# taz.de -- Misereor-Studie: Jeder dritte Mensch leidet unter Ernährungsarmut
> Steigende Lebensmittelpreise erschweren die Bekämpfung der
> Ernährungsarmut. Trotz leichter Verbesserungen bleiben die Zahlen auf
> hohem Niveau.
(IMG) Bild: Seit Langem sind die Menschen in Mosambik wegen Dürren, Überflutungen und auch Misswirtschaft von akuter Hungersnot bedroht
epd | Die Zahl der von Ernährungsarmut betroffenen Menschen auf der Welt
bewegt sich trotz Verbesserungen in einigen Bereichen laut einer Studie
weiterhin auf hohem Niveau. Wie das katholische Entwicklungshilfswerk
Misereor am Donnerstag in Aachen bei der Vorstellung der Untersuchung zur
[1][„Armutslücke Welternährung 2026“] mitteilte, konnten sich im Jahr 2025
rund 2,79 Milliarden Menschen keine gesunde Ernährung leisten.
Das sei zwar im Vergleich zum Jahr zuvor ein Rückgang um etwa 3 Prozent,
sagte Studienautor und Entwicklungsökonom Jonas Stehl von der Universität
Göttingen. Zugleich bedeute die Zahl aber weiterhin, dass im Durchschnitt
jeder dritte Mensch auf der Welt unter Ernährungsarmut leide.
Laut den Berechnungen entsprach die globale Armutslücke im vergangenen Jahr
rund 2,79 Billionen US-Dollar, das waren 1,3 Prozent der weltweiten
Wirtschaftsleistung. Dieser Betrag fehle, um allen Menschen auf der Welt
eine gesunde Ernährung zu ermöglichen, betonte Stehl.
## Milliarden Menschen von Wohlstand ausgeschlossen
„Die Welt produziert faktisch genug Wohlstand, doch Milliarden bleiben
davon ausgeschlossen“, erklärte der Misereor-Experte für Welternährung,
Lutz Depenbusch. Die größte Verbesserung verzeichnete im vergangenen Jahr
Südasien. Damit lasse die Region Rückschläge aus Zeiten der Coronakrise
hinter sich. Auch in Subsahara-Afrika und Nahost-Nordafrika sei die
Ernährungsarmut nach mehrjährigen Verschlechterungen leicht zurückgegangen.
So gebe es in 28 von 44 Ländern in der Region Subsahara Verbesserungen.
Sorgen bereiten den Experten aber nach wie vor die anziehenden Preise für
Lebensmittel. „Die Preise für eine gesunde Ernährung sind zwischen 2017 und
2025 um 46 Prozent angestiegen“, berichtete Studienautor Stehl. In
Deutschland seien die Lebensmittelpreise in dem Zeitraum um 44 Prozent
gestiegen, in Pakistan waren es 169 Prozent. So verdreifachte sich etwa in
der Stadt Karatschi der Preis für Reis.
Besonders betroffen von der Entwicklung der Armutslücke sei das
ostafrikanische Mosambik, wo 92 Prozent der Menschen unter Ernährungsarmut
litten, sagte der Wissenschaftler. Auch in Ländern wie Haiti oder Syrien
gebe es viele Familien, die sich eine gesunde Ernährung nicht leisten
könnten.
## Bislang keine Trendwende in Sicht
Laut Misereor-Experte Depenbusch kann trotz Verbesserungen deshalb bislang
nicht von einer Trendwende gesprochen werden: „Die globale
Ernährungssituation steht aktuell durch den Krieg am Persischen Golf und
[2][das sich anbahnende El-Niño-Klimaphänomen] unter enormem Druck.“
Partnerorganisationen von Misereor berichteten bereits von Ernteausfällen,
weiter steigenden Lebensmittelpreisen und sinkenden Einkommen.
Erschwerend komme hinzu, dass im vergangenen Jahr die [3][Ausgaben für
humanitäre Hilfe und Entwicklungszusammenarbeit weltweit um fast ein
Viertel (23 Prozent) gekürzt wurden].
Dabei sei es wichtig, „die Folgen steigender Preise für Menschen mit
niedrigen Einkommen abzufedern“, erklärte Depenbusch. Für viele der am
stärksten betroffenen Staaten blieben einkommensunterstützende Maßnahmen
aber kaum finanzierbar.
1 Oct 2026
## LINKS
(DIR) [1] https://www.misereor.de/informieren/ernaehrung-sichern/ernaehrungsarmut
(DIR) [2] /Drohendes-Wetterereignis/!6215413
(DIR) [3] /Haushaltsentwurf-2027/!6193537
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