# taz.de -- Nach Blockade von Tanker: Freispruch für Umweltschützer
       
       > Nach der Blockade eines Gas-Tankers an der spanischen Mittelmeerküste hat
       > nun das Gericht über die Rechtmäßigkeit der Aktion entschieden.
       
 (IMG) Bild: Erfolgreiche Aktion: Die Besatzung der „Arctic Sunrise“ unterstützt die elf Greenpeace-Aktivisten in Valencia
       
       Elf Greenpeace-Aktivisten wurden am Dienstag von einem Gericht in der
       spanischen Mittelmeerstadt Valencia vom Vorwurf der „schweren Störung der
       öffentlichen Ordnung“ freigesprochen.
       
       Sie hatten im Jahr 2021 im Mittelmeerhafen von Sagunto erfolgreich mehrere
       Stunden den Gas-Tanker „Merchant“ aus den USA an der Einfahrt gehindert,
       der Frackinggas aus den USA an Bord hatte. Um zu verhindern, dass die
       Polizei die „Esperanza“ räumen und wegfahren konnte, hängte sich einer der
       Aktivisten an die Ankerkette, wo er erst nach 12 Stunden aufgab.
       
       Die Richter konnten in der Aktion, anders als die Staatsanwaltschaft, keine
       „Handlungen von Gewalt oder Einschüchterung“ sehen, die „geeignet gewesen
       wären, den öffentlichen Frieden in dem für den Straftatbestand
       erforderlichen Maße schwerwiegend zu stören“.
       
       Die zehn Aktivisten sowie der Kapitän des Greenpeace-Schiffes „Esperanza“
       können aufatmen. Die Staatsanwaltschaft hatte ursprünglich eine Haftstrafe
       von fünf Jahren gefordert und diese später auf zwei Jahre und sechs Monate
       reduziert. Greenpeace hat zudem bereits eine Geldstrafe in Höhe von 160.000
       Euro beglichen.
       
       138.000 Kubikmeter [1][Frackinggas] aus den USA hatte das blockierte Schiff
       an Bord. Greenpeace protestierte mit der Aktion nicht nur allgemein gegen
       die Nutzung fossiler Brennstoffe, sondern auch gegen Fracking als solches.
       Dieses Verfahren ist eine besonders schädliche Abbaumethode, die unter
       anderem das Grundwasser verseucht.
       
       Für Eva Saldaña, Geschäftsführerin von Greenpeace Spanien und Portugal, ist
       das Urteil „ein Sieg (…), der die Kriminalisierung von Aktivismus stoppt
       und das Recht auf Protest in einer für die Demokratie kritischen Zeit
       stärkt“. Auch die UN-Sonderberichterstatterin für das Recht auf friedliche
       Versammlungs- und Vereinigungsfreiheit, Gina Romero, begrüßte das Urteil.
       
       7 Oct 2026
       
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