# taz.de -- +++ Nachrichten im Ukrainekrieg +++: Estland wirft Russland Brandanschlag auf Rüstungshersteller vor
> Der Brand bei einem Hersteller von Militärsystemen war nach Angaben der
> Regierung in Tallinn ein russicher Sabotageakt. Wieder heftige Angriffe
> auf Kyjiw.
(IMG) Bild: Die Grenze überschritten? An der der Grenzbrücke der estnischen Stadt Narva nach Russland
## Estland: Russland hinter Brandanschlag auf Rüstungshersteller
Ein mutmaßlicher Brandanschlag auf einen Rüstungshersteller in Estland ist
nach Erkenntnissen der Regierung in Tallinn in russischem Auftrag verübt
worden. Dies teilte Regierungschef Kristen Michal unter Berufung auf
Ermittlungsergebnisse der Sicherheitsbehörden des an Russland grenzenden
baltischen EU- und Nato-Landes mit. Das estnische Außenministerium
bestellte deshalb den Geschäftsträger der russischen Botschaft ein. „Wir
können heute mit Gewissheit sagen, dass der Brandanschlag auf das
Rüstungsunternehmen Milrem Robotics in der Nacht vom 14. auf den 15. August
ein Sabotageakt war, der von den russischen Geheimdiensten angeordnet
wurde“, sagte Michal.
„Der estnische Inlandsgeheimdienst ist nach eingehender Auswertung der
gesammelten Informationen zu diesem Schluss gekommen.“ Die mutmaßlichen
Täter seien festgenommen worden. Russland wies die estnischen Vorwürfe
zurück. Die Anschuldigungen seien unbegründet, unüberlegt und nicht ernst
zu nehmen, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow der russischen Staatsagentur
Tass zufolge. (dpa)
## Nato verurteilt russische Gewaltandrohung „aufs Schärfste“
Die Nato hat eine russische Warnung vor einer schweren militärischen
Eskalation um die russischen Exklave Kaliningrad energisch zurückgewiesen.
Nato-Sprecherin Allison Hart machte nach einem entsprechenden Schreiben der
russischen Regierung zudem deutlich, die Nato sei ein Verteidigungsbündnis
und keine der Bündnisaktivitäten oder Übungen stellten eine Gefahr für
irgendeinen Teil Russlands dar. Sie reagierte damit auf ein über die
russische Botschaft in Belgien an die Nato gerichtetes Schreiben, in dem
Russland der Nato eine „beispiellose Eskalation der militärisch-politischen
Lage rund um die russische Region Kaliningrad“ und äußerst provokative
öffentliche Äußerungen von Vertretern der Nato-Mitgliedsstaaten vorwarf.
Der Text des Schreibens lag der Deutschen Presse-Agentur vor. Die
Nato-Mitgliedstaaten werden zudem aufgefordert, „von weiteren
destabilisierenden und eskalierenden Maßnahmen abzusehen, um eine groß
angelegte Konfrontation zu vermeiden“.
In der Nato wird davon ausgegangen, dass das russische Schreiben
insbesondere eine Reaktion auf ein Mitte August durchgeführtes Luftmanöver
ist. Mit ihm sollte nach Angaben aus Militärkreisen gezeigt werden, dass
die Nato im Fall einer militärischen Aggression Russlands gegen
Bündnisterritorium in der Lage wäre, die Exklave Kaliningrad zu
kontrollieren. Das polnische Verteidigungsministerium sprach von einer
Demonstration der Fähigkeiten des Bündnisses zur schnellen Reaktion. Mit
Blick auf das russische Säbelrasseln erklärte Nato-Sprecherin Hart am
Dienstag: „Wir verurteilen die Androhung von Gewalt aufs Schärfste,
einschließlich jeglicher unverantwortlicher nuklearer Rhetorik.“ (dpa)
## Ukrainischer Verteidigungsminister sagt Besuch in Deutschland ab
Der ukrainische Verteidigungsminister Jewhenij Chmara hat eine für Dienstag
geplante Reise nach Deutschland abgesagt. Chmara werde „wegen der Lage in
der Ukraine und der Intensivierung der russischen Angriffe“ nicht wie
geplant nach Deutschland und Norwegen reisen, hieß es am Dienstag aus
seinem Ministerium. Die Attacken erforderten ein „sofortiges Handeln und
schnelle Gegenmaßnahmen“ des Ministers. Für Dienstagnachmittag wäre ein
Treffen Chmaras mit seinem deutschen Kollegen Boris Pistorius (SPD) geplant
gewesen. Dabei hätte es um die weitere Unterstützung der Ukraine mit
Finanzhilfen und Waffen gehen sollen. „Die Gespräche mit unseren Partnern
werden in anderer Form stattfinden, und wir sind ihnen für ihre
Unterstützung dankbar“, hieß es in Kiew. (afp)
## Rutte ruft zu Ruhe auf: Russland „scheitert“ mit hybriden Angriffen
Nato-Generalsekretär Mark Rutte hat die Kampagne hybrider Angriffe
Russlands in Europa als „gescheitert“ bezeichnet. Moskau versuche mit
seiner „rücksichtslosen Kampagne feindseliger Aktionen gegen
Nato-Verbündete“, deren „Entschlossenheit zu schwächen und unsere
Unterstützung für die Ukraine zu stoppen“, sagte Rutte am Montag in Brüssel
im Beisein des litauischen Ministerpräsidenten Mindaugas Sinkevicius. Er
rief die Nato-Staaten dazu auf, „ruhig zu bleiben, weiterzumachen und die
Ukraine zu unterstützen“.
