# taz.de -- +++ Nachrichten im Ukrainekrieg +++: Estland wirft Russland Brandanschlag auf Rüstungshersteller vor
       
       > Der Brand bei einem Hersteller von Militärsystemen war nach Angaben der
       > Regierung in Tallinn ein russicher Sabotageakt. Wieder heftige Angriffe
       > auf Kyjiw.
       
 (IMG) Bild: Die Grenze überschritten? An der der Grenzbrücke der estnischen Stadt Narva nach Russland
       
       ## Estland: Russland hinter Brandanschlag auf Rüstungshersteller
       
       Ein mutmaßlicher Brandanschlag auf einen Rüstungshersteller in Estland ist
       nach Erkenntnissen der Regierung in Tallinn in russischem Auftrag verübt
       worden. Dies teilte Regierungschef Kristen Michal unter Berufung auf
       Ermittlungsergebnisse der Sicherheitsbehörden des an Russland grenzenden
       baltischen EU- und Nato-Landes mit. Das estnische Außenministerium
       bestellte deshalb den Geschäftsträger der russischen Botschaft ein. „Wir
       können heute mit Gewissheit sagen, dass der Brandanschlag auf das
       Rüstungsunternehmen Milrem Robotics in der Nacht vom 14. auf den 15. August
       ein Sabotageakt war, der von den russischen Geheimdiensten angeordnet
       wurde“, sagte Michal.
       
       „Der estnische Inlandsgeheimdienst ist nach eingehender Auswertung der
       gesammelten Informationen zu diesem Schluss gekommen.“ Die mutmaßlichen
       Täter seien festgenommen worden. Russland wies die estnischen Vorwürfe
       zurück. Die Anschuldigungen seien unbegründet, unüberlegt und nicht ernst
       zu nehmen, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow der russischen Staatsagentur
       Tass zufolge. (dpa)
       
       ## Nato verurteilt russische Gewaltandrohung „aufs Schärfste“
       
       Die Nato hat eine russische Warnung vor einer schweren militärischen
       Eskalation um die russischen Exklave Kaliningrad energisch zurückgewiesen.
       Nato-Sprecherin Allison Hart machte nach einem entsprechenden Schreiben der
       russischen Regierung zudem deutlich, die Nato sei ein Verteidigungsbündnis
       und keine der Bündnisaktivitäten oder Übungen stellten eine Gefahr für
       irgendeinen Teil Russlands dar. Sie reagierte damit auf ein über die
       russische Botschaft in Belgien an die Nato gerichtetes Schreiben, in dem
       Russland der Nato eine „beispiellose Eskalation der militärisch-politischen
       Lage rund um die russische Region Kaliningrad“ und äußerst provokative
       öffentliche Äußerungen von Vertretern der Nato-Mitgliedsstaaten vorwarf.
       Der Text des Schreibens lag der Deutschen Presse-Agentur vor. Die
       Nato-Mitgliedstaaten werden zudem aufgefordert, „von weiteren
       destabilisierenden und eskalierenden Maßnahmen abzusehen, um eine groß
       angelegte Konfrontation zu vermeiden“.
       
       In der Nato wird davon ausgegangen, dass das russische Schreiben
       insbesondere eine Reaktion auf ein Mitte August durchgeführtes Luftmanöver
       ist. Mit ihm sollte nach Angaben aus Militärkreisen gezeigt werden, dass
       die Nato im Fall einer militärischen Aggression Russlands gegen
       Bündnisterritorium in der Lage wäre, die Exklave Kaliningrad zu
       kontrollieren. Das polnische Verteidigungsministerium sprach von einer
       Demonstration der Fähigkeiten des Bündnisses zur schnellen Reaktion. Mit
       Blick auf das russische Säbelrasseln erklärte Nato-Sprecherin Hart am
       Dienstag: „Wir verurteilen die Androhung von Gewalt aufs Schärfste,
       einschließlich jeglicher unverantwortlicher nuklearer Rhetorik.“ (dpa)
       
