# taz.de -- Deutscher Buchhandlungspreis: Was Weimer reichte, um drei Buchläden auszuschließen
> Eine Recherche enthüllt, auf welch dünner Grundlage der
> Kulturstaatsminister den Verfassungsschutz einschaltete.
(IMG) Bild: Wolfram Weimer, ein ganz genauer, der gerne prüft bis zur Streichung
„Es gibt Bücher zu Feminismus und Queerness, Linker Theorie und deren
Diskussion, sozialen Bewegungen, Nationalsozialismus und dessen Rezeption,
marxistischer Theorie, Kritischer Theorie, Antirassismus und Migration
[…]“. „Laut der Webseite der Buchhandlung befinden sich im Sortiment u. a.
‚Bücher zu linker Politik, Jugendsubkulturen, Musik‘. Zudem befinden sich
in der Rubrik ‚Links‘ u. a. Verlinkungen zur Antifa in Bremen.“, oder
schlicht die Aussage, der „Buchladen habe eine offensichtliche politische
Ausrichtung“.
Diese Informationsversatzstücke sollen Kulturstaatsminister [1][Wolfram
Weimer] im März 2026 ausgereicht haben, um beim Verfassungsschutz über die
drei Buchhandlungen [2][„Golden Shop“ (Bremen)], „Zur schwankenden
Weltkugel“ (Berlin) und „Buchladen Rote Straße“ (Göttingen) um Auskunft zu
bitten, wie Dokumente zeigen, die t-online per Informationsfreiheitsgesetz
erhielt.
[3][Die Recherche, die das Nachrichtenportal am Mittwoch veröffentlichte],
stellen zudem infrage, ob Weimer die Öffentlichkeit zutreffend über den
Ablauf informiert hat: Noch im Oktober 2025 empfahl die Fachabteilung laut
t-online, sämtliche 118 von der Jury vorgeschlagenen Läden auszuzeichnen.
Was über die drei Geschäfte in Göttingen, Bremen und Berlin festgehalten
wurde, beschränkt sich laut t-online im Wesentlichen auf Angaben von deren
Webseiten. Eigene Recherchen oder Begründungen für weitere Überprüfungen
seien nicht dokumentiert. Die Korrespondenz mit dem Verfassungsschutz ist
als Verschlusssache eingestuft.
Weimer verteidigte sein Vorgehen mit dem Hinweis, der Staat dürfe keine
politischen Extremisten fördern. Diese Aussage untersagte ihm das Berliner
Verwaltungsgericht, [4][nachdem eine der Buchhandlungen dagegen gerichtlich
vorgegangen war]. Laut t-online rechnet der Verfassungsrechtler Christoph
Möllers damit, dass im laufenden Verfahren der Buchläden auch die Anfrage
beim Verfassungsschutz für rechtswidrig erklärt wird. Ein Gutachten der
Wissenschaftlichen Dienste des Bundestags sieht Teile des dabei genutzten
Haber-Verfahrens als grundgesetzwidrig an. (taz)
30 Sep 2026
## LINKS
(DIR) [1] /Wolfram-Weimer/!t6131419
(DIR) [2] /Ausschluss-vom-Buchhandlungspreis/!6160382
(DIR) [3] https://www.t-online.de/nachrichten/deutschland/innenpolitik/id_101453186/weimer-schloss-buchhandlungen-von-preis-aus-diese-saetze-reichten-schon.html
(DIR) [4] /Weimer-akzeptiert-Gerichtsbeschluss/!6184145
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