# taz.de -- Massiver Datendiebstahl: Hackerangriff auf zentrales Melderegister in Dänemark
> Dänemark meldet eine Attacke auf ein Datensystem, in dem Informationen
> von Bürgerinnen und Bürgern registriert sind. Fast neun Millionen Daten
> wurden entwendet.
(IMG) Bild: Das dänische Melderegister wurde von Hackern angegriffen, denen es gelang, die Daten abzugreifen
Es geht um fast neun Millionen Namen, Adressen und persönliche
Identitätsnummern: Dänemark meldet den bislang größten Datenangriff auf
sein zentrales Personenregister CPR. Einen „zutiefst ernsten Vorfall“
nannte es Digitalisierungsministerin Christina Egelund am Montag. Laut
ihrem Ministerium nutzten Unbekannte einen zunächst legalen Zugang zum
System, um dann auf noch unbekannte Weise die riesigen Datenmengen
abzugreifen.
Wer dahinterstecke, könne noch nicht gesagt werden. Man sei dabei, sich
zusammen mit allen relevanten Behörden einen Überblick über das Geschehen
zu verschaffen, hieß es in einer [1][Mitteilung des Ministeriums]. Der
dänische Rundfunk DR berichtete, dass die NSA die Ermittlungen übernommen
habe – eine unter anderem für Cyberkriminalität zuständige nationale
Polizeieinheit.
Die CPR-Administration habe am Freitag bemerkt, dass es im Laufe des
Septembers Unregelmäßigkeiten im System gegeben hatte. Inzwischen sei klar,
dass Unbefugte den legalen Zugang einer dänischen Firma genutzt hätten, um
an die Daten zu kommen. Es ist gesetzlich geregelt, unter welchen
Bedingungen Unternehmen in dem Register nach Daten suchen dürfen. Neben
einem berechtigten Interesse müssen sie einen Teil der Informationen
bereits haben, der Personenkreis ist zudem eingegrenzt, wie das
Digitalisierungsministerium betonte.
Die Regel für die Datensuche im CPR sei, dass man nur die Informationen
bekommen dürfte, die man unbedingt bräuchte, so beschrieb es Jens Myrup
Pedersen im DR. Der Professor für Cybersicherheit an der Universität Aarhus
wertete das Geschehen als die bislang größte Datensicherheitsverletzung im
CPR überhaupt. Vor allem deshalb, weil sowohl die Identitätsnummern als
auch die dazugehörigen Adressen betroffen seien.
## Sicherheitscheck des gesamten Systems angekündigt
Laut Ministerin Egelund wurden bereits Änderungen vorgenommen, die einen
vergleichbaren Missbrauch eines Zugangs künftig verhindern sollen. Sie habe
zudem um einen gründlichen Sicherheitscheck des ganzen Systems gebeten. Die
sogenannte CPR-Nummer ist in Dänemark zentraler Bestandteil des
gesellschaftlichen Alltags. Bei sämtlichen Behördenkontakten und etwa im
Gesundheitssystem dient sie zur Identifizierung. Die Daten könnten im
schlimmsten Fall etwa für Identitätsdiebstahl und Phishing missbraucht
werden, sagte die Ministerin.
Die Bevölkerung wird nun [2][zu besonderer Vorsicht im Umgang mit ihren
Daten aufgefordert.] So solle man unter keinen Umständen Passwörter
herausgeben, selbst wenn die Aufforderung dazu telefonisch oder per Mail
von seriös wirkender Quelle kommt.
In Dänemark sorgte die enorme Menge der betroffenen Datensätze auch für
Verwirrung, denn sie übersteigt die Zahl der sechs Millionen Einwohner ja
deutlich. Das liege daran, dass auch Daten von bereits Verstorbenen sowie
von Dänen im Ausland darunter seien, informierte das Ministerium. In dem
1968 gestarteten Register sind insgesamt rund elf Millionen Menschen
registriert.
5 Oct 2026
## LINKS
(DIR) [1] https://ufm.dk/aktuelt/pressemeddelelser/2026/oktober/omfattende-uautoriseret-adgang-til-borgeres-cpr-oplysninger/
(DIR) [2] /BGH-Urteil-zu-Facebook/!6050499
## AUTOREN
(DIR) Anne Diekhoff
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