# taz.de -- Schröders Putin-Freundschaft: Der unerträgliche Genosse
       
       > Wie soll die SPD von der Linken Distanz zu Clan-Chefs fordern, wenn sie
       > den bekennenden Kumpel eines Kriegsverbrechers in ihren Reihen duldet?
       
 (IMG) Bild: Schröder und Putin händchenhaltend anlässlich Putins Geburtstag
       
       Ach, lasst doch endlich den alten, verwirrten Mann in Ruhe! Warum sollte
       man sich noch über Gerhard Schröder aufregen, der längst nichts mehr zu
       sagen hat? Der hinterletzte der noch lebenden Ex-Kanzler ist doch genug
       gestraft, weil ihn seine SPD nicht mehr einlädt und sein Herzensklub
       Hannover 96 dauernd verliert.
       
       Das könnte man achselzuckend sagen, wenn Schröder einsam zu Hause sitzen
       und unter schwerem Burn-out leiden würde, wie er kürzlich behauptet hat, um
       der Aussage in einem Untersuchungsausschuss zu deutsch-russischen
       Verwicklungen auszuweichen. Sei’s drum. Er hätte eh nichts verraten, ist 82
       und wird sich nicht mehr ändern.
       
       Aber Schröder lässt uns ja selber nicht in Ruhe, ganz im Gegenteil. Er
       drängt sich dauernd vor die Kameras, reist munter um die Welt, vor allem in
       Richtung Osten, und wird sehr wohl noch eingeladen, zuletzt zur deutschen
       Einheitsfeier und direkt danach zur p[1][rivaten Geburtstagsparty von
       Wladimir Putin in Moskau]. Und das ist dann leider doch nicht egal.
       
       Die SPD kann zwar nicht verhindern, dass sich Schröder als gut bezahlter
       Aufsichtsrat von Moskauer Supermärkten verdingt und dem Massenmörder Putin
       kumpelhaft [2][die Hand drückt]. Schröder darf das machen, wenn es ihm sein
       Gewissen erlaubt. Aber bitte nicht mehr als Mitglied einer deutschen
       Regierungspartei. Es ist schlimm genug, dass der Kreml einen Ex-Kanzler als
       Fan präsentieren kann. Das Etikett „Ex-Kanzler (SPD)“ ist unerträglich.
       
       Ein Parteiausschluss mag juristisch schwierig sein, weil dafür ein
       parteischädigendes Verhalten nachgewiesen werden muss. Zyniker könnten
       einwenden, Putin-Nähe sei sogar förderlich, wie die Erfolge von AfD und BSW
       beweisen. Aber gerade deshalb muss die SPD einen klaren Trennstrich ziehen.
       Sonst werden auch die amtierenden Regierenden den unberechtigten Verdacht
       der Kreml-Nähe nicht los. Und wie soll die SPD von der [3][Linken Distanz
       zu Clan-Chefs] fordern, wenn sie den bekennenden Kumpel eines
       Kriegsverbrechers in ihren Reihen duldet?
       
       11 Oct 2026
       
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