# taz.de -- Radioaktiver Atommüll: Neues Zwischenlager genehmigt
> Schleswig-Holstein genehemigt ein Zwischenlager für radioaktive Abfälle.
> Es befindet sich auf dem Gelände des Atomkraftwerks Krümmel in
> Geesthacht.
(IMG) Bild: Tausende Anti-Atomkraft- Demonstrant*innen formten 2010 eine Menschenkette vom AKW Krümmel bis Brokdorf und Brunsbüttel
dpa/taz | Am [1][stillgelegten Atomkraftwerk Krümmel] in Geesthacht kann
ein Zwischenlager für schwach- und mittelradioaktive Abfälle gebaut werden.
Schleswig-Holsteins Umweltminister Tobias Goldschmidt (Grüne) übergab die
dafür notwendige Genehmigung am vergangenen Freitag. In dem Zwischenlager
sollen radioaktive Abfälle aus dem Rückbau des Kraftwerks, die keine Wärme
entwickeln, untergebracht werden, teilte das Umweltministerium mit. Später
sollen die Stoffe in das [2][Endlager Schacht Konrad] im niedersächsischen
Salzgitter gebracht werden.
Mit der Genehmigung für das Zwischenlager seien in Krümmel alle
erforderlichen atomrechtlichen Genehmigungen erteilt, erklärte Goldschmidt.
„Wir sind absolut im Zeitplan. Der Atomausstieg in Schleswig-Holstein geht
heute einen weiteren großen Schritt voran.“
## Sicherheit oberste Priorität
Vorherige Generationen hätten von den Vorteilen der Atomenergie profitiert.
Die Hinterlassenschaften dieser Technologie seien eine schwere Hypothek für
die heutige Generation. „Deshalb ist höchstmögliche Sicherheit meine
absolute Priorität beim Rückbau der Anlagen“, so der Minister. „Auf den
Kraftwerksstandorten leisten alle, die am Rückbau mitwirken, einen
wichtigen Dienst an den Menschen in unserem Land.“
Das Zwischenlager wird von Bundesgesellschaft für Zwischenlagerung (BGZ)
betrieben. Dort sollen etwa 8.000 Tonnen radioaktive Abfälle aus dem
Kernkraftwerk Krümmel eingelagert werden. Da die Abfälle bereits in der
Anlage auf dem Gelände seien, ändere sich an der Strahlenbelastung
außerhalb nichts. Die Aufsichtsbehörde werde prüfen, dass die im
Strahlenschutzgesetz festgelegten Grenzwerte nicht überschritten werden.
Der Umweltverband BUND hat wiederholt vor den gesundheitlichen Gefahren für
die Bevölkerung auch nach dem Abschalten des Atomkraftwerks gewarnt und
wird das Verfahren weiter begleiten. „Wir werden immer wieder auch die
Abwässer auf Radioaktivität kontrollieren“, sagt Ole Eggers,
Landesgeschäftsführer vom BUND Schleswig-Holstein, der Tagesschau.
## Abbau in Krümmel bis 2037 geplant
Schacht Konrad solle laut Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) in den
2030er Jahren in Betrieb gehen, teilte das Ministerium mit. Erst dann kann
der Atommüll aus Krümmel dorthin gebracht werden. Der Abbau in Krümmel soll
bis 2037 abgeschlossen werden.
4 Oct 2026
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