# taz.de -- +++ Nachrichten im Ukraine-Krieg +++: Russland schießt erneut auf Brücke in Kyjiw
> Russland setzt seine Angriffe auf Straßenbrücken in der ukrainischen
> Hauptstadt Kyjiw fort. Moldau meldet Einschläge.
(IMG) Bild: Eine Wohnung ist nach einem russischen Drohnenangriff am 2. Oktober in Kyjiw vollständig ausgebrannt
## Moldau meldet Einschläge
Russische Drohnen sind nach offiziellen Angaben auf moldauischem
Staatsgebiet eingeschlagen. „Fünf russische Luftangriffswaffen, darunter
„Banderol“-Raketen und Drohnen, haben unseren Luftraum verletzt und sind
auf unserem Boden explodiert“, schrieb die moldauische Präsidentin Maia
Sandu auf der Plattform X.
Nach Armeeangaben waren Explosionen in Ortschaften im südöstlichen Teil
Moldaus zu hören. Zu möglichen Opfern oder Schäden gab es keine Angaben. Im
angrenzenden südukrainischen Odessa gab es zu den genannten Zeiten einen
Luftalarm. (dpa)
## Ukraine: Russland hat Schiff getroffen
Russland hat ukrainischen Angaben zufolge ein unter liberianischer Flagge
fahrendes Frachtschiff in einem der ukrainischen Schwarzmeerhäfen in der
Region Odessa angegriffen. Dabei sei eine Person getötet und drei weitere
verletzt worden, teilt die ukrainische Hafenverwaltung mit. In einer
Erklärung über die App „Telegram“ hieß es, dass 13 weitere
Besatzungsmitglieder in Sicherheit gebracht worden seien. Da sich der Krieg
nun bereits im fünften Jahr befindet, hat Russland seit dem Sommer seine
Blockade der ukrainischen Schwarzmeerhäfen faktisch wieder aufgenommen,
wodurch Handelswege unterbrochen, Getreide- und Stahlexporte eingeschränkt
und der ukrainischen Wirtschaft ein schwerer Schlag versetzt wurden. (rtr)
## Russland beschießt erneut Brücke in Kyjiw
Russland setzt seine Angriffe auf Straßenbrücken in der ukrainischen
Hauptstadt Kyjiw fort. Ein Angriff am Samstag auf der Nordbrücke über den
Dnipro habe die Fahrbahnoberfläche und Leitungen für Obusse beschädigt,
teilte Bürgermeister Vitali Klitschko mit. Der Verkehr sei eingestellt
worden. Es kam den dritten Tag in Folge zu Staus. Verletzte oder Tote
wurden nicht gemeldet.
In sozialen Medien verbreitete Videos zeigen anscheinend den Moment des
Einschlags, während Fahrzeuge über die Brücke fahren. Das russische
Verteidigungsministerium erklärte, die Brücke erleichtere
„Truppenbewegungen und den Transport militärischer Güter“ für die
ukrainischen Streitkräfte. Der Angriff erfolgte einen Tag, nachdem
russische Attacken drei der sechs Straßenbrücken Kyjiws über den Dnipro
ganz oder teilweise unpassierbar gemacht hatten. Außerdem trafen die
Angriffe Wohnhäuser, Supermarktlager, Tankstellen und Rechenzentren.
Die ukrainische Luftwaffe teilte mit, Russland habe in der Nacht außerdem
Marschflugkörper vom Typ Banderol auf die Region Odessa abgefeuert, um die
Flugabwehr zu überlasten. Es handle sich um kostengünstige, düsengetriebene
Geschosse, die über einem Gebiet kreisen können, nach Zielen suchen und
beim Aufprall detonieren.
Die moldauische Präsidentin Mia Sandu erklärte, fünf russische Geschosse,
darunter Banderol-Marschflugkörper und Drohnen, seien in den moldauischen
Luftraum eingedrungen und auf dem Territorium ihres Landes explodiert.