       ## Ukrainischer Verteidigungsminister sagt Besuch in Deutschland ab
       
       Der ukrainische Verteidigungsminister Jewhenij Chmara hat eine für Dienstag
       geplante Reise nach Deutschland abgesagt. Chmara werde „wegen der Lage in
       der Ukraine und der Intensivierung der russischen Angriffe“ nicht wie
       geplant nach Deutschland und Norwegen reisen, hieß es am Dienstag aus
       seinem Ministerium. Die Attacken erforderten ein „sofortiges Handeln und
       schnelle Gegenmaßnahmen“ des Ministers. Für Dienstagnachmittag wäre ein
       Treffen Chmaras mit seinem deutschen Kollegen Boris Pistorius (SPD) geplant
       gewesen. Dabei hätte es um die weitere Unterstützung der Ukraine mit
       Finanzhilfen und Waffen gehen sollen. „Die Gespräche mit unseren Partnern
       werden in anderer Form stattfinden, und wir sind ihnen für ihre
       Unterstützung dankbar“, hieß es in Kiew. (afp)
       
       ## Rutte ruft zu Ruhe auf: Russland „scheitert“ mit hybriden Angriffen
       
       Nato-Generalsekretär Mark Rutte hat die Kampagne hybrider Angriffe
       Russlands in Europa als „gescheitert“ bezeichnet. Moskau versuche mit
       seiner „rücksichtslosen Kampagne feindseliger Aktionen gegen
       Nato-Verbündete“, deren „Entschlossenheit zu schwächen und unsere
       Unterstützung für die Ukraine zu stoppen“, sagte Rutte am Montag in Brüssel
       im Beisein des litauischen Ministerpräsidenten Mindaugas Sinkevicius. Er
       rief die Nato-Staaten dazu auf, „ruhig zu bleiben, weiterzumachen und die
       Ukraine zu unterstützen“.
       
       „Russland scheitert“, betonte Rutte. „Es scheitert auf dem Schlachtfeld in
       der Ukraine, und es scheitert daran, unsere Einheit und unsere
       Unterstützung für die Ukraine zu untergraben.“ Mit „hybriden“ Aktivitäten
       sind getarnte aggressive Handlungen gemeint – beispielsweise Cyberangriffe,
       Drohnenattacken, Sabotage an Unterseekabeln oder der gezielte Einsatz von
       Migration. Die europäischen Länder gehen davon aus, dass Moskau auf diese
       Weise die westlichen Unterstützer der Ukraine verunsichern will. (afp)
       
       ## Wadephul verlangt von Slowakei mehr Solidarität gegen Moskau
       
       Außenminister Johann Wadephul hat von der Slowakei mehr Bündnissolidarität
       in den Maßnahmen gegen Russland gefordert. In einer gemeinsamen Erklärung
       hätten beide Länder ihre „umfassende Unterstützung für die Ukraine“
       bekräftigt, sagte der CDU-Politiker bei einem Treffen mit seinem
       slowakischen Kollegen Juraj Blanar in der Hauptstadt Bratislava. Für den
       deutschen Außenminister gehört dazu auch die Abkoppelung von russischen
       Energielieferungen.
       
       Dafür müssten alle Partner „gemeinsam einstehen“, sagte er an Blanar
       gerichtet. Auf Russland müsse „mehr Druck“ ausgeübt werden: „Russland zeigt
       keine Bereitschaft zu Frieden“, die Ukraine dagegen habe „ihre Bereitschaft
       wiederholt erklärt“, betonte Wadephul. Ohne die Slowakei direkt beim Namen
       zu nennen sagte Wadephul, es wäre „nicht nur unsolidarisch, es wäre
       unverantwortlich“, infrage zu stellen, dass die größte Gefahr für Europa
       „Putins kriegerischer Imperialismus“ sei. Die EU könne sich keine Blockaden
       durch einzelne Mitgliedstaaten etwa bei Sanktionen leisten. (dpa)
       
       ## Selenskyj: Haben ballistische Raketen abgewehrt
       
       Die Ukraine hat nach Worten von Präsident Wolodymyr Selenskyj bei
       russischen Attacken auch ballistische Raketen abgewehrt. Das schrieb
       Selenskyj in sozialen Medien und dankte amerikanischen und norwegischen
       Partnern seines Landes für ein Flugabwehrsystem vom Typ Nasams. Er dankte
       auch Deutschland und Frankreich für die Unterstützung der Flugabwehr. Es
       sei wichtig, dass solche Pakete weiterhin geliefert würden, schrieb er und
       warf Russland Eskalation vor.
       
