# taz.de -- Start der Berliner Kältehilfesaison: Kältehilfe will im Winter 1.000 Plätze bereitstellen
> Auch Kälte- und Wärmebus sind wieder im Einsatz. Wohlfahrtsverbände
> fordern jedoch, die Angebote gegen Wohnungslosigkeit ganzjährig zu
> verstärken.
(IMG) Bild: Der Kältebus der Stadtmission ist nun wieder in Berlin unterwegs, hier eine Aufnahme vom November 2025
epd | Die Berliner Kältehilfe stellt ab Oktober 669 Notübernachtungsplätze
für obdachlose Menschen zur Verfügung. Für die kältesten Monate des Jahres
soll deren Zahl ab November auf mindestens 930 steigen, kündigte Berlins
Sozialsenatorin Cansel Kiziltepe (SPD) am Mittwoch zum Start der Kältehilfe
am 1. Oktober an. Mehr als 200 weitere Plätze seien in der Planung, um das
bestehende Angebot im Laufe der Saison zu ergänzen. Ziel seien 1.000
Notübernachtungsplätze in den Wintermonaten.
„Die [1][Kältehilfe] ist unverzichtbar, sie kann Leben retten und sie soll
Menschen in den Wintermonaten beschützen“, sagte Kiziltepe. Der vergangene
Winter habe gezeigt, dass das Hilfsprojekt nur durch das Zusammenwirken der
verschiedenen Akteure aus den Bezirksämtern, Kirchengemeinden,
Wohlfahrtsverbänden und der Liga der Spitzenverbände der Freien
Wohlfahrtspflege funktioniere. Zugleich ersetze die Kältehilfe keinen
Wohnraum für die Betroffenen, sagte die SPD-Politikerin.
Auch Hilfsorganisationen riefen zum Start der Kältehilfesaison dazu auf,
nicht nur im Winter Maßnahmen gegen Obdachlosigkeit voranzubringen. Das
Programm rette Leben, löse aber das Problem der Wohnungslosigkeit nicht,
teilte der Vertreter der Liga der Spitzenverbände der Freien
Wohlfahrtspflege in Berlin und Geschäftsführer der Arbeiterwohlfahrt (AWO)
Berlin, Oliver Bürgel, mit.
Berlin müsse den nächsten Schritt „weg von der Verwaltung von
Wohnungslosigkeit, hin zu ihrer konsequenten Verhinderung“ gehen. Vor allem
dürfe kein Kind durch eine Räumung wohnungslos werden. „Die Kältehilfe
bleibt ein wichtiger Baustein, erfolgreich sind wir aber erst, wenn immer
weniger Menschen sie brauchen“, erklärte Bürgel.
## DRK-Wärmebus stellt sich auf mehr Einsätze ein
Auch die Direktorin des Diakonischen Werkes Berlin-Brandenburg-schlesische
Oberlausitz, Ursula Schoen, verwies auf die Grenzen des Systems der
Kältehilfe. An mehreren Stellen der Stadt fielen auch Aufnahmekapazitäten
für Obdachlose weg. So fehle es insbesondere an Plätzen für Menschen, die
auf den Rollstuhl angewiesen sind. „Dafür gibt es nur eine Lösung:
ganzjährige, menschenwürdige Unterkünfte, die echte Perspektiven eröffnen“,
sagte Schoen. Sie appellierte an die neue Landesregierung, Hilfsangebote
dauerhaft zu stärken.
Anlässlich der beginnenden Kältehilfesaison teilte zudem der Berliner
Landesverband Deutsches Rotes Kreuz mit, dass er sich auf [2][mehr Einsätze
des Wärmebusses] einstelle. Dieser sei ab November täglich von 18 bis 24
Uhr im Stadtgebiet unterwegs, um obdachlose Menschen mit heißen Getränken,
warmer Kleidung sowie Isomatten zu unterstützen und sie auf Wunsch in
Notunterkünfte zu bringen. In der vergangenen Saison seien 1.872 Hinweise
aus der Bevölkerung auf hilfsbedürftige Menschen eingegangen und damit fast
doppelt so viele wie im Vorjahr. Die [3][Berliner Stadtmission betreibt mit
dem Kältebus] ein ähnliches Angebot.
Laut Angaben der Senatsarbeitsverwaltung lebten in Berlin zum 31. Januar
dieses Jahres 57.575 wohnungslose Menschen, die in Wohnheimen,
Notübernachtungen oder anderen Einrichtungen untergebracht waren.
Schätzungen aus dem Jahr 2024 gehen zugleich von über 6.000 obdachlosen
Menschen aus.
1 Oct 2026
## LINKS
(DIR) [1] https://kaeltehilfe-berlin.de/
(DIR) [2] https://www.drk-berlin.de/start/ehrenamt/waermebus.html
(DIR) [3] https://www.berliner-stadtmission.de/kaeltebus
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