„Russland scheitert“, betonte Rutte. „Es scheitert auf dem Schlachtfeld in
der Ukraine, und es scheitert daran, unsere Einheit und unsere
Unterstützung für die Ukraine zu untergraben.“ Mit „hybriden“ Aktivitäten
sind getarnte aggressive Handlungen gemeint – beispielsweise Cyberangriffe,
Drohnenattacken, Sabotage an Unterseekabeln oder der gezielte Einsatz von
Migration. Die europäischen Länder gehen davon aus, dass Moskau auf diese
Weise die westlichen Unterstützer der Ukraine verunsichern will. (afp)
## Wadephul verlangt von Slowakei mehr Solidarität gegen Moskau
Außenminister Johann Wadephul hat von der Slowakei mehr Bündnissolidarität
in den Maßnahmen gegen Russland gefordert. In einer gemeinsamen Erklärung
hätten beide Länder ihre „umfassende Unterstützung für die Ukraine“
bekräftigt, sagte der CDU-Politiker bei einem Treffen mit seinem
slowakischen Kollegen Juraj Blanar in der Hauptstadt Bratislava. Für den
deutschen Außenminister gehört dazu auch die Abkoppelung von russischen
Energielieferungen.
Dafür müssten alle Partner „gemeinsam einstehen“, sagte er an Blanar
gerichtet. Auf Russland müsse „mehr Druck“ ausgeübt werden: „Russland zeigt
keine Bereitschaft zu Frieden“, die Ukraine dagegen habe „ihre Bereitschaft
wiederholt erklärt“, betonte Wadephul. Ohne die Slowakei direkt beim Namen
zu nennen sagte Wadephul, es wäre „nicht nur unsolidarisch, es wäre
unverantwortlich“, infrage zu stellen, dass die größte Gefahr für Europa
„Putins kriegerischer Imperialismus“ sei. Die EU könne sich keine Blockaden
durch einzelne Mitgliedstaaten etwa bei Sanktionen leisten. (dpa)
## Selenskyj: Haben ballistische Raketen abgewehrt
Die Ukraine hat nach Worten von Präsident Wolodymyr Selenskyj bei
russischen Attacken auch ballistische Raketen abgewehrt. Das schrieb
Selenskyj in sozialen Medien und dankte amerikanischen und norwegischen
Partnern seines Landes für ein Flugabwehrsystem vom Typ Nasams. Er dankte
auch Deutschland und Frankreich für die Unterstützung der Flugabwehr. Es
sei wichtig, dass solche Pakete weiterhin geliefert würden, schrieb er und
warf Russland Eskalation vor.
In dem Wissen, dass es der Ukraine an Abfangraketen mangelt, setzt Moskau
verstärkt auf Angriffe mit ballistischen Raketen. Diese sind aufgrund ihrer
hohen Geschwindigkeit besonders schwer abzuwehren. Zu schaffen machen Kiews
Flugabwehr auch Drohnen mit Düsenantrieb. Selenskyj macht immer wieder auf
den Mangel seines Landes bei Mitteln zur Flugabwehr aufmerksam. (dpa)
## Tusk warnt vor Dauerangriffen an der Grenze zu Polen
Polens Regierungschef Donald Tusk hält russische Angriffe in der
ukrainischen Grenzregion zu seinem Land mittlerweile für einen
Dauerzustand. Jede Nacht würden Kampfjets der polnischen Luftwaffe
aufsteigen, da die Attacken Russlands in dieser Region einen „permanenten
Charakter“ angenommen hätten, sagte Tusk in Warschau vor einer
Kabinettssitzung. Seinem Land stehen schwierige Wochen und Monate bevor. Am
Montag hatte es polnischen Regierungsangaben zufolge auf ukrainischem
Gebiet erneut eine Drohnenattacke unweit von dem Grenzübergang
Dorohusk-Jahodyn gegeben.