       In dem Wissen, dass es der Ukraine an Abfangraketen mangelt, setzt Moskau
       verstärkt auf Angriffe mit ballistischen Raketen. Diese sind aufgrund ihrer
       hohen Geschwindigkeit besonders schwer abzuwehren. Zu schaffen machen Kiews
       Flugabwehr auch Drohnen mit Düsenantrieb. Selenskyj macht immer wieder auf
       den Mangel seines Landes bei Mitteln zur Flugabwehr aufmerksam. (dpa)
       
       ## Tusk warnt vor Dauerangriffen an der Grenze zu Polen
       
       Polens Regierungschef Donald Tusk hält russische Angriffe in der
       ukrainischen Grenzregion zu seinem Land mittlerweile für einen
       Dauerzustand. Jede Nacht würden Kampfjets der polnischen Luftwaffe
       aufsteigen, da die Attacken Russlands in dieser Region einen „permanenten
       Charakter“ angenommen hätten, sagte Tusk in Warschau vor einer
       Kabinettssitzung. Seinem Land stehen schwierige Wochen und Monate bevor. Am
       Montag hatte es polnischen Regierungsangaben zufolge auf ukrainischem
       Gebiet erneut eine Drohnenattacke unweit von dem Grenzübergang
       Dorohusk-Jahodyn gegeben.
       
       Bei dem Angriff beschädigte die Drohne mit ihrer Druckwelle nach
       ukrainischen Informationen ein Gebäude der Grenzkontrollstelle. In den
       vergangenen zwei Wochen hatten in der Nähe des gleichen Grenzübergangs
       mehrfach russische Drohnen Ziele auf dem Gebiet der Ukraine attackiert.
       Außerdem wurde dort ein Passagierzug von Kiew nach Warschau angegriffen.
       Polens Regierung wirft Russland eine Verschärfung des Ukraine-Kriegs vor.
       (dpa)
       
       ## Nato-Chef: Werden Ukraine noch mehr unterstützen
       
       Die Nato wird sich nach Angaben ihres Generalsekretärs Mark Rutte von
       Russland nicht davon abbringen lassen, die Ukraine weiter zu unterstützen.
       „Russland setzt seine rücksichtslose Kampagne feindseliger Handlungen gegen
       die Nato fort“, sagt Rutte vor Journalisten in Brüssel. „Es versucht,
       unsere Entschlossenheit zu schwächen und unsere Unterstützung für die
       Ukraine zu stoppen. Aber das wird nicht gelingen … Unsere Botschaft an
       Moskau ist klar: Wir werden noch ‌mehr für die Ukraine tun, nicht weniger.“
       (rtr)
       
       ## Slowakei will sich nicht völlig von russischer Energie lösen
       
       Blanar stimmte der Verurteilung des russischen Angriffskriegs gegen die
       Ukraine zwar grundsätzlich zu. Der Angriffskrieg Moskaus sei eine grobe
       Verletzung des Völkerrechts und inakzeptabel. Andererseits bleibe die
       Slowakei bei ihrer Haltung, dass es für den Krieg im Nachbarland Ukraine
       keine militärische Lösung geben könne. Es sei unausweichlich, mit Russland
       in Dialog zu treten: „Russland wird nicht von der Landkarte verschwinden.“
       
       ## Russland plant 2027 höchste Militärausgaben seit Kriegsbeginn
       
       Russland ‌will seine Militärausgaben im Jahr 2027 auf einen neuen
       Höchststand seit Beginn des Krieges in der Ukraine anheben. Geplant seien
       Ausgaben von 17,1 Billionen Rubel (rund 178 Milliarden Euro), wie aus
       Regierungsdokumenten hervorgeht, die der Nachrichtenagentur Reuters am
       Montag vorlagen. Dies entspricht einer Steigerung von ‌rund 27 Prozent
       gegenüber dem ursprünglich veranschlagten Budget von 13,5 Billionen Rubel.
       Insgesamt sollen sich die Rüstungsausgaben in den kommenden drei Jahren auf
       50 Billionen Rubel belaufen. Für das Jahr 2026 waren ursprünglich 12,1
       Billionen Rubel für die Verteidigung vorgesehen, die tatsächliche Summe ist
       jedoch als geheim eingestuft. Zudem können Teile der Militärausgaben in
       anderen Bereichen des Haushalts verbucht werden.
       
