# taz.de -- Bundeskartellamt gibt grünes Licht: Tante Enso darf mehrere tegut-Supermärkte kaufen
> Die mittelständische Kette Tante Enso darf mehr als 30 Filialen der Firma
> tegut übernehmen. Verbraucherschützer begrüßen das.
(IMG) Bild: Wird von einem Schweizer Unternehmen verkauft: Filiale der Kette tegut
Die Selbstbedienungsmarktkette Tante Enso darf 36 Filialen des
Lebensmitteleinzelhändlers tegut kaufen. „Weder die Größe des Vorhabens
noch die Marktstellung der Erwerberin gaben Anlass zu wettbewerblichen
Bedenken“, teilte das Bundeskartellamt am Donnerstag mit. Es gebe nur
geringe Überschneidungen im Filialnetz. Tante Enso betreibt deutschlandweit
bislang knapp 90 halbautomatisierte Minisupermärkte – vor allem im
ländlichen Raum.
Die Filialen, die Tante Enso kaufen will, erzielten demnach 2025 zusammen
rund 60 Millionen Euro Umsatz, was etwa 5 Prozent des Umsatzes von tegut
entspricht. Sie befinden sich vorwiegend in Hessen, Thüringen und
Nordbayern. Die [1][Übernahme durch Tante Enso] „kann die Nahversorgung in
den betroffenen Regionen sichern“, sagte Kartellamtschef Andreas Mundt.
Hintergrund ist, dass sich der derzeitige Inhaber, die Genossenschaft
Migros Zürich, aus dem deutschen Markt zurückzieht.
## Wenige Anbieter dominieren den Handel
[2][Die Organisation Oxfam] bewertet die geplante Übernahme durch „einen
Mittelständler wie Tante Enso“ positiv, weil die Filialen so nicht an eines
der vier großen Unternehmen gehen, die den Lebensmitteleinzelhandel in
Deutschland dominieren. Allerdings „ändert das an der Marktkonzentration
nicht viel“, sagte Steffen Vogel, Referent für globale Lieferketten. Die
große Macht von Konzernen wie Rewe und Edeka führe zu höheren Preisen für
die Verbraucher*innen und niedrigeren für die Lieferant*innen.
Das Kartellamt prüft nach eigenen Angaben weiterhin, ob Edeka und Rewe
andere tegut-Filialen kaufen dürfen. Dabei geht es der Behörde zufolge um
die Auswirkungen auf die Absatz- und Beschaffungsmärkte. Für die
Verbraucherzentrale Bundesverband e. V. ist die lange Bearbeitungszeit
„gutes Zeichen“. Die Folgen für die Verbraucher*innen müssten
sorgfältig analysiert werden, sagte die zuständige Referentin, Lisa Völkel.
12 Jun 2026
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## AUTOREN
(DIR) Charlotte Gabel
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