Bei dem Angriff beschädigte die Drohne mit ihrer Druckwelle nach
ukrainischen Informationen ein Gebäude der Grenzkontrollstelle. In den
vergangenen zwei Wochen hatten in der Nähe des gleichen Grenzübergangs
mehrfach russische Drohnen Ziele auf dem Gebiet der Ukraine attackiert.
Außerdem wurde dort ein Passagierzug von Kiew nach Warschau angegriffen.
Polens Regierung wirft Russland eine Verschärfung des Ukraine-Kriegs vor.
(dpa)
## Nato-Chef: Werden Ukraine noch mehr unterstützen
Die Nato wird sich nach Angaben ihres Generalsekretärs Mark Rutte von
Russland nicht davon abbringen lassen, die Ukraine weiter zu unterstützen.
„Russland setzt seine rücksichtslose Kampagne feindseliger Handlungen gegen
die Nato fort“, sagt Rutte vor Journalisten in Brüssel. „Es versucht,
unsere Entschlossenheit zu schwächen und unsere Unterstützung für die
Ukraine zu stoppen. Aber das wird nicht gelingen … Unsere Botschaft an
Moskau ist klar: Wir werden noch mehr für die Ukraine tun, nicht weniger.“
(rtr)
## Slowakei will sich nicht völlig von russischer Energie lösen
Blanar stimmte der Verurteilung des russischen Angriffskriegs gegen die
Ukraine zwar grundsätzlich zu. Der Angriffskrieg Moskaus sei eine grobe
Verletzung des Völkerrechts und inakzeptabel. Andererseits bleibe die
Slowakei bei ihrer Haltung, dass es für den Krieg im Nachbarland Ukraine
keine militärische Lösung geben könne. Es sei unausweichlich, mit Russland
in Dialog zu treten: „Russland wird nicht von der Landkarte verschwinden.“
## Russland plant 2027 höchste Militärausgaben seit Kriegsbeginn
Russland will seine Militärausgaben im Jahr 2027 auf einen neuen
Höchststand seit Beginn des Krieges in der Ukraine anheben. Geplant seien
Ausgaben von 17,1 Billionen Rubel (rund 178 Milliarden Euro), wie aus
Regierungsdokumenten hervorgeht, die der Nachrichtenagentur Reuters am
Montag vorlagen. Dies entspricht einer Steigerung von rund 27 Prozent
gegenüber dem ursprünglich veranschlagten Budget von 13,5 Billionen Rubel.
Insgesamt sollen sich die Rüstungsausgaben in den kommenden drei Jahren auf
50 Billionen Rubel belaufen. Für das Jahr 2026 waren ursprünglich 12,1
Billionen Rubel für die Verteidigung vorgesehen, die tatsächliche Summe ist
jedoch als geheim eingestuft. Zudem können Teile der Militärausgaben in
anderen Bereichen des Haushalts verbucht werden.
Die steigenden Militärausgaben belasten den russischen Haushalt. Den
Dokumenten zufolge verdoppelte die Regierung ihre Prognose für das
Haushaltsdefizit im Jahr 2026 auf 3,2 Prozent des Bruttoinlandsprodukts
(BIP), nachdem zuvor 1,6 Prozent erwartet worden waren. Die Gesamtausgaben
sollen 2026 um 13,2 Prozent auf 48,6 Billionen Rubel oder 20,9 Prozent des
BIP steigen. Um das Defizit zu finanzieren, plant die Regierung für 2027
Steuererhöhungen. Unter anderem soll eine neue Sondersteuer für Metall-
und Bergbauunternehmen jährlich rund 200 Milliarden Rubel einbringen. Der
Haushaltsentwurf soll dem Parlament bis zum 1. Oktober vorgelegt werden.