       Die steigenden Militärausgaben ‌belasten den russischen Haushalt. Den
       Dokumenten zufolge verdoppelte die Regierung ihre Prognose für das
       Haushaltsdefizit im Jahr 2026 auf 3,2 Prozent des Bruttoinlandsprodukts
       (BIP), ⁠nachdem zuvor 1,6 Prozent erwartet worden waren. Die Gesamtausgaben
       sollen 2026 um 13,2 Prozent auf 48,6 Billionen Rubel oder 20,9 Prozent des
       BIP steigen. Um ‌das Defizit ‌zu finanzieren, plant die Regierung für 2027
       ⁠Steuererhöhungen. Unter anderem soll eine neue Sondersteuer für Metall-
       und Bergbauunternehmen jährlich rund 200 Milliarden Rubel ‌einbringen. Der
       Haushaltsentwurf soll dem ‌Parlament bis zum 1. Oktober vorgelegt werden.
       (rtr)
       
       ## Leo XIV. lehnt militärische Lösung des Ukrainekonflikts ab
       
       Papst Leo XIV. ist weiterhin gegen eine militärische Lösung des
       Ukrainekonflikts. In einer Pressekonferenz auf dem Flug von Metz nach Rom
       sagte er am Montagabend, die Kirche müsse ihre Lehre vertreten, die gegen
       die Förderung von Gewalt, Hass und Waffen eintrete. Er beklagte, dass
       derzeit einige politische Führer sogar wieder von der Möglichkeit des
       Einsatzes atomarer Waffen sprächen, deren Einsatz enorm viele Menschenleben
       vernichten würde. Die Bereitschaft, immer mehr Waffen zu bauen, verstärke
       nur die Spannungen und könne zu weiteren Kriegen führen.
       
       Wie sein Vorgänger Franziskus (2013-2025) sagte Leo XIV., dass an
       Aufrüstung letztlich nur die Waffenindustrie verdiene und dass man mit
       diesen Milliardengewinnen Probleme wie Hunger und Wohnungsknappheit lösen
       könne. Alle hofften auf eine Stimme, die einen anderen Weg weisen könne.
       Diese Stimme müsse die Kirche sein, indem sie für Menschenwürde und das
       Lebensrecht aller eintrete, so der Papst. Sie sei es, die Russland und die
       Ukraine und andere Länder einlade, zusammenzukommen, einen Dialog zu
       beginnen und Wege zu suchen, wie die Probleme ohne Kriege gelöst werden
       können. „Das mag manchmal wirkungslos erscheinen, aber wir werden weiter
       zum Dialog einladen und das Evangelium verkünden“, sagte Leo XIV. (kna)
       
       ## Nordkorea verstärkt laut Selenskyj seine Truppen in Russland
       
       ‌Nordkorea bereitet ‌nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr
       Selenskyj die Entsendung von weiteren 10.000 Soldaten nach Russland vor.
       Mehr als 8.000 nordkoreanische Soldaten befänden sich bereits auf
       russischem Territorium, sagte Selenskyj am Montag unter Berufung auf „neue
       Daten“. Die Soldaten würden „für die ‌Ausbildung und den anschließenden
       Einsatz in Russland ausgewählt“.
       
       Selenskyjs Äußerungen kommen zu eine[1][r Zeit diplomatischer Spannungen
       mit Südkorea]. Die Regierung in Seoul hatte sich vergangene Woche verärgert
       über die Mitteilung Selenskyjs gezeigt, die Ukraine habe zwei gefangene
       nordkoreanische Soldaten an Südkorea übergeben. Seoul zufolge war für die
       Übergabe Vertraulichkeit vereinbart worden. Im August hatte Selenskyj
       erklärt, ‌dass bis zu 50.000 nordkoreanische Soldaten für den Kampf in
       Russland entsandt werden könnten. In diesem Zusammenhang rief ⁠er Südkorea
       dazu auf, die ukrainische Luftverteidigung zu unterstützen.
       
