# taz.de -- Kritik an Entscheidung des Kartellamts: Im Lebensmittelhandel ballt sich die Macht
> Die mächtige Handelskette Edeka darf 178 Tegut-Märkte übernehmen.
> Grenzwertig für Verbraucher:innen und Lieferfirmen, meint die
> Monopolkommission.
(IMG) Bild: Zumindest der Schriftzug von Tegut wird aus dem Stadtbild verschwinden und in vielen Filialen durch ein Edeka-Logo ersetzt
dpa | Die Übernahme von 178 Tegut-Supermärkten durch den Handelsriesen
Edeka ruft bei Branchenexperten Bedenken hervor. „Für den Wettbewerb ist es
schmerzlich, dass ein weiterer Händler vom Markt verschwindet“, sagte der
Präsident der Monopolkommission, Tomaso Duso, und [1][warnte vor
Marktkonzentration] und damit Nachteilen für die Verbraucher:innen.
„Die Behörden werden jetzt noch intensiver darauf achten müssen, dass die
großen vier die Preise nicht hochtreiben oder Innovationen verhindern, so
Duso. Mit den „großen vier“ gemeint sind Edeka, Rewe, Aldi und die
Schwarz-Gruppe, zu der Lidl und Kaufland zählen.
Das Bundeskartellamt hatte kürzlich die Übernahme zahlreicher
Tegut-Standorte durch Edeka genehmigt. Allerdings musste die Handelskette
ihr Vorhaben etwas abspecken und darf sich zunächst nur 178 Tegut-Märkte
einverleiben, 24 weniger als geplant. Damit soll verhindert werden, dass es
in den betroffenen Regionen zu Verschlechterungen für die
Verbraucher:innen kommt.
An dieser Einschätzung hat die Monopolkommission aber Zweifel. Die vier
großen Handelsketten in Deutschland vereinten schon heute mehr als 90
Prozent der Umsätze des hiesigen Lebensmitteleinzelhandels auf sich, so das
unabhängige Beratungsgremium. „Ein zentraler Bereich der Versorgung in
Deutschland ist damit in den Händen von nur vier Unternehmen“, sagt Duso.
## Auch andere Käufer
Das sei vor allem ein Problem für die Lieferanten. Bei einem Teil des
Sortiments seien die Preise weitgehend gleich, die Unternehmen könnten sich
in einem sehr transparenten Markt recht leicht aufeinander einstellen. Die
Lieferanten seien dann abhängig von den vier Großen, es könne zu
„Missbräuchen von Nachfragemacht“ kommen. Weil sie aber zugleich den
Konflikt scheuten, sei es für Behörden schwierig, solche Missbräuche
abzustellen.
Die Schweizer Genossenschaft Migros Zürich hatte im März angekündigt, Tegut
zu verkaufen. Die Kette hat hierzulande rund 300 Standorte. Auch andere
deutsche Handelsketten wollen Filialen erwerben und weiterbetreiben.
[2][Die Smart-Store-Kette Tante Enso erhielt im Juni bereits die Freigabe
für 36 Supermärkte]. Weitere Entscheidungen stehen noch aus.
30 Sep 2026
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