(rtr)
## Leo XIV. lehnt militärische Lösung des Ukrainekonflikts ab
Papst Leo XIV. ist weiterhin gegen eine militärische Lösung des
Ukrainekonflikts. In einer Pressekonferenz auf dem Flug von Metz nach Rom
sagte er am Montagabend, die Kirche müsse ihre Lehre vertreten, die gegen
die Förderung von Gewalt, Hass und Waffen eintrete. Er beklagte, dass
derzeit einige politische Führer sogar wieder von der Möglichkeit des
Einsatzes atomarer Waffen sprächen, deren Einsatz enorm viele Menschenleben
vernichten würde. Die Bereitschaft, immer mehr Waffen zu bauen, verstärke
nur die Spannungen und könne zu weiteren Kriegen führen.
Wie sein Vorgänger Franziskus (2013-2025) sagte Leo XIV., dass an
Aufrüstung letztlich nur die Waffenindustrie verdiene und dass man mit
diesen Milliardengewinnen Probleme wie Hunger und Wohnungsknappheit lösen
könne. Alle hofften auf eine Stimme, die einen anderen Weg weisen könne.
Diese Stimme müsse die Kirche sein, indem sie für Menschenwürde und das
Lebensrecht aller eintrete, so der Papst. Sie sei es, die Russland und die
Ukraine und andere Länder einlade, zusammenzukommen, einen Dialog zu
beginnen und Wege zu suchen, wie die Probleme ohne Kriege gelöst werden
können. „Das mag manchmal wirkungslos erscheinen, aber wir werden weiter
zum Dialog einladen und das Evangelium verkünden“, sagte Leo XIV. (kna)
## Nordkorea verstärkt laut Selenskyj seine Truppen in Russland
Nordkorea bereitet nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr
Selenskyj die Entsendung von weiteren 10.000 Soldaten nach Russland vor.
Mehr als 8.000 nordkoreanische Soldaten befänden sich bereits auf
russischem Territorium, sagte Selenskyj am Montag unter Berufung auf „neue
Daten“. Die Soldaten würden „für die Ausbildung und den anschließenden
Einsatz in Russland ausgewählt“.
Selenskyjs Äußerungen kommen zu eine[1][r Zeit diplomatischer Spannungen
mit Südkorea]. Die Regierung in Seoul hatte sich vergangene Woche verärgert
über die Mitteilung Selenskyjs gezeigt, die Ukraine habe zwei gefangene
nordkoreanische Soldaten an Südkorea übergeben. Seoul zufolge war für die
Übergabe Vertraulichkeit vereinbart worden. Im August hatte Selenskyj
erklärt, dass bis zu 50.000 nordkoreanische Soldaten für den Kampf in
Russland entsandt werden könnten. In diesem Zusammenhang rief er Südkorea
dazu auf, die ukrainische Luftverteidigung zu unterstützen.
Schätzungen der Ukraine und Südkoreas zufolge hat Nordkorea seit 2024
zwischen 14.000 und 15.000 Soldaten zur Unterstützung Russlands entsandt.
Die meisten von ihnen seien in der russischen Region Kursk stationiert.
Zudem hat Pjöngjang nach ukrainischen und unabhängigen Einschätzungen
Millionen von Artilleriegranaten und Raketen an Russland geliefert. (rtr)
## Weiter heftige Angriffe auf Kyjiw
Das russische Militär setzt [2][seine heftigen Angriffe] auf die
ukrainische Hauptstadt Kyjiw fort. Die ukrainische Luftwaffe warnte in der
Nacht vor einer Bedrohung durch ballistische Raketen in der Region.
Berichten zufolge waren in Kyjiw Explosionen zu hören. Der Kyjiwer
Bürgermeister Vitali Klitschko berichtete bei Telegram von Schäden in
mehreren Teilen der Hauptstadt.
Im Stadtteil Solomjanka sei ein Verwaltungsgebäude getroffen worden, zudem
seien Raketentrümmer in den Hof eines Wohnhauses gefallen, teilte Klitschko
mit. Auch ein Gebäude einer Bildungseinrichtung wurde demnach getroffen, es
gebe einen Brand. Im zentralen Stadtteil Petschersk sei es in einem
dreistöckigen Nichtwohngebäude zu einem Brand gekommen.
