# taz.de -- Prozess gegen Schiffsblockierer: UmweltschützerInnen drohen fünf Jahre Haft
       
       > Greenpeace-AktivistInnen hinderten vor drei Jahren einen Tanker mit
       > Frackinggas an einer Hafeneinfahrt. Nun stehen sie in Valencia vor
       > Gericht.
       
 (IMG) Bild: Greenpeace Spanien unterstützt mit der Aktion am Kino-Planetarium L’Hemisfèric in Valencia die angeklagten AktivistInnen
       
       Fünf Jahre Gefängnis für einen friedlichen Protest – die drohen 11
       Angeklagten wegen der Blockade eines Gastankers. Am 23. September müssen
       sich die Betroffenen, die aus acht verschiedenen Ländern stammen, vor dem
       Strafgericht in der spanischen Mittelmeerstadt Valencia verantworten.
       
       10 AktivistInnen [1][der Umweltschutzorganisation Greenpeace] sowie der
       Kapitän des Greenpeace-Schiffes „Esperanza“ (Hoffnung) hatten im Oktober
       2021 stundenlang den aus den USA kommenden Gastanker „Merchant“ an der
       Einfahrt in den Hafen von Sagundo gehindert. Um zu verhindern, dass die
       Polizei die „Esperanza“ räumen und wegfahren konnte, hängte sich einer der
       Aktivisten an die Ankerkette, wo er erst nach 12 Stunden aufgab.
       
       Das blockierte Schiff hatte 138.000 Kubikmeter Gas an Bord. Greenpeace
       protestierte mit der Aktion nicht nur allgemein gegen die Nutzung fossiler
       Brennstoffe. In diesem Fall ging es sogar um ein besonders klima- und
       umweltschädliches Gas. Es stammte [2][aus den Frackingfeldern in
       Nordamerika] – Fracking ist ein besonders brutales Abbauverfahren, das
       unter anderem das Grundwasser verseucht. Den Angeklagten wird „Öffentlicher
       Aufruhr“ vorgeworfen.
       
       Die juristische Sprecherin der Umweltschutzorganisation, Ines Díez, sieht
       in der Forderung der Staatsanwaltschaft auf fünf Jahre Haft „ein
       beispielloses Ausmaß an Repression gegen das Recht auf Protest“. Nirgendwo
       in der EU wurden bisher für Klimaproteste so hohe Strafen gefordert. „Die
       Bestrafung friedlicher Protestaktionen und gesellschaftskritischen
       Engagements trifft nicht nur die Angeklagten, sondern übt eine
       abschreckende Wirkung auf die gesamte Gesellschaft aus und gefährdet
       international anerkannte Grundfreiheiten“, sagt sie. Die
       Menschenrechtsorganisation Amnesty International hat angekündigt, als
       Beobachter das Verfahren verfolgen zu wollen.
       
       ## Im Visier der Justiz
       
       Greenpeace wird in Spanien immer wieder zur Zielscheibe von richterlichen
       Ermittlungen. Seit 2020 standen rund 30 Aktive wegen friedlicher Proteste
       und passivem Widerstand vor Gericht. Hinzu kommen unzählige
       Bußgeldbescheide.
       
       Aber auch in anderen Ländern zeigt sich ein immer härteres Vorgehen gegen
       die Umweltorganisation. So etwa in den USA, wo Greenpeace [3][kürzlich zu
       einer Entschädigungszahlung an eine Erdölfirma in Höhe von mehreren 100
       Millionen US-Dollar] verurteilt wurde.
       
       22 Sep 2026
       
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 (DIR) Reiner Wandler
       
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