       Schätzungen der Ukraine und Südkoreas zufolge hat Nordkorea seit 2024
       zwischen 14.000 und 15.000 ‌Soldaten zur ‌Unterstützung Russlands entsandt.
       Die meisten von ⁠ihnen seien in der russischen Region Kursk stationiert.
       Zudem hat Pjöngjang nach ukrainischen und unabhängigen ‌Einschätzungen
       Millionen von ‌Artilleriegranaten und Raketen an Russland geliefert. (rtr)
       
       ## Weiter heftige Angriffe auf Kyjiw
       
       Das russische Militär setzt [2][seine heftigen Angriffe] auf die
       ukrainische Hauptstadt Kyjiw fort. Die ukrainische Luftwaffe warnte in der
       Nacht vor einer Bedrohung durch ballistische Raketen in der Region.
       Berichten zufolge waren in Kyjiw Explosionen zu hören. Der Kyjiwer
       Bürgermeister Vitali Klitschko berichtete bei Telegram von Schäden in
       mehreren Teilen der Hauptstadt.
       
       Im Stadtteil Solomjanka sei ein Verwaltungsgebäude getroffen worden, zudem
       seien Raketentrümmer in den Hof eines Wohnhauses gefallen, teilte Klitschko
       mit. Auch ein Gebäude einer Bildungseinrichtung wurde demnach getroffen, es
       gebe einen Brand. Im zentralen Stadtteil Petschersk sei es in einem
       dreistöckigen Nichtwohngebäude zu einem Brand gekommen.
       
       Bereits im Tagesverlauf hatte es eine Serie russischer Angriffe auf die
       ukrainische Hauptstadt gegeben. Dabei wurde nach offiziellen Angaben auch
       eine Klinik getroffen. Zuvor was das Gebäude der Akademie der
       Wissenschaften getroffen worden. Nach Angaben vom Abend gab es dabei zwei
       Todesopfer. Bürgermeister Klitschko teilte mit, bei russischen Angriffen
       seien im Tagesverlauf in der Hauptstadt 24 Menschen verletzt worden. (dpa)
       
       ## Regierungschef: Ukraine verschiebt einige Ausgaben wegen Verzögerungen
       bei Hilfen
       
       Wegen Verzögerungen beim Erhalt von Hilfen verschiebt die Ukraine nach
       eigenen Angaben einige Ausgaben, darunter Wiederaufbauarbeiten. Die
       Regierung werde diese Projekte zwar letztendlich umsetzen, „aber vorerst
       müssen alle Ressourcen in wichtige Bereiche fließen“, erklärte
       Regierungschef Serhij Korezky am Montag im Onlinedienst Telegram. Priorität
       seien die Verteidigung und das Sozialwesen.
       
       Korezky bezeichnete die Lage der öffentlichen Finanzen als schwierig. „Ein
       Teil der geplanten internationalen Finanzmittel ist noch nicht eingegangen,
       was zum Teil daran liegt, dass es der Ukraine nicht gelungen ist, bestimmte
       gegenüber internationalen Partnern eingegangene Verpflichtungen
       fristgerecht zu erfüllen“, fügte er hinzu. Ausgaben, die keine Priorität
       hätten, würden zurückgestellt. Das gelte für Neubau, Wiederaufbau oder
       größere Reparaturen, die nicht von entscheidender Bedeutung seien, sowie
       für Verbesserungen im öffentlichen Raum wie Parks und öffentliche Plätze.
       
