# taz.de -- Ende der Kältebus-Saison in Berlin: So hart war der Winter in Berlin
       
       > Die Kältehilfe-Saison ist beendet. Barbara Breuer von der Berliner
       > Stadtmission berichtet von Schwierigkeiten und Erfolgen.
       
 (IMG) Bild: Mit den Kältebussen der Berliner Stadtmission sollen obdachlose Menschen vor dem Kältetod bewahrt werden
       
       Der Berliner Winter könnte für viele obdachlose Menschen im schlimmsten
       Fall den Tod bedeuten. Die Kältebusse der Berliner Stadtmission versuchen
       dies zu verhindern. Vom November 2025 bis Ende März 2026 wurden 1.784
       obdachlose Menschen von Berliner Kältebussen in Notunterkünfte gebracht.
       Das sagt Barbara Breuer, Sprecherin der Berliner Stadtmission, die die
       Busse betreibt. Das sind geringfügig weniger als im Winter davor. Dagegen
       stieg die Zahl der Anrufe um 460 auf 2.802.
       
       Seit 1994 fahren jeden Winter vom 1. November bis zum 31. März Kältebusse
       durch Berlin, um obdachlose Menschen vor dem Kältetod zu bewahren.
       Freiwillige suchen von acht Uhr abends bis zwei Uhr morgens bedürftige
       Personen auf, bieten ihnen Tee, Hilfe oder einen Schlafsack an – und fahren
       sie, falls sie das wünschen, zu einem Übernachtungsplatz. 2024 – neuere
       Zahlen liegen nicht vor – gab es laut der Senatsverwaltung für Soziales
       6.032 obdachlose Menschen in Berlin.
       
       Doch [1][brutale Angriffe auf Kältebusse] erschwerten die Arbeit der
       Freiwilligen. Anfang dieser Saison kam es zu zwei Fällen von
       Brandanschlägen, in denen drei Kältebusse zu Schaden kamen oder vollständig
       ausbrannten. Doch die [2][Solidarität war groß.] Geldspenden und Angebote
       für Ersatzbusse ermöglichten die Arbeit trotz fehlender Busse. „Unser Ziel
       war, die Kältebusfahrten weiterhin aufrechtzuerhalten und zwar in dem
       gewohnten Maße, ohne Abstriche, und das ist uns gelungen“, so Breuer zur
       taz.
       
       ## Mehr Anrufe bei der Hotline
       
       Im vergangenen Winter kam es laut Breuer zu deutlich mehr Anrufen der
       Hotline. Allerdings haben viele der Anrufenden vorher nicht mit den
       Obdachlosen gesprochen. Dadurch sei es zu vielen unnötigen Fahrten
       gekommen, weil die Obdachlosen nicht mehr angetroffen wurden oder keine
       Hilfe gewünscht war.
       
       Oft haben die Anrufenden die Situationen auch nicht ausreichend geschildert
       – die Kältebusse fuhren los, obwohl sie woanders dringender benötigt
       wurden. Breuer berichtet zudem von zunehmender Aggression der Anrufer, die
       die ehrenamtlichen Mitarbeiter der Stadtmission unter anderem bedrohen und
       beschimpfen.
       
       Ein weiteres Problem sind die fehlenden Angebote für obdachlose Menschen im
       Rollstuhl. Die meisten Busse und Notunterkünfte sind nicht für
       Rollstuhlfahrende ausgestattet, und es gibt wenige barrierefreie Angebote.
       Von 3.783 angetroffenen Obdachlosen vergangenen Winter saßen 278 im
       Rollstuhl. Oft kann in solchen Fällen keine weitere Hilfe geleistet werden,
       weil auch barrierefreie Unterkünfte voraussetzen, dass die Person sich
       selbst aus dem Rollstuhl erheben kann.
       
       Bis Anfang des nächsten Winters müssen obdachlose Menschen mit weitaus
       weniger Hilfsangeboten auskommen. Die meisten Angebote werden vom Senat
       finanziert werden, aber nur während der Kältehilfeperiode. Besserungsbedarf
       besteht, so Breuer, besonders bei den Angeboten für Rollstuhlfahrende. Sie
       möchte die Berliner Stadtmission in der nächsten Saison besser versorgen
       können.
       
       Die Autorin (18) ist Schülerpraktikantin bei der taz
       
       3 Apr 2026
       
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