Bereits im Tagesverlauf hatte es eine Serie russischer Angriffe auf die
ukrainische Hauptstadt gegeben. Dabei wurde nach offiziellen Angaben auch
eine Klinik getroffen. Zuvor was das Gebäude der Akademie der
Wissenschaften getroffen worden. Nach Angaben vom Abend gab es dabei zwei
Todesopfer. Bürgermeister Klitschko teilte mit, bei russischen Angriffen
seien im Tagesverlauf in der Hauptstadt 24 Menschen verletzt worden. (dpa)
## Regierungschef: Ukraine verschiebt einige Ausgaben wegen Verzögerungen
bei Hilfen
Wegen Verzögerungen beim Erhalt von Hilfen verschiebt die Ukraine nach
eigenen Angaben einige Ausgaben, darunter Wiederaufbauarbeiten. Die
Regierung werde diese Projekte zwar letztendlich umsetzen, „aber vorerst
müssen alle Ressourcen in wichtige Bereiche fließen“, erklärte
Regierungschef Serhij Korezky am Montag im Onlinedienst Telegram. Priorität
seien die Verteidigung und das Sozialwesen.
Korezky bezeichnete die Lage der öffentlichen Finanzen als schwierig. „Ein
Teil der geplanten internationalen Finanzmittel ist noch nicht eingegangen,
was zum Teil daran liegt, dass es der Ukraine nicht gelungen ist, bestimmte
gegenüber internationalen Partnern eingegangene Verpflichtungen
fristgerecht zu erfüllen“, fügte er hinzu. Ausgaben, die keine Priorität
hätten, würden zurückgestellt. Das gelte für Neubau, Wiederaufbau oder
größere Reparaturen, die nicht von entscheidender Bedeutung seien, sowie
für Verbesserungen im öffentlichen Raum wie Parks und öffentliche Plätze.
Der seit mehr als vier Jahren andauernde russische Angriffskrieg hat die
ukrainische Wirtschaft schwer getroffen, Schäden in Milliardenhöhe und ein
riesiges Finanzloch in Kyjiw verursacht. Die ukrainische Regierung hat
angekündigt, im kommenden Jahr zusätzliche 53 Milliarden Dollar (46,6
Milliarden Euro) an Auslandshilfe unter anderem vom Internationalen
Währungsfonds und der Weltbank zu beantragen, um die Finanzlücke zu
schließen. Im kommenden Jahr will die ukrainische Regierung zwei Drittel
ihres Haushaltes für Verteidigungsausgaben aufwenden. (afp)
## Putin ordnet weitere Aufstockung der russischen Armee an
Der russische Präsident Wladimir Putin hat am Montag ein Dekret
unterzeichnet, das die Personalstärke der Armee um weitere 15.500 Soldaten
erhöht. „Die zulässige Personalstärke der russischen Streitkräfte wird auf
2.441.630 Menschen festgesetzt, darunter 1.550.500 Militärangehörige“, hieß
es in dem Dekret. Einen Grund nannte Putin nicht. Er hatte bereits im März,
Juni und Juli eine Aufstockung der Armee verkündet.
Im Krieg mit der Ukraine macht Russland nur noch wenige Geländegewinne.
Kyjiw hat Moskau wiederholt beschuldigt, eine Einberufungswelle
vorzubereiten. Putin hatte das als „Desinformation“ bezeichnet. Zuletzt
hatte er 2022 eine Mobilisierung von Reservisten angeordnet. Damals hatte
die russische Armee Rückschläge an der Front verzeichnet. (afp)
## Selenskyj: Russland hat mit Mobilmachung begonnen
Russland hat nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj
bereits mit einer zusätzlichen Mobilmachung begonnen. „Sie (die Russen)
planen auch, verstärkt Ausländer einzubeziehen“, sagte Selenskyj in seiner
abendlichen Videoansprache und berief sich auf Erkenntnisse der
ukrainischen Geheimdienste. Seit Monaten wird über eine neue Mobilmachung
in Russland spekuliert, um die zuletzt starken Verlusten an den Frontlinien
in der Ukraine auszugleichen. Kremlchef Wladimir Putin hat solche
Befürchtungen bisher kategorisch zurückgewiesen.
