viele Fatalisten zuvor behauptet haben. Das Einlenken der Chinesen ist
       vor allem durch den Wandel der deutschen Regierung zu erklären. Frankreichs
       Präsident Emmanuel Macron pochte schon länger auf ein härteres Vorgehen
       gegen Chinas Industriepolitik. Die deutschen Kanzler haben die Initiativen
       aus Paris stets ausgebremst – bis Friedrich Merz nun eine inhaltliche
       Kehrtwende hingelegt hat.
       
       Für die europäische Autoindustrie ermöglicht der Handelsdeal eine bitter
       benötigte Verschnaufpause, um angesichts einer technisch und vor allem in
       Kosteneffizienz überlegenen Konkurrenz aus China wieder Boden gutzumachen.
       
       Aber: Nachhaltig ist der Deal nicht. Er betrifft schließlich nur einen
       Sektor von vielen. Wenn die EU lediglich eine Einigung innerhalb einer
       Branche erzielt, dann wird dies dazu führen, dass sich [2][Chinas immenser
       Handelsüberschuss] auf andere Produktkategorien verlagert.
       
       Eine nachhaltige Lösung kann es nur auf zwei Wegen geben: Peking müsste
       seine künstlich niedrig gehaltene Währung aufwerten und den
       Privathaushalten mehr finanziellen Spielraum ermöglichen. Dies würde dazu
       führen, dass Chinas Bevölkerung mehr Waren kauft; gleichzeitig würden
       chinesische Produkte auf den internationalen Märkten teurer.
       
       Da Chinas Staatschef Xi Jinping solche Reformen jedoch ablehnt, scheint
       Option zwei als wahrscheinlicher: Die EU müsste in diesem Fall
       flächendeckende Ausgleichszölle gegen chinesische Importe einführen, um die
       auf unlauteren Staatssubventionen beruhenden Wettbewerbsvorteile
       auszugleichen.
       
       12 Oct 2026
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] https://www.tagesschau.de/ausland/asien/hybrid-autos-china-100.html
 (DIR) [2] https://www.tagesschau.de/ausland/europa/eu-china-handelsgespraeche-100.html
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Fabian Kretschmer
       
       ## TAGS
       
 (DIR) EU-China-Gipfel
 (DIR) Zölle
 (DIR) Handelspolitik
 (DIR) Reden wir darüber
 (DIR) Hybridauto
       
       ## ARTIKEL ZUM THEMA
       
 (DIR) Handelskonflikt: Gegen China will die EU schneller schießen können
       
       Um unfaire Handelspraktiken Pekings zu stoppen, soll die EU künftig ein
       Land vom Binnenmarkt ausschließen dürfen. Fachleute sprechen von
       „Nuklearoption“.
       
 (DIR) Verbrenner-Aus 2035: Bloß nicht absagen!
       
       Auf dem europäischen Markt sind immer mehr E-Autos verfügbar. Trotzdem
       wollen Konservative und Rechte das Verbrenner-Aus weiter aufschieben.
       
 (DIR) Deutsche Autobauer in der Krise: „Die jetzige Situation ist ziemlich peinlich“
       
       Im Mobilitätssektor spürt man keinen Mut mehr, sagt der Designer Paolo
       Tumminelli. Die Industrie bleibe arrogant, obwohl der Anteil chinesischer
       Neuwagen wachse.