# taz.de -- Doku über Missbrauch im Fußball: Das Schweigen brechen
       
       > Hat der Fußball ein Problem mit Missbrauch? Dieser Frage geht Jonas
       > Hummels in einer ZDF-Doku nach. Die auch Mut macht: Die Wahrheit kommt
       > ans Licht.
       
 (IMG) Bild: Jonas Hummels hat mit vielen Männern über ihre Missbrauchserfahrungen gesprochen
       
       Zwei Millionen Menschen spielen in Deutschland im Verein Fußball. Das sei
       auch der Grund, warum Jonas Hummels, Bruder von [1][Mats], selbst Fußballer
       und Sportmoderator sich das Thema Missbrauch im Fußball anschauen wolle,
       sagt er im Intro seiner Doku. Weil es eben so viele Menschen betreffen
       könne.
       
       Jonas Hummels hat aber noch einen ganz eigenen Grund: In seinem
       Jugendverein in Unterhaching bei München gab es eine Art Berater, der in
       der Doku N. genannt wird.
       
       Der schaute bei Spielen zu, [2][baute ein Vertrauensverhältnis zu vielen
       Jungen auf] – und sei übergriffig geworden. Hummels hat das nicht selbst
       erlebt, aber seine Vereinskollegen Tim und Yanis.
       
       Die jungen Männer aus dem gleichen Verein erzählen davon vor der Kamera.
       Wie sie bestimmte Übungen machen sollten vor N. und teilweise von ihm
       aufgefordert wurden, sich für angebliche Behandlungen nackt auszuziehen.
       „Es hieß dann: ‚Buxe runter‘“, erzählt Yanis.
       
       ## Zugang zu jungen Menschen
       
       Hummels und sein Team haben anderthalb Jahre recherchiert, um der Frage
       nachzugehen: Sind das Einzelfälle oder hat der Fußball ein Problem mit
       Missbrauch und niemand spricht darüber?
       
       Hummels Art zu interviewen, wirkt an mancher Stelle ungelenk, aber er
       scheint einen Zugang zu den jungen Menschen zu finden, der ungewöhnlich nah
       geht. Selbst die Vizepräsidentin der DfB bekommt er vor die Kamera und
       fragt sie: „Betreiben wir hier nicht krassen [3][Täterschutz]?“
       
       Am Ende bleibt ein unbehagliches, aber auch hoffnungsvolles Gefühl: Hummels
       und sein Team haben mit über 50 Personen, hauptsächlich Männern gesprochen
       und über 200 Fälle nachrecherchiert. Viele, die vor der Kamera sitzen,
       erzählen zum ersten Mal davon, haben den Mut, öffentlich [4][gegen
       Missbrauch zu kämpfen].
       
       Es bleibt nur die Frage: Warum ist die Doku, mit all dem Material das es
       gibt, nicht länger als 45 Minuten geworden?
       
       17 Oct 2026
       
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       ## AUTOREN
       
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