       Der seit mehr als vier Jahren andauernde russische Angriffskrieg hat die
       ukrainische Wirtschaft schwer getroffen, Schäden in Milliardenhöhe und ein
       riesiges Finanzloch in Kyjiw verursacht. Die ukrainische Regierung hat
       angekündigt, im kommenden Jahr zusätzliche 53 Milliarden Dollar (46,6
       Milliarden Euro) an Auslandshilfe unter anderem vom Internationalen
       Währungsfonds und der Weltbank zu beantragen, um die Finanzlücke zu
       schließen. Im kommenden Jahr will die ukrainische Regierung zwei Drittel
       ihres Haushaltes für Verteidigungsausgaben aufwenden. (afp)
       
       ## Putin ordnet weitere Aufstockung der russischen Armee an
       
       Der russische Präsident Wladimir Putin hat am Montag ein Dekret
       unterzeichnet, das die Personalstärke der Armee um weitere 15.500 Soldaten
       erhöht. „Die zulässige Personalstärke der russischen Streitkräfte wird auf
       2.441.630 Menschen festgesetzt, darunter 1.550.500 Militärangehörige“, hieß
       es in dem Dekret. Einen Grund nannte Putin nicht. Er hatte bereits im März,
       Juni und Juli eine Aufstockung der Armee verkündet.
       
       Im Krieg mit der Ukraine macht Russland nur noch wenige Geländegewinne.
       Kyjiw hat Moskau wiederholt beschuldigt, eine Einberufungswelle
       vorzubereiten. Putin hatte das als „Desinformation“ bezeichnet. Zuletzt
       hatte er 2022 eine Mobilisierung von Reservisten angeordnet. Damals hatte
       die russische Armee Rückschläge an der Front verzeichnet. (afp)
       
       ## Selenskyj: Russland hat mit Mobilmachung begonnen
       
       Russland hat nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj
       bereits mit einer zusätzlichen Mobilmachung begonnen. „Sie (die Russen)
       planen auch, verstärkt Ausländer einzubeziehen“, sagte Selenskyj in seiner
       abendlichen Videoansprache und berief sich auf Erkenntnisse der
       ukrainischen Geheimdienste. Seit Monaten wird über eine neue Mobilmachung
       in Russland spekuliert, um die zuletzt starken Verlusten an den Frontlinien
       in der Ukraine auszugleichen. Kremlchef Wladimir Putin hat solche
       Befürchtungen bisher kategorisch zurückgewiesen.
       
       Zudem gebe es neue Informationen zur Präsenz nordkoreanischer Soldaten in
       Russland. „Derzeit befinden sich mehr als 8.000 nordkoreanische Soldaten
       auf russischem Territorium“, sagte Selenskyj. „Darüber hinaus wird die
       Entsendung eines Kontingents von weiteren 10.000 Soldaten vorbereitet –
       diese werden ausgewählt, um eine Ausbildung zu absolvieren und anschließend
       nach Russland verlegt zu werden.“
       
       Russland bezahle dafür unter anderem mit Technologien, und im Gegenzug für
       diese Hilfe sei mit technischer Unterstützung Russlands auf
       nordkoreanischem Territorium die Produktion von Angriffsdrohnen vom Typ
       „Shahed“ aufgenommen worden. „So breitet sich das Böse aus, und so greift
       eine Bedrohung für das Leben in einem Teil der Welt auf andere Teile der
       Welt über.“ (dpa)
       
       ## Polen: Wieder russischer Angriff in Ukraine nahe von Grenzübergang
       
       In der ukrainischen Grenzregion zu Polen hat es nach Angaben der Regierung
       in Warschau erneut eine Drohnenattacke unweit von einem Grenzübergang
       gegeben. „Ein weiterer Angriff Russlands auf die Westukraine. Eine
       düsengetriebene Drohne ist auf ukrainischer Seite etwa zwei Kilometer vom
       Grenzübergang zu Polen in Dorohusk eingeschlagen“, schrieb Polens
       Verteidigungsminister Wladyslaw Kosiniak-Kamysz auf der Plattform X. Der
       Luftraum über Polen wurde demnach nicht verletzt.
       