[1][Der Krieg] greife gefährlich auf ihr Land über, schrieb sie auf der
Plattform X. „Moskau bringt Menschen in ganz Europa in Gefahr und muss
gestoppt werden“, fügte sie hinzu.
Ukrainische Drohnen beschädigten in der westrussischen Stadt Kaluga mehrere
Wohnhäuser und verletzten Menschen. Gouverneur Wladislaw Schapscha nannte
allerdings keine Zahlen. Im Laufe der Nacht seien 13 Drohnen über seiner
Region abgeschossen worden, teilte er mit. (ap)
## Ein Toter bei ukrainischem Angriff auf Belgorod
Bei einem ukrainischen Angriff auf die an die Ukraine angrenzende russische
Oblast Belgorod ist russischen Angaben zufolge eine Person ums Leben
gekommen. Zwei weitere Menschen wurden verletzt, wie die staatliche
Nachrichtenagentur TASS berichtet. Reuters konnte diesen Bericht aus dem
Kriegsgebiet nicht unabhängig überprüfen. (rtr)
## Putin beobachtet Ural-Manöver mit China, Belarus und Pakistan
Der russische Präsident Wladimir Putin hat der Agentur Interfax zufolge ein
Militärmanöver in der Ural-Region beobachtet, bei dem auch Truppen aus
China, Belarus und Pakistan im Einsatz gewesen seien. Bei der Übung seien
zudem russische strategische Bomber im Einsatz gewesen. [2][Der Kreml]
bezeichnete das Manöver der Agentur Tass zufolge als routinemäßig. (rtr)
## Tote und Verletzte bei russischem Luftangriff auf Charkiw
Bei einem russischen Luftangriff auf die ostukrainische Stadt Charkiw sind
nach offiziellen Angaben mindestens zwei Menschen ums Leben gekommen.
Weitere 28 Menschen seien durch Gleitbomben verletzt worden, teilte der
regionale Militärverwalter Oleh Synjehubow auf Telegram mit. Möglicherweise
befänden sich noch weitere Opfer unter den Trümmern getroffener Wohnhäuser.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj warf dem russischen Militär
vor, auf Anordnung von Kremlchef Wladimir Putin die Städte der Ukraine zu
zerstören. „Aus Geheimdienstinformationen und von einigen Personen aus
Putins Umfeld wissen wir, dass Putin Anfang September gesagt hat: ‚Jetzt
gibt es keine Regeln mehr‘“, schrieb Selenskyj auf der Plattform X.
Russland habe die Ukraine nicht besetzen können. „Deshalb führen sie nun
massive Angriffe durch und töten in großem Umfang.“
[3][Das russische Militär] hat die Angriffe gegen ukrainische Städte in den
vergangenen Wochen verstärkt. Vor allem die großen Ballungszentren wie
Kyjiw, Charkiw oder Odessa stehen im Visier der russischen Luftwaffe, von
Kampfdrohnen oder ballistischen Raketen. (dpa)
3 Oct 2026
## LINKS
(DIR) [1] /1682-Tage-Krieg-in-der-Ukraine/!6209341
(DIR) [2] /Krieg-in-der-Ukraine/!6217027
(DIR) [3] /Krieg-in-der-Ukraine/!6217027
## TAGS
(DIR) Schwerpunkt Krieg in der Ukraine
(DIR) Kyjiw
(DIR) Wolodymyr Selenskyj
(DIR) Kolumne Eastsplaining
## ARTIKEL ZUM THEMA
(DIR) Drohnen, KI und Militär: Die Zukunft der Technologie
In der Ukraine geht es nicht nur um Krieg, sondern auch um die Zukunft der
Technologie. Ausgeklügelte Software geht eine Symbiose mit den Drohnen ein.
(DIR) Demonstration für Oleschky: Eine Stadt wartet auf Hilfe
In Berlin demonstrierten am Montagabend Hunderte für das von Russland
besetzte Oleschky. In der ukrainischen Stadt herrscht eine Hungersnot.