Zudem gebe es neue Informationen zur Präsenz nordkoreanischer Soldaten in
Russland. „Derzeit befinden sich mehr als 8.000 nordkoreanische Soldaten
auf russischem Territorium“, sagte Selenskyj. „Darüber hinaus wird die
Entsendung eines Kontingents von weiteren 10.000 Soldaten vorbereitet –
diese werden ausgewählt, um eine Ausbildung zu absolvieren und anschließend
nach Russland verlegt zu werden.“
Russland bezahle dafür unter anderem mit Technologien, und im Gegenzug für
diese Hilfe sei mit technischer Unterstützung Russlands auf
nordkoreanischem Territorium die Produktion von Angriffsdrohnen vom Typ
„Shahed“ aufgenommen worden. „So breitet sich das Böse aus, und so greift
eine Bedrohung für das Leben in einem Teil der Welt auf andere Teile der
Welt über.“ (dpa)
## Polen: Wieder russischer Angriff in Ukraine nahe von Grenzübergang
In der ukrainischen Grenzregion zu Polen hat es nach Angaben der Regierung
in Warschau erneut eine Drohnenattacke unweit von einem Grenzübergang
gegeben. „Ein weiterer Angriff Russlands auf die Westukraine. Eine
düsengetriebene Drohne ist auf ukrainischer Seite etwa zwei Kilometer vom
Grenzübergang zu Polen in Dorohusk eingeschlagen“, schrieb Polens
Verteidigungsminister Wladyslaw Kosiniak-Kamysz auf der Plattform X. Der
Luftraum über Polen wurde demnach nicht verletzt.
Wie das Oberkommando der polnischen Streitkräfte bekannt gab, wurde in der
Region um Lublin im Südosten Polens während russischer Luftschläge gegen
die Westukraine Luftalarm ausgelöst. Dieser sei nach einer Viertelstunde
wieder aufgehoben worden. Die Drohne beschädigte nach ukrainischen Angaben
mit der Druckwelle der Explosion das Gebäude der Grenzkontrollstelle. „Es
liegen keine Meldungen über Verletzte oder Tote vor“, schrieb Roman
Romanjuk, Leiter der Oblast-Verwaltung von Wolyn, auf Telegram. Er bat die
Bewohner der Region, in Schutzräumen zu bleiben. (dpa)
## Wadephul stellt Bedingungen für Folgetreffen mit Russland
Außenminister Johann Wadephul hält weitere Treffen mit Russland nach dem
Gespräch mit seinem russischen Kollegen Sergei Lawrow [3][nur unter
Bedingungen für sinnvoll]. „Folgetreffen machen nur dann Sinn, wenn
Russland ernsthaft zu Verhandlungen bereit ist“, sagte der CDU-Politiker
bei einem Treffen mit seinem niederländischen Kollegen Tom Berendsen in Den
Haag auf die Frage, ob es weitere Gespräche, etwa von Kanzler Friedrich
Merz (CDU) mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin, geben solle.
„Die Reaktion, die ich jetzt öffentlich von Herrn Lawrow gehört habe, zeigt
ja zum jetzigen Zeitpunkt keine ernsthafte Gesprächsbereitschaft“, sagte
Wadephul. Alle, die immer wieder gefordert hätten, man müsse endlich mit
Russland direkte Gespräche führen, sähen nun, „dass auch direkte Gespräche
dann nichts bringen, wenn der Gesprächspartner auf einer fundamentalen
Position der weiteren Kriegsführung beharrt“. Er fügte hinzu: „Solange das
der Fall ist, glaube ich, brauchen wir das Gespräch nicht fortsetzen.“
(dpa)
## Ukrainisches Militär meldet Bodengewinne an Front
Das ukrainische Militär hat nach eigenen Angaben Bodengewinne an der Front
in der Ostukraine erzielt. Eine Militäreinheit teilte am Montag mit, sie
habe weitere 51 Quadratkilometer von den Russen zurückerobert. Damit seien
seit Beginn der Offensive „Operation Vivaldi“ vor mehreren Monaten
insgesamt 176 Quadratkilometer zurückerlangt worden. Die Offensive betrifft
einen Teil der 1.250 Kilometer langen Front. Die Militäreinheit teilte mit,
um die russische Abwehr in der ostukrainischen Region Donezk zu
durchbrechen, habe sie Schützenpanzer aus der Sowjet-Ära in
Kamikaze-Fahrzeuge verwandelt, die russische Festungen gesprengt hätten.
Von russischer Seite wurden die ukrainischen Angaben zunächst nicht
kommentiert. Das zahlenmäßig überlegene russische Militär versucht seit
Langem, die Region Donezk ganz unter seine Kontrolle zu bringen. Das
russische Verteidigungsministerium teilte mit, russische Soldaten hätten
das Dorf Nowowodjane in Donezk und das Dorf Ulanowe in der nordukrainischen
Region Sumy erobert. Die Angaben der Ukraine und Russlands konnten nicht
von unabhängiger Seite verifiziert werden. Der russische Angriffskrieg
gegen die Ukraine dauert seit Februar 2022. (ap)
29 Sep 2026
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