       Wie das Oberkommando der polnischen Streitkräfte bekannt gab, wurde in der
       Region um Lublin im Südosten Polens während russischer Luftschläge gegen
       die Westukraine Luftalarm ausgelöst. Dieser sei nach einer Viertelstunde
       wieder aufgehoben worden. Die Drohne beschädigte nach ukrainischen Angaben
       mit der Druckwelle der Explosion das Gebäude der Grenzkontrollstelle. „Es
       liegen keine Meldungen über Verletzte oder Tote vor“, schrieb Roman
       Romanjuk, Leiter der Oblast-Verwaltung von Wolyn, auf Telegram. Er bat die
       Bewohner der Region, in Schutzräumen zu bleiben. (dpa)
       
       ## Wadephul stellt Bedingungen für Folgetreffen mit Russland
       
       Außenminister Johann Wadephul hält weitere Treffen mit Russland nach dem
       Gespräch mit seinem russischen Kollegen Sergei Lawrow [3][nur unter
       Bedingungen für sinnvoll]. „Folgetreffen machen nur dann Sinn, wenn
       Russland ernsthaft zu Verhandlungen bereit ist“, sagte der CDU-Politiker
       bei einem Treffen mit seinem niederländischen Kollegen Tom Berendsen in Den
       Haag auf die Frage, ob es weitere Gespräche, etwa von Kanzler Friedrich
       Merz (CDU) mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin, geben solle.
       
       „Die Reaktion, die ich jetzt öffentlich von Herrn Lawrow gehört habe, zeigt
       ja zum jetzigen Zeitpunkt keine ernsthafte Gesprächsbereitschaft“, sagte
       Wadephul. Alle, die immer wieder gefordert hätten, man müsse endlich mit
       Russland direkte Gespräche führen, sähen nun, „dass auch direkte Gespräche
       dann nichts bringen, wenn der Gesprächspartner auf einer fundamentalen
       Position der weiteren Kriegsführung beharrt“. Er fügte hinzu: „Solange das
       der Fall ist, glaube ich, brauchen wir das Gespräch nicht fortsetzen.“
       (dpa)
       
       ## Ukrainisches Militär meldet Bodengewinne an Front
       
       Das ukrainische Militär hat nach eigenen Angaben Bodengewinne an der Front
       in der Ostukraine erzielt. Eine Militäreinheit teilte am Montag mit, sie
       habe weitere 51 Quadratkilometer von den Russen zurückerobert. Damit seien
       seit Beginn der Offensive „Operation Vivaldi“ vor mehreren Monaten
       insgesamt 176 Quadratkilometer zurückerlangt worden. Die Offensive betrifft
       einen Teil der 1.250 Kilometer langen Front. Die Militäreinheit teilte mit,
       um die russische Abwehr in der ostukrainischen Region Donezk zu
       durchbrechen, habe sie Schützenpanzer aus der Sowjet-Ära in
       Kamikaze-Fahrzeuge verwandelt, die russische Festungen gesprengt hätten.
       
       Von russischer Seite wurden die ukrainischen Angaben zunächst nicht
       kommentiert. Das zahlenmäßig überlegene russische Militär versucht seit
       Langem, die Region Donezk ganz unter seine Kontrolle zu bringen. Das
       russische Verteidigungsministerium teilte mit, russische Soldaten hätten
       das Dorf Nowowodjane in Donezk und das Dorf Ulanowe in der nordukrainischen
       Region Sumy erobert. Die Angaben der Ukraine und Russlands konnten nicht
       von unabhängiger Seite verifiziert werden. Der russische Angriffskrieg
       gegen die Ukraine dauert seit Februar 2022. (ap)
       
       29 Sep 2026
       
       ## LINKS
       
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       In Berlin demonstrierten am Montagabend Hunderte für das von Russland
       besetzte Oleschky. In der ukrainischen Stadt herrscht eine Hungersnot.
       
 (DIR) Krieg in der Ukraine: Viel Kritik, wenig Konkretes
       
       Die EU wirft Russland mangelnden Friedenswillen vor. Beim Treffen der
       Verteidigungsminister bleiben konkrete Beschlüsse jedoch aus.
       
 (DIR) Jetzt auch Metro: Putin konfisziert ausländische Firmen
       
       Russlands Präsident ‌hat die Vermögenswerte des deutschen Handelskonzerns
       Metro per Dekret unter staatliche Verwaltung gestellt. Das ist ein Trend.
       
 (DIR) Russischer Menschenrechtler: Nicht einmal im Gefängnis ist er sicher
       
       Der Historiker Juri Dmitrijew sitzt seit Jahren in russischer Haft. Nun
       soll sich sein Gesundheitszustand drastisch verschlechtert haben.