# taz.de -- Satellitenbilder von Gaza aktualisiert: Google Maps zeigt die Verwüstung in Gaza
       
       > Das meistgenutzte Navigationssystem von Google Maps hat die
       > Satellitenbilder des Gazastreifens aktualisiert. Die Bilder zeigen das
       > Ausmaß der Zerstörung.
       
 (IMG) Bild: Das Satellitenbild zeigt zerstörte Häuser im Gazastreifen
       
       Google Maps hat [1][seine Satellitenbilder des Gazastreifens] aktualisiert.
       Sie zeigen das extreme Ausmaß der Zerstörung in Gaza durch die Angriffe
       Israels, die nach dem Hamas-Überfall am 7. Oktober 2023 begannen. Die
       neuesten Aufnahmen stammen von Januar und Februar 2026, andere sind noch
       aus dem vergangenen Jahr – je nach Region. Veröffentlicht wurden sie aber
       offenbar erst in den letzten Tagen.
       
       Jede:r mit der Google-Maps-App kann nun selbst sehen, wie weit
       fortgeschritten die Zerstörung bereits Anfang dieses Jahres war. Ganze
       Landstriche sind praktisch nicht mehr existent. Wo auf Google Maps noch
       eine Moschee, ein Fußballplatz oder ein Restaurant als Pin markiert ist,
       zeigt das Satellitenbild nur noch Schutt.
       
       Laut eines UN-Berichts von Anfang des Jahres wurden innerhalb von [2][zwei
       Jahren 200.000 Tonnen] Sprengstoff vom israelischen Militär auf Gaza
       abgeworfen. Das entspreche dem Energieäquivalent von 13
       Hiroshima-Atombomben, heißt es dort weiter.
       
       Im Süden des Gazastreifens lag das palästinensische Geflüchtetenlager Tel
       al-Sultan. Zuletzt zeigten die Aufnahmen auf Google Maps den Zustand des
       Ortes noch im Mai 2024, kurz bevor das israelische Militär das Zeltlager
       [3][ebenfalls im Mai 2024] aus der Luft bombardierte. Damals wurden in dem
       Camp bei Rafah laut Angaben der palästinensischen Autonomiebehörde knapp 30
       Menschen getötet. Seither folgten weitere Angriffe. Wo vor dem Bombardement
       noch Zelte und Unterkünfte standen, zeigen die aktualisierten Bilder auf
       Google Maps nur noch Überreste.
       
       Auch auf den Aufnahmen von Gaza-Stadt ist die Zerstörung der letzten Jahre
       deutlich zu erkennen. Vor den israelischen Angriffen, die auf den 7.
       Oktober folgten, lebten etwa 650.000 Menschen in der Stadt. Laut einem
       Bericht des Satellitenzentrums der Vereinten Nationen (UN Satellite Centre
       – Unosat) wurden bis Oktober 2025 etwa 83 Prozent der Gebäude beschädigt.
       
       An einigen Stellen hat Google Maps die Satellitenansicht noch nicht
       aktualisiert. So ist in Gaza-Stadt aus der Vogelperspektive eine Linie zu
       sehen, die sich senkrecht durch die Stadt zieht. Im westlichen Teil stammen
       die Aufnahmen schon aus Juli 2025, im östlichen Teil noch von Dezember
       2024. Während Anfang Dezember 2024 zumindest noch einige Gebäude mehr
       standen – auch hier sind die Trümmer schon deutlich sichtbar –, sind aber
       wenige Monate später praktisch keine Häuser mehr zu erkennen. Zwischen den
       Ruinen sind Zelte zu sehen. Das macht erkennbar, mit welcher
       Geschwindigkeit das israelische Militär die Stadt im Norden des
       Gazastreifens angriff.
       
       Auch wenn Google seine Satellitenbilder erst jetzt aktualisiert hat,
       stammen selbst die neusten nur von Anfang des Jahres. Andere Unternehmen
       bieten tagesaktuelle Satellitenbilder an, manche auch kostenlos. [4][Etwa
       die Nasa]. Nur sind die häufig in schlechterer Auflösung. Zudem ist Google
       Maps für sehr viel mehr Menschen einfacher zugänglich, als die von
       Journalist:innen oder Expert:innen genutzten Anbieter von
       Satellitenbildern.
       
       Die etwa 2 Milliarden monatlichen Nutzer:innen von Google Maps sehen das
       Ausmaß der Zerstörung des Gazastreifens nun etwas näher der Realität
       entsprechend. Andere ebenfalls häufig genutzte Navigationsapps wie die
       Karten-App von Apple haben noch nicht nachgezogen.
       
       Letztlich zeigt die aktualisierte Google-Karte, was auch vorher schon
       bekannt war: Die humanitäre Situation im Gazastreifen ist dramatisch. Seit
       Oktober 2023 sind mehr als eine Million Palästinenser:innen auf der
       Flucht. In einer Mitteilung von August 2026 gehen UN Behörden davon aus,
       dass auch seit dem löchrigen [5][Waffenruheabkommen im Oktober 2025] die
       Zerstörung von Gebäuden im Gazastreifen nochmals [6][um 9 Prozent gestiegen
       ist]. Insgesamt analysierte Unosat anhand von Satellitenaufnahmen, dass
       insgesamt mehr als 201.290 Gebäude im Gazastreifen beschädigt sind. Das
       entspricht 82 Prozent der gesamten Infrastruktur. Zwei Drittel davon seien
       komplett zerstört.
       
       1 Oct 2026
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] https://www.google.com/maps/place/Gazastreifen/@31.3717059,34.1747067,49777m/data=!3m1!1e3!4m6!3m5!1s0x14fd844104b258a9:0xfddcb14b194be8e7!8m2!3d31.3546763!4d34.3088255!16zL20vMDM1N18!5m1!1e1?entry=ttu&g_ep=EgoyMDI2MDkyOC4wIKXMDSoASAFQAw%3D%3D
 (DIR) [2] https://www.un.org/unispal/document/domicide-report-26feb26/#_ftn18
 (DIR) [3] /Israelischer-Luftschlag-in-Gaza/!6010237
 (DIR) [4] https://worldview.earthdata.nasa.gov/?v=32.59701328125,30.50725234375,36.28841953125,32.39690078125&s=34.4559,31.5136&t=2026-10-01-T08%3A27%3A09Z
 (DIR) [5] /Entwaffnung-der-Hamas/!6201646
 (DIR) [6] https://www.unrwa.org/resources/reports/unrwa-situation-report-232-humanitarian-crisis-gaza-strip-and-occupied-west-bank
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Clara Dünkler
       
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