# taz.de -- Deutsch-russiches Treffen in New York: Nicht satisfaktionsfähig
       
       > Das Gespräch zwischen Wadephul und Lawrow zeigt Russlands Desinteresse an
       > Verhandlungen. Die Demütigung hätte der Außenminister sich ersparen
       > können.
       
 (IMG) Bild: Wadephul und Lawrow haben in New York miteinder geredet, hatten sich aber nicht wirklich viel zu sagen
       
       Wie heißt es in der Sprache der Diplomat*innen so schön? Man dürfe den
       Gesprächsfaden nicht komplett abreißen lassen. Genau solch einen Versuch
       hat Bundesaußenminister Johann Wadephul unternommen, als er am Samstag am
       Rande der UN-Generaldebatte in New York das Gespräch mit seinem russischen
       Amtskollegen Sergei Lawrow suchte.
       
       Immerhin: Es war der erste direkte Austausch zwischen den
       Chefdiplomat*innen beider Länder seit Januar 2022. Da war
       bekanntermaßen noch die Grüne Annalena Baerbock im Amt, die für die
       russische Seite von Anfang an nicht satisfaktionsfähig war.
       
       Das ist Wadephul auch nicht. Der [1][CDU-Mann musste sich von Lawrow
       demütigen] und vorführen lassen. Man habe von Berlin nichts Neues erfahren,
       ein Telefonat hätte es auch getan, lautete Lawrows boshafte Quintessenz des
       Treffens.
       
       Zumindest in diesem Punkt scheint es Gemeinsamkeiten zu geben. Aus Moskau
       ist seit dem Beginn seiner vollumfänglichen Invasion in die Ukraine am 24.
       Februar 2022 ebenfalls nichts Neues zu vernehmen. Deeskalation? Wieso?
       [2][Mit den Drohnen auf dem Leipziger Flughafen habe Russland rein gar
       nichts zu tun.] Stattdessen das altbekannte Credo: „Wir bomben weiter –
       verhandelt wird nur zu unseren Bedingungen.“
       
       Und warum sollte Russland auch anders agieren? In den völkerrechtswidrig
       besetzten ukrainischen Gebieten werden die Bewohner*innen an die Urnen
       gezwungen. Zwei russische Oligarchen werden von der EU-Sanktionsliste
       gestrichen, weil einigen EU-Staaten ihre Partikulatinteressen wichtiger
       sind als die Ukraine. Und als sei das noch nicht genug, ergeht an Wladimir
       Putin aus den USA auch [3][noch eine Einladung, am G20-Gipfel in Miami]
       teilzunehmen.
       
       Aus der Sicht Moskaus jagt also eine Erfolgsmeldung die nächste. Warum
       Wadephul dennoch Chancen für Verhandlungen sieht, bleibt sein Geheimnis.
       Fest steht: So nachvollziehbar wie der jüngste Vorstoß auch sein mag, Lust
       auf mehr macht er wahrlich nicht.
       
       27 Sep 2026
       
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 (DIR) Barbara Oertel
       
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